Bitte um Hilfe - Depression

Für alle, die ihre Lebensprobleme und Schickale mit anderen teilen möchten

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

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Prausi
Beiträge: 4
Registriert: Freitag 19. Juni 2026, 15:36

Bitte um Hilfe - Depression

Beitrag von Prausi »

Liebe Alle!

Ich wollte euch fragen, ob ihr ein mir neues Symptom schon kennt und wie ihr damit umgeht... In meinem aktellen depressiven Schub fange ich an, mich vor allem bzw. vielem zu ekeln. Ich kann in nichts mehr etwas Schönes sehen. Vor allem ekle ich mich vor mir selbst. Ich finde mich hässlich und dick - obwohl man mir immer wieder sagt, wie schön und schlank ich bin. Ich ekle mich vor dem Essen und allem möglichen. Früher konnte ich mich durch Tätigkeiten, die mich fordern und nichts mit der Depression zu tun haben, ein kleines bisschen ablenken, aber jetzt möchte ich die meiste Zeit des Tages nur wimmern, weil ich die Härte der Depri einfach nicht mehr aushalte. Ich kämpfe und kämpfe, stehe morgens/vormittags auf, versuche, regelmäßig zu essen und zu trinken, zu duschen, den KOntakt zu Menschen nicht völlig abbrechen zu lassen, mache weiter etwas Sport, lese Zeitung und Bücher, um meinem Kopf anderen Input zu geben, aber nichts hilft. Es ist immer nur derselbe Horror in meinem Kopf, alles sei sinnlos, nicht macht Freude oder wenigstens Neutralität, ich schaffe es nicht, obwohl ch mir solche Mühe gebe und seit Jahren kämpfe wie drei Löwen, aber ich habe keine Kraft mehr. Ich schreibe jeden Abend auf, was objektiv am Tag neutral oder gut war - auch wenn ich es nicht fühle. Ich befolge alles, was man so tun soll, habe zig Kliniken hinter mir, Medikamente und so weiter... Nichts hilft. Bei meinem letzten Hoch habe ich ich mir irgendwie klarmachen können, dass jede kleine Handlung zählt, dass ein Vergleich mit meinem früheren Leben Quatsch ist und mich nicht weiterbringt. Irgendwann war ich stolz auf das, was ich schaffe, aber diesmal wird es einfach nicht. Ich flüchte mich in Handlung nach Handlung, werde immer panischer, Ruhe ist unmöglich, weil sich dann alles noch schlimmer anfühlt.
Ich versuche seit mittlerweile fünf Jahren, aus dieser Depression herauszukommen, kämpfe um mein Leben und gegen die ständigen Suizidgedanken. Es muss doch eine Lösung geben - irgendeine! Bitte helft mir...
Kennt ihr das? Habt ihr irgendwelche Ratschläge oder Tipps für mich?

Ich danke euch schon im Voraus.
Andrea
Michael
Beiträge: 53
Registriert: Freitag 23. April 2010, 14:36
Wohnort: Baden Württemberg

Re: Bitte um Hilfe - Depression

Beitrag von Michael »

Hallo Prausi

mir geht es ähnlich,
lies hierzu bitt meinen Tread "Ich lebe noch"

Depresionen habe ich immer wieder schubweise, seit nunmehr mehr als 10 Jahren.
Man versucht sich für eine Aufgabe zu motivieren, versucht Ziele zu setzen, und wenns ans umsetzten der Ziele geht, verschiebt man das Projekt.

Insbesondere, wenn die Ärzte einem klar machen, daß es keine Operationen mehr gibt, das Krankenhaus die Aufnahme verweigert, weil der Fall eindeutig hofnungslos erscheint, dann sind extremste Depressionen vorgegeben.

Wenn alle Hoffnungen schwinden, greifen die Ärzte zu hochdosiertem Antidepresiva, und extremsten Schmerzmitteln (Morphium od. ähnl.)
Wenn Du dann, so wie ich, dieses Mittel nicht mehr verträgst, und sie ablehnst, dann wirst Du einfach beim Arzt abgelehnt (Antwort, Sie lassen sich ja nicht helfen, wir brechen die Behandlung ab)

Ich versuche trotzdem, jeden Tag mich aufs neue zu motivieren (Fahrradfahren, Schwimmen, Bewegungssport, Physio, und wichtig, Hobbys umsetzten, und sich mit Freunden treffen, insbesondere sich in der Öffentlichkeit zeigen, auch wen es einem sehr schwer fällt)

Kleine private wohlfühl Inseln schaffen sind meine Ziele, sich auf neue Hobbys fixieren, und ausprobieren.
Prausi
Beiträge: 4
Registriert: Freitag 19. Juni 2026, 15:36

Re: Bitte um Hilfe - Depression

Beitrag von Prausi »

Lieber Michael,

Dankeschön für deine Worte.

Es ist toll zu hören, dass dir so viele Dinge so gut gelingen. Fühlst du dich während dieser Erlebnisse denn besser? Das wäre ja schon ein großer Erfolg. Bei mir funktioniert es nämlich nicht - obwohl ich glücklicherweise keine körperliche Krankheit habe. Ich finde alles schrecklich, nichts lenkt mich wirklich ab. Ich denke trotzdem die ganze Zeit an Suizid.

Oder musstest du es auch erst eine lange Weile machen, bis du eine Besserung gespürt hast?

Liebe Grüße
Andrea
stevenslaw
Beiträge: 20
Registriert: Samstag 23. Mai 2026, 00:39

Re: Bitte um Hilfe - Depression

Beitrag von stevenslaw »

Mir geht es ähnlich - würde ich behaupten.

Bei mir äußert sich das indem ich denke die ganze Welt und alle Menschen auf ihr hassen mich. Daher bin ich auch penibelst auf mein äußeres bedacht. Ich bin 44 Jahre alt und wie das so ist in dem Alter schleppt "Mann" einen kleinen Bauch vor sich rum. Ich bin darauf so fixiert, dass ich ne Krise bekomme ich mal soviel gegessen habe und sich der Verdacht erweckt das dieser größer werden könnte.

Ich habe seit 2012 die Diagnose Depression und seit 2020 PTBS. Für mich war mein Körper immer ein Tempel der gepflegt werden muss. Wenn ich schon geistig komplett fertig bin, soll zumindest mein Körper perfgekt sein. Das beruht wahrscheinlich auch meinen Minderwertigkeitskomplexen die ich eh schon immer hatte. Hatte 2022 während Corona eine Bandscheiben OP und über 3 Jahre massive Probleme mit meinem Rücken. Das hat mich noch mehr runter gezogen - vor allem weil ich die Ursache für den B andscheibenvorfall einer Ärztin zu erdanken habe während ich in stationärer psychiatrischer Behandlung war. Die Alte wollte mich auf biegen und brechen nicht extern in Behandlung geben. SiIe argumnetierte immer, wenn ich jetzt gehen würde könnte es sein das ich nicht mehr aufgenommen werde- aufgrund der Maßnahmen! Mein Kopf war kaputt und ich bin wegen suiziadeln Gedanken da! Was hätte ich machen sollen? Erst als ich vor Schmerzen krümmend Samstag Nachts den Notarzt rufen wollte wurde mir die externe Behandlung erlaubt!

Daraus gelernt habe ich das es gute Ärzte gibt und eben nur Ärzte. Hätte ichd ie finaziellen Mittel gehabt und einen langen Atem hätte ich die Frau in Grund und Boden verklagt! DAs war nichts anderes als unterlassene Hilfeleeistung. Selbst die Pfleger sind Sturm gelaufen! Mein rücken isr bis auf ein paar Wehleiden hin und wieder so gut wie in Ordnung und ich kan meinem Lieblingshobby - dem Wandern - wieder nachgehen!

Darf ich fragen was dich glücklich macht und worin du komplett aufgehst?

LG Steven
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