Ich bin seit einem Jahr co-abhängig in Phase 3.
Mein Lebensgefährte und ich sind seit 6 Jahren zusammen, 2024 entschieden wir uns zusammenzuziehen. Meine kleine Wohnung sollte sowohl für seinen Präsenzdienst (Home Office-Job in Berlin) und für mich herhalten bis ich ebenfalls einen Home Office Job gefunden habe. Die Miete zahl/te ich allein. Er hatte 8.000 € ansparen können, um einen Umzug zu finanzieren und meinen Eigenanteil für meine Implantate. Ich konnte hingegen nichts sparen ( 1.400 € netto) Im Dezember 2025 haben wir eine tolle Wohnung in Sassnitz gefunden. Er verdient 3.000 € im Monat und somit zahlte er die Sassnitzer Miete allein (bis ich einen Home Office Job gefunden habe). Plötzlich war alles angesparte Geld weg und wir haben erst im April diesen Jahres mit Geld-Zusammenkratzen für das Umzugsunternehmen umziehen können und ich musste einen Kredit für meine Implantate aufnehmen. Seine Wohnung hat er mit enormem Verzug gekündigt und geräumt, aber bis heute nicht die Schlüssel übergeben.
Letzten Freitag hat er mich, nachdem er 10 Tage lang exzessiv getrunken hat, nach 6 Jahren per whatsapp(!) aus der Wohnung geworfen und verlangt, dass ich ihm die Hälfte der Miete der vergangenen 6 Monate á 600 € überweisen und meine Möbel zeitnah wieder rausschaffen soll. Ich bin am Freitag nach Berlin gefahren. Ich soll morgen meinen neuen Job im Home Office beginnen und habe keine Kraft. Schlafe kaum, esse kaum. Er bombardiert mich ständig damit, die Möbel rauszuholen und ihm das Geld zu geben.
Ich kann nur noch Geld für eine Entrümpelung aufbringen, nicht jedoch für einen Umzug. Ansonsten habe ich keine Rücklagen und ich habe den Mietvertrag wegen unserer Vereinbarungen mit unterschrieben (1.200 € warm).
Ich zittere und hab' Herzrasen.
Er ist total wesensverändert und wirft mir meine Wechseljahre für meine(!) Wesensveränderung vor.
Ich werde mit dieser psychischen Belastung keine Einarbeitungsphase in der neuen Firma überstehen. Ich bin 57 Jahre alt. Ich kann nicht mehr. Ich kann mich nur aufhängen. Mein Leben ist zuende. Ich bin total fertig.
Ich bin total verzweifelt _ Co-Abhängigkeit Suizidgedanken
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frozendoro
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good_old_joe
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Re: Ich bin total verzweifelt _ Co-Abhängigkeit Suizidgedanken
Hallo Frozendoro,frozendoro hat geschrieben: ↑Sonntag 31. Mai 2026, 12:03 1. Ich bin seit einem Jahr co-abhängig in Phase 3.
2. Er ist total wesensverändert und wirft mir meine Wechseljahre für meine(!) Wesensveränderung vor.
3. Ich werde mit dieser psychischen Belastung keine Einarbeitungsphase in der neuen Firma überstehen.
4. Ich bin 57 Jahre alt.
5. Ich kann mich nur aufhängen. Mein Leben ist zuende. Ich bin total fertig.
ich versuche einmal, einige Punkte mit Dir zu besprechen.
1. Also ich habe das mal gegooglet.
co-abhängig in Phase 3:
"Wenn die Sucht über längere Zeit besteht, sind die Angehörigen oft resigniert oder wütend, weil der Suchtkranke sein Verhalten nicht ändert und nicht von seiner Sucht loskommt."
Tja, das Problem besteht in vielen Familien. Patentrezepte gibt es da nicht. Wenn jemand sein Problem nicht einsieht, ist es schwer, ihn von der Gefährlichkeit seiner Sucht zu überzeugen. Es ist ja eine hehre Absicht, ihn davon überzeugen zu wollen, aber der entscheidende Schritt muß von ihm ausgehen, sonst läuft das Ganze ins Leere.
Er ist ja mündiger Erwachsener, mündiger Bürger, und dazu gehört leider nun einmal auch das Recht, sich selbst zugrunde zu richten. Das Einzigste, was Du machen kannst, ist es, ihm vorzuschlagen, eine Suchtberatung (z.B. Anonyme Alkoholiker) aufzusuchen. Aber wie gesagt: Handeln muß er selbst.
2. Darauf mußt Du nicht eingehen. Er hat ein Alkoholproblem, nicht Du! Also muß er sich ändern. Die Wechseljahre gehen vorbei. Sie sind auch etwas ganz Natürliches. Nicht vergleichbar mit exzessivem Alkoholkonsum. Also: Mit Dir ist alles in Ordnung. Laß Dir keinen Unsinn einreden.
3. Doch, das wirst Du. Achte auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf, dann wird es schon. Die Leute, die dort arbeiten, haben alle ihre Probleme; niemand lebt im Paradies.
Wenn es mit der einen Firma nicht klappen sollte, suchst Du Dir eben eine andere. Falls alles nicht klappen sollte, kannst Du immer noch Sozialleistungen beziehen.
4. Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Das Durchschnittsalter in Deutschland beträgt 44,9 Jahre (Stand 2024). Da bist Du also lediglich 12,1 Jahre darüber- und wenn es mehr wären, wäre es auch nicht schlimm. Man/Frau ist immer so jung, wie man/Frau sich fühlt.
5. Nein- das Leben ist nicht zuende, auch wenn die Situation hoffnungslos erscheint. Finanzielle Probleme können gelöst werden- dafür gibt es z.B. die Schuldnerberatung. Wenn alles nicht hilft und Du keinen Job findest, mußt Du zum Sozialamt gehen und Bürgergeld beantragen.
Aber aufhängen solltest Du Dich nicht. Dabei kann man sich schwer verletzen- und muß dann im Rollstuhl weiterleben. Du bist gesund und topfit- ja, Du könntest Bäume ausreißen (aber bitte danach wieder einpflanzen
Ich glaube, Du schaffst es auch, Dir eine einträgliche Arbeit zu suchen. Notfalls kannst Du- eine überzeugende Geschäftsidee vorausgesetzt- auch eine Ich-AG gründen. Das erfordert allerdings viel Sorgfalt, sonst kann es zu Ärger mit dem Finanzamt führen.
Wie allen in einer schwierigen Situation wünsche ich Dir auch viel Glück. Mit Alkoholikern umzugehen, erfordert viel Fingerspitzengefühl, da diese leicht reizbar sind. Am Besten, Du reduzierst den Kontakt auf ein Minimum. Nicht, daß er Dich auch schlägt. Das hast Du doch wirklich nicht nötig.
Es war auf jeden Fall richtig, sich an dieses Forum zu wenden. Vielleicht haben noch einige andere Vorschläge, wie Du aus Deiner prekären Situation
herauskommst- das war's jedenfalls erst einmal von mir.
Also:
Alles Gute
Good old Joe