deine Seite in einem Buch

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berlinichbins
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deine Seite in einem Buch

Beitrag von berlinichbins »

Was würdet ihr der Welt sagen, wenn ihr eine Seite in einem Buch zur Verfügung hättet? Also, evt. auch mehr Seiten :)
Fakt ist, wir sind jetzt auf der Welt, wer wann und wie aus dem Leben scheidet steht noch nicht fest. Und irgendeinen Sinn muss es doch haben, dass wir hier sind, auch wenn es bei den meisten kürzer andauern wird, als eigentlich gedacht.
Hätte sich das Leben oder auch das Leid nicht etwas mehr gelohnt, wenn man seine eigenen Gedanken und Standpunkte in einem Buch verewigt?
Gibt es was zu verlieren? Nein. Gibt es was zu gewinnen? Ja, man kann Menschen innerlich anstoßen und noch einen Funken Sinn schöpfen bevor man geht. Vielleicht schlummert in dem ein oder anderen auch ein kleiner Schriftsteller? Wer weiß!
Ich bin gespannt auf eure Reaktionen und auf eure Gedanken zu meinen Gedanken. Sie kamen mir eben und da es nichts zu verlieren gibt, stehen sie nun hier :D
tchanavitka
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von tchanavitka »

Ja hm sicherlich, ich denke ich könnte es. Viele Ideen und Einfälle (die zumindest ich persönlich sehr spannend finde) füllen meinen Kopf, doch mir fehlt einfach die Muße oder Ruhe noch irgendwas Schöpferscheres zustande zu bringen schätze ich, kA. ich lebe größtenteils nur noch das Destruktive und frage mich wann endlich mal die Stunde geschlagen hat. Dieses Bedürfnis irgendetwas zu hinterlassen-, und wenn nur eine Errinnerungen weiterlebt, oder irgendein Sinn- kann ich schon irgendwie gut nachvollziehen. Sicher irgendwo ein natürliches Gefühl. Ich versuch mich mit dem Gedanken zu trösten dass selbst wenn, die wenigstens Ideen wohl über Jahrtausende hinweg (wie beispielsweise die eines Aristoteles und Co) erhalten blieben.. Und nicht zuletzt irrte dieser ja auch in so mancher Hinsicht :mrgreen: Außerdem ist es egal... in 90 Jahren sind die Wenigen die mich ein bisschen kannten auch nicht mehr, es würde -wenn überhaupt spätestens dann niemanden mehr interessieren.
" Sie kamen mir eben und da es nichts zu verlieren gibt, stehen sie nun hier :D"
Stimmt, außer Zeit, aber bald ist sowieso alles gelöscht und nichts verloren. Zumindest nicht, dass ich es dann noch wüsste. ^^ Ach was weiß ich. Schande meiner Anbetung des Rationalen, werde ich doch immer sentimental und höchst unkonzentriert wenn ich mich schlaflos matere, was ist nur los Oo

Oh sry, jetzt hab ich glatt auch noch deine Kernfrage überlesen^^ Was ich der Welt sagen würde wenn ich eine oder mehrere Seiten zur Verfügung hätte?
Oh weh haha :mrgreen: .... Ich glaube dies im Moment ausführlich zu beantworten lass ich vorerst mal lieber, da ich glaube gegenwärtig zu wenig gut Fundiertes zum Besten geben zu können... Ich denke mir im Endeffekt gerade nur noch "warum tu ich mir das an, ich muss echt einen üblen Knacks haben, warum leben wenn Tod zu sein viel einfacher ist?" Auf was warte ich? Mich noch durch diese oder jene Lektüre quälen? Noch Dieses oder Jenes verschwenden? Das sind alles nur vorgeschobene Gründe. Arg.
Lena-Marie
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Lena-Marie »

berlinichbins hat geschrieben:Was würdet ihr der Welt sagen, wenn ihr eine Seite in einem Buch zur Verfügung hättet? Also, evt. auch mehr Seiten :)
"der Welt"? Du meinst den Menschen, hm?

Ich würde ihnen sagen, dass das hier nicht meine Welt ist, aber dass sie daran keine Schuld haben. Es ist mehr als das Verhalten der Menschen, das mich lebensmüde macht.

Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen, ich bin genauso "gut" und "böse" wie sie selbst.
Fakt ist, wir sind jetzt auf der Welt, wer wann und wie aus dem Leben scheidet steht noch nicht fest. Und irgendeinen Sinn muss es doch haben, dass wir hier sind, auch wenn es bei den meisten kürzer andauern wird, als eigentlich gedacht.
Ich glaube nicht an einen "Sinn des Lebens". Ich bin genauso entstanden, wie die Planeten im Weltraum, hab halt eine andere Molekülzusammensetzung, bestehe aber aus denselben Bestandteilen. Ich bin und vergehe wie die Sonnen und Planeten. Bin nicht mehr und nicht weniger wie sie selbst. Vor einigen Wochen hat mal ein Physiker im Fernsehen gesagt "Im Grunde genommen sind wir alle nur Sternenstaub", ich hab ihn geliebt für diesen Satz!

Wieso meinst du, es muss einen Sinn haben? (das erinnert mich wieder so unangenehm an die Themen "Schöpfung" und "Gott" :roll:

Als ich noch nach einem "Sinn des Lebens" suchte (so in den Zwanzigern), war ich total verzweifelt, weil nichts, aber auch garnichts meinem kritischen Denken standhielt. Ich fand keinen "Sinn des Lebens".

Erst als ich aufhörte, danach zu suchen, wurde ich freier, gelöster.

Für mich war klar, dass mein Leben, wie jedes andere auf diesem Planeten auch, durch ganz bestimmte physikalische, biochemische, biologische usw. Umstände enstehen konnte und dass das (in vielleicht auch veränderter Form wegen veränderteren Umständen als hier auf der Erde) noch millionenfach im Universum geschehen ist und geschehen wird. Also nix Weltbewegendes. :wink:

Und damals nahm ich endlich auch Abstand von irgendeinem Gottesbild, da fiel mir eine Last von den Schultern!

Aber trotzdem wünschte ich mir, wenn ich nun schonmal da bin, dass dieses Dasein sinnvoll ist und mir war klar: Ich möchte, so lange ich lebe, denen helfen, über die wir uns so erhöhen und ihnen deswegen soviel Leid antun: Den Tieren. (und die Pflanzen gehören bei mir auch dazu, die, die einfach so am Wegrand niedergetreten werden ohne Achtsamkeit)

Dieses Tun macht natürlich leider auch viel Aufmerksamkeit auf die Missstände, aber das ist nunmal die Kehrseite dieser Medaille, anders geht es nicht.

Mir tut es gut, solange ich lebe, diese Achtsamkeit gegenüber diesen Mitlebewesen zu leben. Das ist mein "Sinn".

Mein Leben hat nur soviel Sinn, wie ich ihm gebe.

(mir fällt grad ein Gedicht ein, ich liebe Gedichte ja so sehr. Und: NEIN, DESWEGEN rette ich keine Tiere :mrgreen: , ich finde nur das Gedicht so schön :oops:, vielleicht gefällt es ja noch jemandem hier )

Zu Guter Letzt


Als Kind wußte ich:
Jeder Schmetterling
den ich rette
Jede Schnecke
und jede Spinne
und jede Mücke
jeder Ohrwurm
und jeder Regenwurm
wird kommen und weinen
wenn ich begraben werde

Einmal von mir gerettet
muß keines mehr sterben
Alle werden sie kommen
zu meinem Begräbnis

Als ich dann groß wurde
erkannte ich:
Das ist Unsinn
Keines wird kommen
ich überlebe sie alle

Jetzt im Alter
frage ich: Wenn ich sie aber
rette bis ganz zuletzt
kommen doch vielleicht zwei oder drei?

(Erich Fried)

[1983]
Erich Fried mag ich auch unglaublich gerne!
Hätte sich das Leben oder auch das Leid nicht etwas mehr gelohnt, wenn man seine eigenen Gedanken und Standpunkte in einem Buch verewigt?
Nein, ich habe kein Sendungsbewusstsein und ich finde es fürchterlich, wenn ich die Regale der Buchhandlungen sehe, und sehe, wieviele Leute meinen, ihren Seelenquark veröffentlichen zu müssen. Da muss nicht meiner auch noch dazu. (auf den kann die Welt wirklich verzichten :wink: )
Gibt es was zu verlieren? Nein. Gibt es was zu gewinnen? Ja, man kann Menschen innerlich anstoßen und noch einen Funken Sinn schöpfen bevor man geht. Vielleicht schlummert in dem ein oder anderen auch ein kleiner Schriftsteller? Wer weiß!
Man kann nur Menschen "anstossen", die sich anstossen lassen wollen. Und dazu gibts wirklich genug Literatur! Alles andere wären nur (unnütze) Wiederholungen.
Ich bin gespannt auf eure Reaktionen und auf eure Gedanken zu meinen Gedanken. Sie kamen mir eben und da es nichts zu verlieren gibt, stehen sie nun hier :D
Finde ich gut! Bin auch gespannt, was ich hier noch zu lesen kriege :wink:


LG Lena
Chron
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Registriert: Samstag 10. Juli 2010, 20:56

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Chron »

Eine Seite in einem Buch - also ein Sammelband mit den letzten Gedanken Sterbender?
Das finde ich eine durchaus interessante Idee. Allerdings wüsste ich derzeit nicht, was bzw. wie genau es schreiben, und werde damit auch nicht anfangen, so lange es kein solches Buch in Arbeit (von Andern, und einem/einer Herausgeber/-in) gibt. Mir würde es wohl vor allem darum gehen zu beschreiben, dass es Leben gibt, die nicht (mehr) lebenswert/lohnend sind, die aus nur oder zumindest aus mehr Leiden als Freuden/Vergnügen bestehen, dass es in angeblich reichen Ländern Armut gibt, dass man gerade in schlimmen (Dauer-)Situationen kaum bis keine Hilfe bekommt, dass solche Tatsachen verleugnet und verdrängt werden usw..

Nur: Wozu, warum und für wen sollte ich das tun? Wenn ich sterbe, stirbt für mich die Welt (nicht nur ich für sie). Was nach meinem Tod ist, davon habe ich nichts mehr; das kann ich nicht mehr wahrnehmen. Also wozu die Mühe?

Ich denke, wenn man noch was will, für sich oder für Andere, will man auch noch weiter leben (und aus einem versuchten Abschiedsbrief kann ein Buch werden, eine Autobiografie o. ä., ein Bestseller, weitere Bücher, weitere Lebensjahrzehnte ...). Wenn man mit allem abgeschlossen hat und nur noch auf den Abschluss auch des leidigen Körperlebens wartet, ist auch das Bedürfnis weg, noch was für Andere zu tun, zu bewirken oder so - mir jedenfalls ging und geht es so. Dass ich trotzdem zuerst mit so etwas wie "gute Idee" reagiert habe, liegt daran, dass ich ja die Tage/Stunden irgendwie durch bringen muss, mir oft langweilig ist (könnte ich das tun, was ich möchte, hätte ich noch Ideen für Jahrhunderte, aber es geht eben kaum noch was ausser rumliegen), und dass ich, so lange ich lebe, eben auch mit Andern lebe und meine ursprüngliche Art (dass ich es schön finde/fände, etwas weiterzugeben und weiterzubekommen, von/für Andere/-n) wohl auch bis zum (fast?) letzten Moment bleiben wird, und die war durchaus, mit etwas auch etwas bewirken zu können/wollen.
berlinichbins hat geschrieben:Und irgendeinen Sinn muss es doch haben, dass wir hier sind
Vermutlich hat es keinen. Aber man hätte gern einen; möchte sich nicht völlig nutzlos fühlen. Bzw. ich frage mich, wozu ich noch weiter leben muss, warum ich immer noch lebe und leide; warum andere Leute das offenbar wollen statt mir zum gewünschten Sterben zu verhelfen - aber ein Leben nur für Andere wäre auch nicht meine Wunschvorstellung. Sondern es müsste etwas sein, was MIR etwas Gutes bringt. Und das kann es zuletzt ja gar nicht mehr; nach meinem Tod kommt für mich nichts mehr, ganz egal was ich geschrieben hätte.
berlinichbins
Beiträge: 218
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von berlinichbins »

Suizid - ein thema, was weit mehr aussagt, als die "schnöden gedanken" eines einzelnen. Es geht hier um LEBEN und Lebendigkeit, und veränderung, die sich viele wünschen, nur ein kleiner bruchteil geht es an. Schade, aber warum auch nicht Wir?
Die, die dem tode so nahe sind, haben einen blick, manchmal sogar eine sehr sensible und klare sicht auf die dinge der welt. da liegt die stärke. Da liegt ein kern, der doch auch einen unterschied machen kann.


Ich habe gespannt die bisherigen antworten gelesen und mir sind gedanken dazugekommen:

ich lese immer mal wieder bücher und gedanken, die abgedruckt erschienen sind, und gerade die menschen, denen es ähnlich erging und die sich durchgerungen haben, etwas zu schreiben bevor sie sterben, bin ich sehr dankbar, da ich wenigstens in diesen momenten nähe spüren konnte über die gedanken, die ich auch habe. darin sehe ich auch die chance eines buches. und überlege es ernsthaft als projekt anzugehen.


um mal herumzuspinnen: suizid ist sehr negativ in unserer gesellschaft belegt und tabuisiert. viele bücher gibt es nicht darüber, geschweige denn über menschen die sich tagtäglich damit auseinandersetzen, und jeder, der hier noch liest, lebt täglich damit...vielleicht könnte man einen kleinen beitrag dazu leisten, dass es mehr ein thema wird, soetwas muss ja immer erst angestoßen werden. hätte ich wohl ein großes ziel: einen anderen blickwinkel auf das thema suizid und leiden am leben zu erschaffen. und: eine nähe zu menschen herzustellen, denen es ähnlich geht. ein buch tritt heraus aus dem forum und da "wir" auch gesellschaft sind und formen können, empfinde ich es als versuchenswert und wertvoll. Vollkommen würde es werden, wenn Leben und Leiden nicht in positiv oder negativ belegte atmosphären eingeteilt werden würden. suizid würde ebenso dazugehören, wie die butter auf dem brot. wahrscheinlich würde sich in so einer atmosphäre des "sein-dürfen" weit aus weniger menschen das leben nehmen. Ich erlebte folgende siutation im cafe: die cafemacherin unterhielt sich mit einem gast: es fiel scherzhaft: ich bringe mich um, der gast machte mit und ich mischte mich ein. anfangs war es lustig, doch schon bald fand ein austausch statt. später, sprach mich der gast nochmal an und wir verabredeten uns: eigentlich wollten wir über suizid und sterbehilfe etc. sprechen. etwas anderes ist allerdings entstanden. und seit langer zeit hatte ich das gefühl, gelebt zu haben.


@lena-marie: "ich denke auch, es gibt viele bücher, aber ich denke auch, dass sich dinge weiterentwickeln. "seelenquark" bleibt nicht immer seelenquark. es kann daraus seelenquark mit erdbeeren werden, was schon viel wäre, denn es macht einen unterschied. entwicklung macht einen unterschied, sonst würden wir immernnoch alle unsere kinder schlagen, wenn nicht nie einer den glauben daran gehbat hätte, dass man etwas bewirken kann. klar, wachsen immernoch viele menschen nicht gut auf, aber es gibt auch einen teil, dem es anders ergeht. und genau dieser teil, macht den unterschied aus! und dieser wird wachsen. nciht gleich, nicht heute oder morgen, aber veränderung ist möglich, wenn wir nicht gleich die finte ins korn werfen und die gestaltungsfähigkeit als wertlos beachten. auch sie verdient achtsamkeit, so wie jeder sternenstaubpartikel.

ja, achtsamkeit. du lebst diese achtsamkeit mit deinen tieren. und ich denke, die achtsamkeit muss unter die menschen. es gibt schon viele menschen, die sich auf den weg gemacht haben, die kapieren, wie leer die welt ist, wenn sie sich so gestaltet wie wir sie heute vorfinden. achtsamkeit bedeutet auch sich selbst achtsamkeit zu "geben". achtsam miteinander umzugehen. der mensch braucht sehr lang um sich zu verändern. aber immerhin schreiben wir hier heute über achtsamkeit. vor 50 jahren hätte dich noch jeder wieder ein auto angesehen. und wer weiß, wie lang es dauert, bis wir achtsamkeit wirklich fühlen können. und genau DA ist der haken:
wir sind ein teil von allem, nicht mehr und nicht weniger als das was existiert. man kann das existente achten, auch die eigene person, und genau dann, ist ein leben nicht so wie jedes andere, auch wenn man an allem angebunden ist.

nee, ich meine nicht den sinn durch gott, auch wenn er von vielen als halt genommen wird. ich denke eher daran, dem leiden, an dem hier viele beteiligt sind, einen sinn zu geben bzw. diese chance im leiden zu sehen, die so viel über das verhalten anderer, was lebensmüde machen kann, aussagt, und zu nutzen. klar lebe ich dadurch länger und indem ich hier schreibe und meine buchidee versuche zu teilen, fühle ich mich lebendiger. und gebe meinem leben gerade einen eigenen sinn und würde gern was davon abgeben.

zum anstoßen: ja, es gibt literatur, die anstoßen kann, aber jedes buch enthält die chance zum einen anders anzustoßen bzw. den teil eines menschen anzustoßen, der von anderem unberührt bleibt. und weil der mensch leider so kompliziert ist und alles andere als weise und vollkommen, stapeln sich die bücher, worunter auch viele wiederholungen sind, aber zu beurteilen was unnütz ist oder nicht widerspricht der achtsamkeit. Da hier auch ncoh kein manuskript liegt, würde ich sagen: super, also keine unnütze Wiederholung, sondern was wirklich gutes. ein bisschen perfektionistisch bin ich auch veranlagt....kann ja auch mal zu was gut sein, ne? :D

@chron, ich muss leider jetzt los, würde aber auch ncoh gern, etwas zu deinem beitrag schreiben, danke dir für deine ersten gedanken und auch danke an die anderen beiden:-)
Grenzwelten
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Grenzwelten »

mir gefällt die idee mit dem buch sehr ♥
es ist schön allen menschen die möchten noch einmal
das wort zu geben und einen platz in der welt.

wie geht man das praktisch an?
khoehman
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von khoehman »

Hallo berlinichbins......meintest Du mit dem "kleinen Schriftsteller" mich etwa?! :) Also, zugegebenermaßen habe ich heute tatsächlich einen "Autorenvertrag" für ein "Randgruppenforum" (Sport) angeboten bekommen.

Ich finde, dass wir beide eigentlich ziemliches glück hatten. Wie gesagt, das Schicksal mischt die Karten, doch wir spielen damit! ;)

Ich glaube, dass es bisher einzigartig ist, was hier passiert ist. Zwei, die sich durch so ein Forum finden und einen geistigen positiven Erguß par excellence erleben. Wovon beide POSITV profitieren. Beeindruckend.
Thanatos
Beiträge: 1580
Registriert: Freitag 5. Februar 2010, 10:48

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Thanatos »

Wie groß darf denn die Seite sein? DIN A0? :wink:
Im Grunde habe ich gar kein Bedürfnis, der Welt etwas zu sagen, aber wenn ich schon eine Seite bekritzeln soll, so würde ich die besten Zitate aus meiner selbstgemachten Aphorismensammlung wählen. Da sie fast alle irgendwie Cioranschen Zitaten ähneln, bekäme ich allerdings vermutlich Probleme mit dem Copyright...
berlinichbins
Beiträge: 218
Registriert: Dienstag 25. September 2012, 11:37

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von berlinichbins »

lieber thanatos, ja, gern auch gedichte, ich weiß das noch nciht mit dem copyright, aber hier für den thread wäre es auf jedenfall eine schöne bereicherung :D ich freu mich drauf!
Seelenschmerz
Beiträge: 401
Registriert: Montag 28. Dezember 2009, 16:35

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Seelenschmerz »

Meine Seite in einem Buch, hm..

Kennt ihr diesen pessimistischen Philosophen damals in Griechenland, der hat kein Buch geschrieben, weil es ja sowieso niemand liest..

Aber wenn ich drüber nachdenke, würde ich die Seite wohl tatsächlich leer lassen. Das würde der Wahrheit am Nächsten kommen.
Und die Sprache ist sowieso die Quelle aller Missverständnisse und allen Schubladendenkens.
Deadly Snowflake

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Deadly Snowflake »

Seelenschmerz hat geschrieben:Meine Seite in einem Buch, hm..

Kennt ihr diesen pessimistischen Philosophen damals in Griechenland, der hat kein Buch geschrieben, weil es ja sowieso niemand liest..

Aber wenn ich drüber nachdenke, würde ich die Seite wohl tatsächlich leer lassen. Das würde der Wahrheit am Nächsten kommen.
Und die Sprache ist sowieso die Quelle aller Missverständnisse und allen Schubladendenkens.
Nicht-kommunizieren ist unmöglich (die Kommunuikationsverweigerung ist ja auch eine Kommunikationsform). Auch eine leere Seite wäre vielfach interpretierbar und missverstehbar...da gibts nur eines: sich nicht daran beteiligen (wenn man denn wirklich desillusioniert ist...oder, alternativ: http://www.ebaumsworld.com/soundboards/play/82003633/
,dort z.B. die linke Figur anklicken und dann die Sprechblase (hat bestimmt weitere mit verwandtem Inhalt): "I'd say...blah, blah".)
Zuletzt geändert von Deadly Snowflake am Donnerstag 29. November 2012, 19:44, insgesamt 2-mal geändert.
Seelenschmerz
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Seelenschmerz »

Natürlich, eine leere Seite sagt mehr als eine Volle :wink:

Sich nicht beteiligen wäre allerdings ebenfalls eine interpretierbare Aussage. Somit ist man tatsächlich gezwungen, zu kommunizieren.

So ist es auch mit dem Leben. Man ist, wenn man existiert, zwangsläufig in der Welt, nicht außerhalb. Selbst Suizid ist eine Aussage, eine recht starke, will ich meinen.
Deadly Snowflake

Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von Deadly Snowflake »

Seelenschmerz hat geschrieben:Natürlich, eine leere Seite sagt mehr als eine Volle :wink:
Sich nicht beteiligen wäre allerdings ebenfalls eine interpretierbare Aussage. Somit ist man tatsächlich gezwungen, zu kommunizieren.
So ist es auch mit dem Leben. Man ist, wenn man existiert, zwangsläufig in der Welt, nicht außerhalb. Selbst Suizid ist eine Aussage, eine recht starke, will ich meinen.
Richtig, aber eine nicht-Beteiligung ist die Variante die einem nicht-Kommunizieren am nächsten kommt...eine leere Seite kommuniziert quasi explizit: ich verweigere die (übliche) Kommunikationsweise, eine nicht-Beteiligung lässt das aber viel offener. Eine Analogie: Eine leere Seite würde in der Malerei einer völlig weissen oder schwarzen Leinwand gleichkommen (weiss nicht welcher berühmter Maler das so machte, auf alle Fälle erzielten diese Werke hohe Verkaufspreise), eine nicht-Beteiligung der blossen, unberührten Leinwand.
berlinichbins
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von berlinichbins »

die idee der leeren seite finde ich sehr sehr genial! :D
berlinichbins
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Re: deine Seite in einem Buch

Beitrag von berlinichbins »

@chron, nun endlich finde ich zeit und ruhe dazu, ncoh etwas zu deinem beitrag zu schreiben :)

ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es als sammelband für letzte gedanken sterbender nennen würde, eigentlich ist mir das zu wenig. ich bin da für mehr wirkkraft, ich würde mir wünschen, dass es mehr als das wird. die gedanken, aus denen so ein buch bestehen würde, machen es aus, dass es ein "sammelband" wird.
aber natürlich, es ist ein zusammenschluss wichtiger gedanken, wirkende gedanken, denn wenn ein menschen überlegt zu sterben, dann gibt es da viele sichten und gefühle usw., die sehr wertvoll sind.
wervoll für das große ganze und wertvoll letztendes für die auseinandersetzung von gesellschaft, so wie sie jetzt ist. bewusstmachung ist ein erster schritt auf dem weg zur entwicklung.

ich würde mich sehr freuen, wenn du deine gedanken, die du hier angerissen hast, weiter ausführst. ich bin zwar kein verlag, aber mich interessieren sie persönlich sehr. und nichts destotrotz, könnte ich mir vorstellen so ein buch ins leben zu rufen und real werden zu lassen. weil es einen unterschied macht! weil wir einen unterschied machen können, wenn wir es nur angehen...

ja stimmt, wenn man selbst stirbt, stirbt die welt für einen. doch damit wären auch die gedanken, die hier einen großen missstand, aufdecken können, gestorben.
ich weiß, es ist sehr schwer, menschen zu finden, die noch schreiben, wenn sie keine hoffnung mehr haben, wenn alles eh wurst ist, die ganz berechtigt sagen: nee, ach mach doch allein. aber ich hoffe trotzdem, menschen zu finden, mit denen ich darüber gedanken austauschen kann, die vielleicht noch einen kleinen funken leben in sich haben und schreiben. schreiben, was in ihnen ist. mir ist es wichtig und es ist einzigartig, weil meist die menschen, die hier im forum unterwegs sind, tiefer blicken können, sonst wären sie nicht in ihr jetzigen lage.

aber das ist doch wunderbar, wenn man stunden herumbringen muss, etwas zu schreiben wovon ich wirklich ahnung habe: von mir und meiner sicht auf die welt und die dinge.

darf ich fragen, weshalb du zum herumliegen gezwungen bist, wenn sooo viele ideen in dir schlummern?


"warum andere Leute das offenbar wollen statt mir zum gewünschten Sterben zu verhelfen - aber ein Leben nur für Andere wäre auch nicht meine Wunschvorstellung. Sondern es müsste etwas sein, was MIR etwas Gutes bringt."
ich denke, dass die leute das nicht wollen, nur aus einer großen angst heraus es ablehnen müssen. und ein leben nur für andere ist kein leben, das ist ne art zwangsarbeit, in der man selbst aushungert. ideal wäre wohl, wenn man im montakt mit anderen gegenseitig sich etwas schafft, dass sich gut anfühlt. das ist eltztendlich der grund, weshalb ich noch lebe und daran glaube, dass ein kontakt inneren reichtum für zwei menschen bzw. mehreren menschen bedeuten kann.
und auch das drückt letztenendes diese buch zwischen den zeilen aus.
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