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Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 15:38
von lunar-x7
... so fühle ich mich seit langer Zeit. Heute ist es besonders heftig. Das Gefühl ist kaum auszuhalten.

Ich hatte dieses Lebensgefühl schon einmal beschrieben:
lunar-x7 hat geschrieben:So ist es weiterhin ein Leben als Zombie. Weder tot noch lebendig. Ich hoffe jede Nacht vor dem Einschlafen, dass ich nicht mehr aufwache ...
Tauscht euch mit mir darüber aus. Fühle mich grad so verloren ... :(

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 15:47
von Springer
Mir geht es ähnlich...

In der großen Welt ohne Heimat, verloren....ohne Ziel. Auf der Straße die ganzen fremden Menschen sehen, die ein normales Leben zu leben scheinen... :|

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 15:57
von Agnetha
So ging es mir vorgestern, lunar. Ich kann dich gut verstehen. Das Gefühl kann man niemandem beschreiben.

Gibt es bei dir aktuelle Auslöser?

Ich kann es bei mir als Angst erkennen, die ich nicht aushalten kann. Angst vor Lärm meiner Nachbarn z. B. Ist vielleicht die Angst ausgeliefert zu sein und weniger die nicht zu ertragende Geräuschkulisse. Bin ich abgelenkt und habe Hoffnung, bald eine andere Wohnung zu finden, kann ich den Lärm gut aushalten. Dann fühle ich mich nicht gefangen und anderen ausgeliefert. Also ist meine Lärmangst vermutlich nur ein Symptom für meine Angst vor Menschen (?).

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 16:03
von Springer
Ja, das ist bei mir wohl auch so....weniger das Geräusch, sondern ausgeliefert zu sein. Hier war die letzten zwei Tage ein dumpfer Bass von einer Veranstaltung....dieses Feiern, damit komme ich schwer klar. Irgendwie empfinde ich das als Provokation..

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 16:19
von lunar-x7
Es geht mehr in diese Richtung:
Springer hat geschrieben:In der großen Welt ohne Heimat, verloren....ohne Ziel. Auf der Straße die ganzen fremden Menschen sehen, die ein normales Leben zu leben scheinen... :|
Nö, kein aktueller Auslöser. Das "Leere-Hülle"-Gefühl habe ich immer, mal stärker mal schwächer. Man vermutet, dass es daran liegen könnte, dass ich als Kind keine sichere Bindung aufbauen konnte.

Wenn der Lärm von außen, den ihr beide beschreibt, noch dazu kommt, gibt mir das noch den Rest.

Danke, dass ihr schreibt ...

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 17:07
von lunar-x7
Hm ... hab grad abgespült um mich abzulenken und dabei nachgedacht. Ich glaube es gibt doch Auslöser, die das Gefühl verstärkt haben.

Feiertage.

plus

in der ambulanten sozialen Einrichtung, die mich unterstützt, gab es einen Suizidfall. Möglicherweise schwingt das bei mir noch nach. Ich kannte die Person nur vom sehen, aber es schmerzt mich auch. Dazu kommen noch die Gedanken, dass sie jetzt ihre Ruhe hat, dass sie es geschafft hat. Und weil es mich an meinen letzten Versuch vor einem halben Jahr erinnert und ich traurig darüber bin, dass es schief ging ... und und und ...

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 17:25
von Agnetha
Springer hat geschrieben:Ja, das ist bei mir wohl auch so....weniger das Geräusch, sondern ausgeliefert zu sein. Hier war die letzten zwei Tage ein dumpfer Bass von einer Veranstaltung....dieses Feiern, damit komme ich schwer klar. Irgendwie empfinde ich das als Provokation..
Ja ... Als Provokation, weil andere sich einen (akustischen) freiraum nehmen und in meinen freiraum eintreten, ohne dass ich gefragt werde, mich wehren oder flüchten kann. Wobei es andere oft gar nicht so meinen, weil sie gar kein Gefühl dafür haben, dass sie stören und auch andere Bedürfnisse haben.

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 17:27
von Agnetha
Lunar, wirst Du denn jetzt engmaschiger unterstützt? Hilft es dir nicht?

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 17:51
von lunar-x7
Ich habe heute mit meiner Sozialpädagogin darüber gesprochen. Bewusst ist es mir gerade erst geworden, dass das Ganze mich wieder sehr aufgerüttelt hat. Ich kann mich dort hin wenden und habe noch den Krisendienst. Manchmal hilft es mir, manchmal auch nicht. Aber es sind diese intensiven Gefühle mit den ich klar kommen muss.

Im Moment seid ihr hier im Forum hilfreicher für mich. Dass ich euch das hier schreiben kann, entlastet mich schon ein gutes Stück weit. Der Austausch mit euch, eure Meinungen ... danke.

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:09
von Agnetha
Das mit den gefühlen kenne ich :(

Ich war vorgestern am ende, habe es kaum ausgehalten, wieder nach suizidmethoden gegoogelt und bin dann auf einer Internetseite gelandet, die am ende des Beitrages suizidale Menschen ermutigte, sich Hilfe zu holen. Also das, was man immer liest, aber da stand dann auch was von einem Tunnelblick. Ich habe dann erkannt, dass ich den an dem Tag hatte ... Weil meine gefühle keine andere Sichtweise zuließen. Ich frage mich, warum mein Gehirn dann nicht mehr in der Lage ist, mir eine andere Lösung zu präsentieren? Wenn alles mit neuronalen Vernetzungen zusammen hängt, warum schaffe ich es nicht, mir einen anderen Ausweg zu erdenken? Im Sinne von: "DU MUSST NICHT ALLES GLAUBEN, WAS DU DENKST!!"

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:19
von Springer
Feiertage sind bei mir auch immer das Problem...da merke ich diese Leere so richtig. Der Griff zu Alkohol ist da nicht weit. Kurz wird dann alles gelöster und heller, aber um diese Stimmung zu halten, trinke ich weiter...was die Sache natürlich nur noch schlimmer macht. Ich schaff es einfach nicht das zu lassen. Das Gehirn scheint das als "Notausweg" so gespeichert zu haben....so sehr dass ich rein mit der Vernunft dagegen oft nicht ankomme. :(

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:26
von lunar-x7
Agnetha, und wie geht es dir heute?

Das mit dem Tunnelblick klingt irgendwie schlüssig. Vorgestern hattest du einen, heute (und gestern) ich. Und das letzte Wochenende samt Feiertag hat das wohl auch einige andere im Forum erwischt.

Ist eine sonderbare Sache, dass unsere Gehirne in den Panik-Tunnel-Modus umschalten und uns damit sitzen lassen. Und es passiert immer und immer wieder und es ist in diesem Moment kein Bewusstsein dafür da. Ach herrje ist das komplex ...

Wann war dir denn klar, dass du einen Tunnelblick hattest? Hast du noch den Link zu der Seite wo du das gelesen hast?

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:32
von Agnetha
Ja springer, verstehe ich gut. Ich greife dann allerdings zu Medikamenten. Ich warte immer bis zum abend und dann beame ich mich mit einer Schlaftablette in den schlaf. Meist klappt das. Morgens sieht die Welt dann auch wieder anders aus.

Was mich gedanklich beschäftigt ist, dass wenn alles an Kompetenzen in unserem leben in unserem Gehirn abgespeichert ist und wir jahre- und jahrzehntelang gut darauf zurück greifen konnten, warum stehen wir dann plötzlich gedanklich vor einer Wand und schaffen es nicht mehr, uns selbst zu helfen? Warum nehmen plötzlich unsere Kompetenzen ab? Ich bin körperlich gesund. Ein Resultat aus einer körperlichen Erkrankung ist meine psychische Verfassung nicht. Allerdings sehe ich bei mir die Gefahr, dass ich durch meinen psychischen stress und meine Medikamente krank werde. Warum kann ich mir nicht mehr vernünftig helfen?

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:36
von Agnetha
Ich weiß es nicht mehr, lunar. Ich habe nach natriumpentotalbarbiturat gegoogelt und bin dabei auf mehreren Seiten gelandet.

Aber wenn du"suizidgedanken und Tunnelblick" eingibst, findet Google bestimmt auch einiges.

Re: Nur noch eine leere Hülle ...

Verfasst: Dienstag 2. Mai 2017, 18:45
von Springer
Agnetha hat geschrieben:Ja springer, verstehe ich gut. Ich greife dann allerdings zu Medikamenten. Ich warte immer bis zum abend und dann beame ich mich mit einer Schlaftablette in den schlaf. Meist klappt das. Morgens sieht die Welt dann auch wieder anders aus.
Schlaftabletten hatte ich auch mal, Zolpidem. Dummerweise haben die mich mit zunehmender Einnahmedauer tagsüber sehr depressiv und nervös werden lassen....das liegt wohl irgendwie an diesem GABA-Effekt, der dann zurückschlägt. Hast du dieses Problem nicht? Vielleicht sollte ich mal andere probieren..