Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Meinungs- und Erfahrungsaustausch zum Thema Suizid; Berichte über gescheiterte Suizidversuche; suizidales Verhalten; Leben mit Suizidgedanken; Hilfestellungen

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Dissolved_Alice
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Dissolved_Alice »

Gute Frage :!:
MelC
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von MelC »

Nein, im Gegenteil.
Jordana
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Jordana »

Kommt drauf an aus wessen Sicht du es betrachtest. Dein Umfeld wird sagen purer Egoismus wie kann er/sie deren Mitmenschen soetwas antun. Andere können sich nicht in diese Lage versetzen. Der Gehend wollende trägt täglich sein Leid mit sich und quält sich. Ich denke dass diese Last enormer ist als die Trauer anderer. Mag jeder anders betrachten.
Danacee
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Danacee »

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Scotti
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Scotti »

Hallo zusammen, ich bin ein "alter" Neuer und komm jetzt mal wieder öfter rein :D

Suizid kann natürlich egoistisch sein, aber das soll er ja auch oder nicht?
Wenn man an dem Punkt angekommen ist, an dem man für sich selber sagt "DAS wars jetzt!" Dann kann und darf kein anderer Mensch sagen, dass du nicht an ihn denkst, denn an genau diesem Punkt geht es nicht mehr darum ob man an ihn denkt oder eben nicht. Da zählt nur noch das Ego.

Schließlich wollen wir ja nicht die anderen erlösen, sondern uns selber von unseren Sorgen/Schmerzen/Leid.
Scotti
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Scotti »

Hallo zusammen, ich bin ein "alter" Neuer und komm jetzt mal wieder öfter rein :D

Suizid kann natürlich egoistisch sein, aber das soll er ja auch oder nicht?
Wenn man an dem Punkt angekommen ist, an dem man für sich selber sagt "DAS wars jetzt!" Dann kann und darf kein anderer Mensch sagen, dass du nicht an ihn denkst, denn an genau diesem Punkt geht es nicht mehr darum ob man an ihn denkt oder eben nicht. Da zählt nur noch das Ego.

Schließlich wollen wir ja nicht die anderen erlösen, sondern uns selber von unseren Sorgen/Schmerzen/Leid.
Miu
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Miu »

Ich finde Suizid nicht egoistisch. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht das Leben bevorzugen würde, könnte man seine Schmerzen lösen.
Es ist eine endlose Verzweiflungstat. Das Leben drängt einen dahin.

Das sollte man bedenken, bevor man urteilt.

Problematisch sehe ich das Tabu an. DAS verursacht sehr viel Leid. Auf beiden Seiten.
Lexx
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Lexx »

Suizid im Sinne einer rein aus seiner selbst heraus getroffenen Entscheidung, zB mit dem Motiv der Beendigung seines Leidens oder auch einer dauerhaft empfundenen Lebensüberdrüssigkeit, würde ich eigentlich vielmehr als wünschenswert betrachten-
an dieser Stelle würde ich die Hinterbliebenen sehr gern fragen ob es ihnen alternativ ernsthaft lieber gewesen wäre, der Betroffene hätte trotz seiner ihm unerträglich gewordenen Existenz ausschließlich deswegen weitergelebt, um ihnen die Trauerphase zu ersparen oder seinen Suizid vielleicht sogar ganz konkret damit begründet, dass sie selbst (Teil der) Ursache dieser Unerträglichkeit gewesen seien.

Das einzige, was mir momentan überhaupt als altruistische, dem Allgemeinwohl dienende Suizidform einfällt, ist Selbstopferung- wobei auch in diesem Fall immerhin noch das persönliche Anliegen des sich Opfernden vorgeschaltet wäre, sich für den Nutzen anderer freiwillig das Leben zu nehmen; fraglich nur, inwieweit diejenigen Günstlinge die Selbstlosigkeit eines solchen Akts am Ende tatsächlich zu schätzen wüssten.

Ein Suizid ohne jegliches erkennbare ichbezogene Element müsste meiner Ansicht nach hingegen sehr viel mehr Anlass zur Sorge und Hinterfragung geben, als ein unzweifelhaft eigenmächtiger Entschluss mit entsprechend starker Motivation des Suizidenten. Durch das Fehlen irgendeines persönlichen, und wenn man denn so möchte, egoistischen Interesses an einem Suizid ließe sich dessen Durchführung kaum als Willensumsetzung des Verstorbenen interpretieren; zusätzlich stände die augenscheinliche völlige Sinnlosigkeit auch in keinerlei Verhältnis zur Drastik und Endgültigkeit dieser Handlung.

Was die Hinterbliebenen betrifft kann ich mir zumindest vorstellen, dass ein eindeutiger Suizid inklusive Motiv zwar schwer, aber im Vergleich immer noch besser zu verarbeiten ist, als ein zum Suizid deklarierter Todesfall ohne letzte Gewissheit. Während ich es auf der einen Seite traurig und schade finde, das Andenken an einen Verstorbenen posthum mit Vorwürfen zu garnieren und damit die eigenen Bedürfnisse klar über die seinigen zu stellen, wäre mir dieses Unverständnis auf der anderen Seite dennoch willkommener als die Vorstellung, dass sich Angehörige stattdessen mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen quälen würden.

Von einem Menschen kategorisch das Weiterleben zu verlangen, obwohl man über seinen starken und nachhaltigen Sterbewunsch unmissverständlich in Kenntnis gesetzt worden ist, würde ich mit Abstand als das egoistischste Verhalten innerhalb dieses Diskussionsfadens betrachten. Wer nicht mehr kann und will, der sollte auch nicht dazu genötigt werden- mE hätte eine derartige Forderung nichts mit Menschlichkeit und erst recht nichts mit Liebe zu tun.
Dissolved_Alice
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Registriert: Donnerstag 16. Juli 2015, 05:50
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Dissolved_Alice »

Dissolved_Alice hat geschrieben: Donnerstag 25. Juni 2020, 23:35 Gute Frage :!:
Heute fünf Jahre später würd ich das nicht mehr schreiben.
Jabra
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Jabra »

Ist nicht egoistisch, sondern Lastenteilung. Ich hätte noch 15 - 35 Jahre Zeit, zu leiden. Wenn es bei mir soweit ist, wird für einige wenige eine Welt zusammenbrechen, das weiß ich und ich wünschte Ihnen, die "Ich bin nie da gewesen, keiner kann mich vermissen" - Tablette unterjubeln zu können, um ihnen dieses Leid zu ersparen. Ich habe daher auch viele Jahre "drangehangen". Trotzdem: Man wird sich daran gewöhnen, dass ich nicht da bin, für 4 - 5 Menschen kann es vielleicht Monate oder auch ein Jahr dauern, bis sich ihr Leben wieder so normalisiert hat, dass Sie über die eine oder andere Begegung (ich habe diese unzulässiges Wort Vergesstmicheinfach - Tabletten nicht) in der Erinnerung lachen können. Für die meisten geht das Leben nach ein paar Wochen recht normal weiter, neue Nachrichten werden mich recht schnell "überschreiben". Ich komme vielleicht auf 3-4 Jahre, die Menschen vielleicht als einschneidend erleben werden. Und dann rechne ich gegen, dass mir vielleicht noch 20, 30 Jahre verbleiben würden, wenn ich keine selbstbestimmte Entscheidung treffe.
good_old_joe
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von good_old_joe »

Jabra hat geschrieben: Mittwoch 26. August 2026, 00:20 1. Ist nicht egoistisch, sondern Lastenteilung. Ich hätte noch 15 - 35 Jahre Zeit, zu leiden.
2. Wenn es bei mir soweit ist, wird für einige wenige eine Welt zusammenbrechen, das weiß ich und ich wünschte Ihnen, die "Ich bin nie da gewesen, keiner kann mich vermissen" - Tablette unterjubeln zu können, um ihnen dieses Leid zu ersparen.
3. Und dann rechne ich gegen, dass mir vielleicht noch 20, 30 Jahre verbleiben würden, wenn ich keine selbstbestimmte Entscheidung treffe.
Hallo Jabra,

ich versuche, so gut wie möglich zu einigen Deiner Punkten Stellung zu nehmen:

1. Lastenteilung- ja, da stelle ich mir vor, daß Du eine Last gerecht auf mehrere Schultern verteilst. Hier ist es allerdings- verzeih mir bitte das harte Wort- Dein Privatvergnügen, daß Du aus eigenem Antrieb durchziehst. Versteh' mich bitte nicht falsch; es ist ja Dein Recht, so zu handeln, denn es ist ja Dein Leben, aber Lastenteilung ist sicher etwas anderes. Aber wie dem auch sei; ich bin der Meinung einerseits muß ein Leben auch lebenswert sein, damit es Spaß macht. Aber es ist natürlich auch etwas anderes, wenn man Haustiere hat oder eine Familie, die nicht auf einen verzichten kann. Ich glaube, wenn der Leidensdruck zu groß wird, dann macht man es einfach und kümmert sich nicht mehr um die Bedenken.

Andererseits ist das ja für die Meisten im Forum sehr schwierig, ihr Leben zu beenden, denn sie können aus verschiedenen Gründen die Voraussetzungen nicht erfüllen, die es für eine Sterbebegleitung gibt. Z.B. haben sie nicht das Geld für eine Begleitung oder sie sind "psychisch krank", was auch ein Ausschlußkriterium ist. Da müßten sie dann auf fragwürdige Alternativen ausweichen, wie z.B. Sprung vom Hochhaus oder Schienensuizid- beides überhaupt nicht empfehlenswert oder sie würden es mit 2 Teelöffeln 100% reinem Koffein aus dem Internet bestellt probieren- fraglich, ob das funktioniert. Und dann ist da noch die Frage nach dem nächsten Leben: Die Herrscher der Geistigen Welt finden es überhaupt nicht witzig, wenn jemand sein Leben vorzeitig beendet und brummen einem i.a. dafür eine saftige Strafe auf.

Man muß dann sein Leben noch einmal unter verschärften Bedingungen durchleben- ohne die Möglichkeit eines Suizides- und glaub mir: Das wird kein Zuckerschlecken! Also überleg es Dir gut: Denn diese Entscheidung läßt sich für sehr lange Zeit nicht rückgängig machen!

Du solltest selber ein Interesse daran haben, Deine Probleme auf schnellstem Wege zu lösen und daher auf eine Extrarunde besser verzichten!

2. Ich sehe, Du haderst mit Deinem Schicksal. Die schwere Entscheidung kann ich Dir allerdings nicht abnehmen; lediglich Punkte aufzählen, die dafür und dagegen sprechen.

Dafür sprechen:

2.1. Es ist Dein Leben! Du entscheidest selbst, was mit Dir geschieht. Du bist der Einzige, der sich in Dich wirklich hineinfühlen kann. Wenn Du sagst, so sei es, dann ist das Deine Entscheidung! Darüber brauchst Du keinem Rechenschaft abzulegen. Ziehe in Frieden und werde glücklich...

2.2. Manchmal hat man einfach keine andere Wahl als es zu tun. Dann hilft auch kein Beten und kein Flehen, dann ist es einfach so weit.
Schwierige Situation.

Dagegen sprechen:

2.3. Das Reinkarnationsproblem. Willst Du wirklich Deine Probleme erst im nächsten Leben unter erschwerten Bedingungen- vielleicht sogar als Behinderter/Behinderte noch einmal durchleiden müssen? Das willst Du doch nicht! Lieber die Probleme zügig und zielgenau in diesem Leben lösen als sie aufs nächste Leben zu verschieben.

2.4. Das gesundheitliche Risiko. Z.B. beim Schienensuizid oder Sprung vom Hochhaus: Du riskiert es, mit schwersten Verletzungen weiterleben zu müssen; teilweise abgetrennte Gliedmaßen; halbes Gesicht o.ä.; ganz zu schweigen von den extrem starken Schmerzen, die da auf Dich zukommen würden! Auch die Koffeinmethode kann fehlschlagen; ein großer Herzschaden wäre evt. die Folge und dann kannst Du nur noch wie ein/e Tattergreis/in durch die Gegend laufen!

3. Ja- genieß die doch, falls es möglich ist. Falls nicht, kannst Du Dich ja nach Alternativen umschauen, aber Weiterzuleben ist nun einmal der Königsweg.

Ich wünsch' Dir dabei viel Glück, :wink:

Good old Joe
Steppenwolf@Chat
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Steppenwolf@Chat »

Das "Reinkarnationsproblem" sehe ich aber als äusserst hypothetisch an!
Ich habe mit solchen Vorstellungen ein besonderes Problem:
Ich verbinde diese mit einer besonderen Form der Arglist, einer, die denen die solchen Vorstellungen fröhnen vielleicht nicht bewusst ist!
Ich sehe es als den Versuch einer Gesellschaft an, die die Erpressbarkeit des Individuums maximieren möchte!

"Wir pressen dich aus wie 'ne Zitrone - und versagen dir das Recht dich dem zu entziehen!"

:wink:

Ich möchte es mal ganz krass ausdrücken:
Laut unseren Wissenschaftlern kreucht unsere Lebensform seit etwa 30.000 Jahren auf dieser hübschen Kugel umher!
Von einem Sozialverhalten, das bei unseren Mitmenschen garnicht erst den Wunsch aufkommen lässt aus dem Leben zu scheiden, davon entfernen wir uns immer mehr, mit rasanter Geschwindigkeitszunahme!

Und, egal ob Sui oder nicht Sui - letztlich wirds für den Erhalt unserer Lebensform Wurscht sein, weil wir forciert der sogenannten "Evolutionsfalle" zusteuern!

https://de.linkedin.com/pulse/die-mensc ... chka-fn6ue

Der Sui wird in einigen Kreisen als obszön, unheilig angesehen.
Gleichzeitig haben diese Kreise aber kein Problem damit dem Nepp und der Gier zu fröhnen, diese als heres Ziel und legitimes Interesse darzustellen!
Und wenn dieses Unterfangen zu schwierig wird, dann hauen wir uns die "Blauen Bohnen um die Ohren!"
Die Menschheit hat es hingekriegt, sich selbst zum größten (naja ... zweitgrößten) Feind zu machen!

Vor diesem Hintergrund erlangen negative Wertvorstellungen zum Suizid eine fragwürdige Bedeutung!
Jabra
Beiträge: 7
Registriert: Sonntag 17. September 2023, 10:17

Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von Jabra »

Ja, das mit der Lastenteilung. Mir ist es nicht unwichtig, wie es den anderen geht, wenn ich gehe. Lastenteilung ist für mich der Begriff, der es mir überhaupt möglich macht, den Gedanken weiterzudenken, nämlich 30 Jahre Qual gegen die Trauer und Not, die verschiedenen Menschen (einige leider mehr, andere werden nach ein paar Wochen meinen Namen nicht mehr wissen) haben werden. Am meisten tut es mir für meine Frau leid, ich weiß nicht, wer sie auffängt. Andere haben andere, die sie versorgen können. Alle erwachsen und ansonsten versorgt.

Ich bereite mich ja auf einen Zeitpunkt vor und will bis dahin auch durchführungswillig und fähig sein. Ich möchte professionell abgeräumt werden und kein Massaker hinterlassen. Ich will, so wie es geht, Kohle da lassen, damit sie die nächsten Schritte gehen können. Sie sollen frei wählen, wie sie von mir abschied nehmen wollen. ich will es an einer stelle tun, wo sie nicht immer hingehen und an mich erinnert werden. Aber ich würde gehen wollen. Entweder am Tag X, auf den ich hinarbeite, oder wenn es vorher eine würdevolle massakerfreie Möglichkeit gibt, bin ich auch mal weg.

Wegen Wiedergeburt. Als Christ habe ich am meisten Angst vor der Hölle, weil ich mich selber aufgeknöpft habe. Das muss ich noch bis Tag X überwinden. Auch die Angst und die letzten Reste, die glauben, dass es eine gute Idee ist, weiterzumachen. Deswegen beschäftige ich mich jetzt und langfristig damit. Bei kurzfristigen Ideen hat es seit 60 Jahren nicht geklappt :-(.
good_old_joe
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Re: Kann Suizid egoistisch sein ? Ja oder nein und wieso ?

Beitrag von good_old_joe »

Steppenwolf@Chat hat geschrieben: Dienstag 1. September 2026, 22:25 1. Ich verbinde diese (Reinkarnationsvorstellungen) mit einer besonderen Form der Arglist, einer, die denen die solchen Vorstellungen fröhnen vielleicht nicht bewusst ist!
2. Von einem Sozialverhalten, das bei unseren Mitmenschen garnicht erst den Wunsch aufkommen lässt aus dem Leben zu scheiden, davon entfernen wir uns immer mehr, mit rasanter Geschwindigkeitszunahme!
3. Die Menschheit hat es hingekriegt, sich selbst zum größten (naja ... zweitgrößten) Feind zu machen!
Vor diesem Hintergrund erlangen negative Wertvorstellungen zum Suizid eine fragwürdige Bedeutung!
Hallo Steppenwolf@Chat,

im Prinzip hast Du Recht. Aber es lohnt sich trotzdem, die einzelnen Punkte etwas aufzudröseln:

1. Ja- Du hast doch die Wahl, an Reinkarnation zu glauben oder eben nicht. Wenn das nix für Dich ist, dann bleib' halt bei Deiner Meinung.
Ich glaube, jede Aktion hat nunmal eine Reaktion zur Folge- nenne es Karma oder wie auch immer. Und das es ein weiteres Leben gibt, da sind sich sehr viele einig, denn sonst könnte man die Welt nicht in all ihren Facetten kennenlernen. Sicher- man kann es auch als Druck interpretieren, der auf jedem lastet, der vom Gesetz von Aktion und Reaktion weiß, aber das Leben ist nunmal kein Zuckerschlecken!

Wir müssen verantwortlich und vorbildlich durchs Leben gehen, auch wenn andere das Gegenteil tun! Das ist eben die Schwierigkeit- ein Paulus unter lauter Saulussen zu sein...

2. Ach ja, die Menschheit. Ich habe sie auch schon oft kritisiert, aber natürlich müssen wir (leider) mit unseren Artgenossen auskommen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Es ist klar, daß einem manchmal der Kragen platzt, aber wer die Sau rausläßt, sollte auch wissen, wie er sie wieder reinbekommt, sonst könnte das höchst unangenehme Folgen haben...

3. Wenn es so einfach wäre- einfach einen Knopf drücken und schon bist Du weg- dann gäbe es die Menschheit auch schon gar nicht mehr. Aber so einfach ist es nunmal nicht.

Oft verletzen sich Leute schwer und versuchen wirklich alles, um ihr Leben auszulöschen- mit ganz verheerenden Konsequenzen. Es bringt aber auch nichts, den Suizid zu verfluchen, denn der Suizid gehört nunmal zur Vielfalt des Lebens und man kann ihn wahrscheinlich nie ganz verhindern. Wir werden dieses Problem auch hier nicht lösen können, dazu wird jeder seinen eigenen Weg finden müssen.

Hat aber trotzdem Spaß gemacht, mit Dir zu diskutieren!

Viele Grüße,

Good old Joe
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