Sinn des Lebens

Themenbezogene Diskussionen, die sich nicht nur auf eine Person beziehen; Ursachen und Auslöser für Depressionen und Daseins-Ängste; Bewältigungsstrategien bei Lebensmüdigkeit; psychische Krankheitsformen; Suchtkrankheiten; Alkohol-, Drogen- und Medikamenten-Abhängigkeit; Beziehungsprobleme

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

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Jordana
Beiträge: 9
Registriert: Freitag 2. Oktober 2020, 20:44

Sinn des Lebens

Beitrag von Jordana »

In welcher Sache seht ihr den Sinn des Lebens? Immer wieder das Gleiche- nichts ändert sich. Wer hat die Möglichkeit den Job- Partner und Wohnort zu wechseln.. wird es dadurch besser? Denke nicht.. Wie geht ihr damit um- was sind eure Verwirklichungen?
LetzteAusfahrt
Beiträge: 124
Registriert: Montag 4. Mai 2020, 01:08

Re: Sinn des Lebens

Beitrag von LetzteAusfahrt »

Hi Jordana

meine Antwort kopiere ich aus einem anderen Forum ungekürzt hier hinein. Auch wenn das eigentliche Thema die Angst vor dem Tod ist, beantwortet es auch Deine Frage.


Aus der Sicht eines Atheisten

Ich werde immer wieder gefragt, wieso ich so ein lockeres Verhältniss zum Tod habe, wieso ich absichtlich SN ohne Medikamente nehmen werde, um möglichst lange bei Bewusst sein zu bleiben und mein Sterben bei klarem Verstand erleben möchte. Wieso ich keine Angst davor habe und mich sehr darauf freue.

Ich sehe mein Sterben als etwas Schönes sn, dass ich leider nur einmal erleben kann. Der Gedanke daran macht mich glücklich, deshalb möchte ich den Prozess geniessen können. Das Wissen, das mein Körper vergiftet ist und bald nicht mehr funktionieren wird, was allgemein mit tot beschrieben wird.

Ich kann mich nicht daran Erinnern, das ich jemals Angst vor dem Tod hatte. Mit 15 Jahren war mir auch schon klar, dass ich mich selbst umbringen und nicht an Altersschwäche sterben werde.

Solange ich denken kann ist mir bewusst, was Leben und Tod sind. Dass Leben nichts mit Gott oder Seele oder einer höheren Macht zu tun hat. Dass nach dem Leben nichts mehr kommt, auch kein Tod.

Das Leben endet mit der Zerstörung meines Gehirnes, weil mein Leben darin stattfindet. Als perfektes Zusammenspiel von biologischen, elektrischen und chemischen Abläufen.

Ich wusste wie jeder schon immer, dass ich irgendwann sterben werde. Also habe ich mich viel damit beschäftigt und es nicht verdrängt. Der Gedanke an den Tod hat mich mein Leben lang begleitet, ist mir ein Freund geworden.

Genauso habe ich mich mit dem Leben beschäftigt. Was es eigentlich ist, was der Sinn des Lebens ist.

Das Leben hat keinen Sinn, ausser zur Erhaltung der Gattung Mensch, was mich absolut nicht interessiert. Der Mensch ist nur eine von vielen biologischen Lebensarten, die sich per Zufall entwickelt haben.

Also hat das Leben für mich keinen Sinn, keinen Wert. Der Aufwand, um so etwas sinnloses zu machen, ist den Ertrag nicht wert, weil es keinen Ertrag gibt.

Ich kann nichts von dem Erreichten mit nehmen, nicht einmal dass Wissen, dass ich tot bin. Es ist wie bei allen höheren Lebewesen so, das die Eltern nach der Zeugung und Aufzucht von genügend Nachkommen ihre Aufgabe als Individuum erfüllt haben.

Das der Mensch so intelligent wurde, das er sich für diese einfache Aufgabe als zu wertvoll erachtete und nach wichtigeten Gründen für seiene Existenz suchte, war nicht geplant.

Es verwundert deshalb nicht, dass jeder "normale" Mensch zwar ganz genau zu wissen glaubt, dass das Leben das wertvollste ist, das er besitzt. Aber keiner kann dafür eine sinnvolle Erklärung liefern, was am Leben so wertvoll ist.

Wenn ich sterbe, verliere ich nichts, weil das Leben wertlos ist.

Wenn ich Sterbe, gewinne ich nichts, weil nichts mehr kommt, nichts mehr ist.

Ich tausche somit nichts gegen nichts, muss mich aber nicht mehr mit dem sinnlosen Leben abmühen.

Ich habe deshalb auch kein Problem damit, wenn sich sehr junge Menschen schon umbringen. Ich muss zugeben, es tut mir unendlich 5, wenn sich ein Jugentlicher selbst tötet. Das ist aber nur ein kurzes Aufbäumen der Instinkte in mir, die nur schwer zu kontrollieren sind.

Sobald ich diesen Instinkt erkannt und durch rationales Denken unter Kontrolle habe, erkenne ich das Glück, dass ihnen zuteil wurde. Dass sie nicht noch Jahre oder Jahrzentelang in ihrem sinnlosen Leben gefangen und gequält werden, um dann doch zu sterben.
Miu
Beiträge: 149
Registriert: Montag 4. Mai 2020, 02:50

Re: Sinn des Lebens

Beitrag von Miu »

Für mich gibt es keinen grösseren Sinn des Lebens. Wir haben nur den Moment. Es gibt schöne Momente und schwierige. So ist das Leben. Viel Sinn hat es nicht.
Es gibt vielleicht Dinge, die man tun kann, die Sinn machen. Für mich zum Beispiel mitfühlen. Jemandem etwas Gutes tun. Einem Tier, einem Menschen.
Für mich macht es Sinn, das Schöne zu sehen und zu teilen.
Tiere zu streicheln und beobachten, mit ihnen Zeit verbringen. Die Natur geniessen in ihrer Vielfalt und rohen Schönheit. Mehr ist da nicht, denke ich.
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