Nichtigkeit plus Leid gleich Unerträglichkeit

Themenbezogene Diskussionen, die sich nicht nur auf eine Person beziehen; Ursachen und Auslöser für Depressionen und Daseins-Ängste; Bewältigungsstrategien bei Lebensmüdigkeit; psychische Krankheitsformen; Suchtkrankheiten; Alkohol-, Drogen- und Medikamenten-Abhängigkeit; Beziehungsprobleme

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

existenceispain
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Re: Nichtigkeit plus Leid gleich Unerträglichkeit

Beitrag von existenceispain »

Peterchen hat geschrieben:Der Ausnahmecharakter des Freitods beruht nicht darauf, dass fast alle Menschen vom Leben begeistert sind, sondern auf den großen Widerständen, die überwunden werden müssen, um es zu beenden.

Angenommen, wir hätten nicht diesen Überlebenstrieb, der ja nur ein biologischer Automatismus ist und keine bewusste Wertschätzung des Lebens. Nehmen wir außerdem an, man bräuchte für einen Suizid keine Hilfsmittel, sondern könnte sich einfach hinlegen und durch einen bloßen Willensakt für immer einschlafen... dann wäre der Suizid ein Massenphänomen in ganz anderer Größenordnung.
Sehr schön gesagt, danke dafür!
Peterchen hat geschrieben:Diese Gedankenlosigkeit führt aber vielleicht auch dazu, dass sie es sich nicht eingestehen würden, wenn ihr Leben doch nicht so toll wäre.

Es gibt außerdem psychische Mechanismen wie das Pollyanna Principle, die dazu beitragen, dass Menschen sich für glücklicher halten als sie eigentlich sind. Die Evolution hat sich manches einfallen lassen, um die Leute bei der Stange zu halten.
Peterchen hat geschrieben:Warum sollten Ärzte darüber bestimmen, ob jemand sterben darf? Es ist doch keine medizinische Frage, ob ein Leben lebenswert ist. Außerdem würde damit etwas, das ein einklagbares Recht sein sollte, wieder von der Willkür einer exklusiven Personengruppe abhängen.

Besser wäre es, man könnte einen Antrag stellen und nach einer Wartefrist das NaP aus der Apotheke beziehen.
Auch hier meine volle Zustimmung!
Lovecraft hat geschrieben:und es bringt deutlich mehr Gewinn, wenn die meisten einfach "leben wollen"... der Tod - insbesondere der Tod der gesamten Menschheit - so sie sich denn irgendwann aus freien Stücken für die Beendigung ihrer Existenz entscheiden sollte, was wünschenswert wäre - wäre ein ziemliches Minusgeschäft...
Ja!
Starless Aeon hat geschrieben:Es liegt vielleicht daran dass ich eine sehr glückliche Kindheit hatte. Ich weis dass echtes Wohlbefinden möglich ist. Seit ich erwachsen bin sehe ich zwar nur schwarz. Aber ich kenne auch das Gegenteil und es fühlt sich, wenn man es erlebt, genau so echt und unwiderlegbar an wie jetzt der Weltschmerz.
Das kann ich gut nachvollziehen und ich finde, dieser Kontrast, zwischen der sorglosen Kindheit und der folgenden stressigen Realität, mit dem man ständig konfrontiert ist, verschlimmert die Gesamtsituation noch zusätzlich. Denn ich kann keinen Wert darin sehen, in eine Richtung zu leben während man sich nur in die andere sehnt. Das Positive kann das Negative in dieser Reihenfolge nicht ausgleichen, weil man von dem Positiven nur noch mehr Negatives bekommt, sobald die negative Zeit beginnt. Es müsste umgekehrt sein. Wenn das Leben sich stetig verbessern würde, wir immer gesünder und kräftiger und glücklicher würden, würde sich das Leben viel zielgerichteter anfühlen. Vielleicht soll das auch eigentlich so sein, aber wir zögern es durch die moderne Medizin unnötig lange hinaus. Vielleicht wäre es besser, wenn niemand älter als 35 würde und jeder, der ein Kind haben möchte, einen Antrag stellen und unterschreiben muss, dass er das Leben des Kindes auf humane Weise wieder nimmt, wenn das Kind es so wünscht. Nur so hätte man wirklich die Verantwortung für ein Leben, das man erschafft und das Kind dürfte entscheiden, ob es bleiben möchte oder nicht. Das Leben wäre kein Zwang, sondern ein Geschenk, das man auch zurück geben darf. Und so soll es doch eigentlich sein, oder nicht?
Starless Aeon hat geschrieben:"Vielleicht lebt Keiner, der nicht schon seinem Leben ein Ende gemacht hätte, wenn dies Ende etwas rein Passives wäre, ein plötzliches Aufhören des Daseyns. - Allein es ist etwas Aktives dabei: die Zerstörung des Leibes. Diese scheucht zurück (...)"
Die Version ist für mich auch auf jeden Fall verständlicher, aber ich bin noch nicht ganz im Bilde: Meint er damit, dass wir eher der passive Teil von uns sind und es darum quasi nicht in unserer Hand liegt, unser Dasein über den aktiven Teil zu beenden, was aber die Bedingung ist? Sodass wir bestenfalls hoffen können, dass es hilft wenn wir ganz viel daran denken den aktiven Teil zu überzeugen, bis er nicht mehr davor zurück scheucht? Bzw. unsere Artgenossen zu überzeugen, die nicht davor zurück scheuchen, dass es fair wäre unseren Leib zu zerstören?
Lovecraft
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Re: Nichtigkeit plus Leid gleich Unerträglichkeit

Beitrag von Lovecraft »

existenceispain hat geschrieben:Das kann ich gut nachvollziehen und ich finde, dieser Kontrast, zwischen der sorglosen Kindheit und der folgenden stressigen Realität, mit dem man ständig konfrontiert ist, verschlimmert die Gesamtsituation noch zusätzlich. Denn ich kann keinen Wert darin sehen, in eine Richtung zu leben während man sich nur in die andere sehnt. Das Positive kann das Negative in dieser Reihenfolge nicht ausgleichen, weil man von dem Positiven nur noch mehr Negatives bekommt, sobald die negative Zeit beginnt. Es müsste umgekehrt sein. Wenn das Leben sich stetig verbessern würde, wir immer gesünder und kräftiger und glücklicher würden, würde sich das Leben viel zielgerichteter anfühlen. Vielleicht soll das auch eigentlich so sein, aber wir zögern es durch die moderne Medizin unnötig lange hinaus. Vielleicht wäre es besser, wenn niemand älter als 35 würde und jeder, der ein Kind haben möchte, einen Antrag stellen und unterschreiben muss, dass er das Leben des Kindes auf humane Weise wieder nimmt, wenn das Kind es so wünscht. Nur so hätte man wirklich die Verantwortung für ein Leben, das man erschafft und das Kind dürfte entscheiden, ob es bleiben möchte oder nicht. Das Leben wäre kein Zwang, sondern ein Geschenk, das man auch zurück geben darf. Und so soll es doch eigentlich sein, oder nicht?
Diesen Vorschlag halte ich für eine angemessene, vernünftige und humane Lösung: daß niemand dazu gezwungen wird, es bis zum "natürlichen" -oder einem der sehr vielen unschönen "unnatürlichen" Enden - fortzuführen...das Leben ist meist eine absteigende Spirale, und um dieses Faktum auszublenden, muß der "Normale" eine immer höhere geistige Anstrengung auffahren... die Kindheit ist häufig noch am besten - war bei mir allerdings
teilweise auch schon unzulässiges Wort - also die Zeit vor dem Einsetzen der ersten, bzw. zweiten Stufe von "SAART" (=Ausbildung)...die folgenden Stufen werden dann, nach dem "Hans im Glück"- Prinzip - immer schlechter: Arbeit, Rente -Tod...und oftmals kommen zwischen "Rente" und "ToD" noch Siechtum, Demenz und Bettlägerigkeit hinzu - was das ganze dann erst so richtig uncool werden läßt, womit wir schlimmstenfalls dann "SAARSDBT" hätten: absolut nicht mein Fall, wie ich hinzufügen möchte, obwohl das eigentlich unnötig ist...
Starless Aeon
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Re: Nichtigkeit plus Leid gleich Unerträglichkeit

Beitrag von Starless Aeon »

Lovecraft hat geschrieben:ich denke ebenso, daß sich Regierungen schon immer einen Dreck darum geschert haben, ob und wieviele etwas wollen oder nicht...solange sie selbst, die "Eliten", gut dabei wegkommen, d.h. davon profitieren - ist es o.k. für sie - und es bringt deutlich mehr Gewinn, wenn die meisten einfach "leben wollen"... der Tod - insbesondere der Tod der gesamten Menschheit - so sie sich denn irgendwann aus freien Stücken für die Beendigung ihrer Existenz entscheiden sollte, was wünschenswert wäre - wäre ein ziemliches Minusgeschäft...
Ich habe die antinatalistische Argumentation mittlerweile weitestgehend aufgegeben. Wir leben in einer pronatalistischen Gesellschaft und daran wird sich nichts ändern. Außerdem ist mir klar geworden, dass die meisten Menschen tatsächlich gerne leben und das widerlegt den philosophischen Pessimismus. Denn alles was zählt ist das subjektive Erleben. Es gibt nur subjektives Erleben und da die erschlagende Mehrheit das Leben subjektiv gut findet, wird der Antinatalismus sich niemals durchsetzen.

Was sich aber irgendwann durchsetzen muss ist die Einsicht der pronatalistischen Gesellschaft, dass es auch Individuen gibt die außerhalb der Lebenslogik existieren. Evolutionäre Kollateralschäden, die sich niemals in dieses groteske Theaterstück eingliedern können. Und für diese Individuen sollte es dann die unkomplizierte und kostenlose Möglichkeit geben, das eigene subjektive absolut negative Dasein auf eigenen Wunsch zu beenden. Ihr könnt eure sinnlose und vergebliche Lebensparty meinetwegen weiter feiern, aber zwingt nicht diejenigen mitzufeiern, die keine Hoffnung mehr haben sich jemals einzufügen und die einfach nur raus wollen aus dem Spiel. Eine postmoderne Gesellschaft sollte jedem lebensunwilligen bzw lebensunfähigen Individuum die Tür zu einem kurzen, schmerzlosen und sicheren Ausgang offen halten.
zuLange
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Re: Nichtigkeit plus Leid gleich Unerträglichkeit

Beitrag von zuLange »

Du vestehst Menschen nicht . Leute die hier landen haben of eines zuviel Empathy welche einigen massive fehlt.
Seid ich auf der Welt bin versuchen mich Menschen zu quälen, psychisch physisch.
Sie werden es nicht begreifen weil sie es nicht wollen, quälen ist ok für die........... solange der Mensch noch weiter lebt.
Lebst du oder stirbst du schon--- die Linie sollte dort gezogen werden.
Zudem gei-lt es viele auf uns leiden zu sehen das ist wie ein Orgasmus für die, und oft genug landen Menschen wie wir auch bei solchen Menschen.
Der sicher Ausgang wäre Gnade.
Dies würde aber die Gei-lheit derer reduzieren, die sich an Leid erfreuen.... deshalb ziemlich utopisch, dies zu denken es würde sich irgendwas mal verändern.


Prozuentale: Glücklicher Mensch.
90% gesund ( keine wehwechen Beinbrüche und Verletzungen die in 6 monaten voll verheilen) (ab und an mal eine kleine Krankheit) körper und geisteszustand, beinhaltet keine depressionen aber syndrome)
75% neutrale oder positive menschlicher Austausch (seelisch, körperlich)-25% stresspotetial von anderen Menschen (beinhaltet depression)
50% sozialer stand (job beruf stellung in der gesellschaft) (seelisch)
60% spass an dingen ( hobbies entertainment freizeit) (seelisch, körperlich)
60% wiedererkenneungswert ( wird man wahrgenommen richtig von sich und anderen) seelisch)


gesund
teilt sich ein schmerz- einschränkung- zeitliche dauer- und art

--- krank psychisches syndrom kann das ganze auf 20% reduzieren (selten draussen keine sozialen kontakte)
ist unabhängig von stresspotetial.
aber nehmen wir mal an du hast ein stesspoteial von 50 ............ also die hälfte der menschen sind irgendwie komisch zu dir
sind beide faktoren über längere zeit in negativem zustand ist das ein super grund um zu gehen,zwei zu tiefe hauptfaktoren reichen aus um den menschen in den abgrund zu schicken - geist körper

weil derjenige weder die kraft noch die hilfe hat

es geht also darum diese Zahlen irgendwie in ein Gleichgewicht zu bringen.

von einer gesammtsummer von 500 erreicht ein heutiger mensch can 335% dies kann anerscht gemisch sein........ jedes Ding hat seinen eigenen wert........ für manche ist das einte oder andere wichtiger...... die meisten Menschen versuchen auf etwas mehr zu kommen.
Normal bedeutet nicht was du und ich hast.

meine zahlen sehen wie folgt aus
10 % ( mögliche chance auf bessere gesundheit 30%)unter dauerschmerzen und einschrenkungen bis arbeitsubfähigkeit
20 % positiv ...Stersspotetial -90% menschen quetschen sich vor mobben mich machen dinge kompliziert wo sie es bei anderen normal tun... oder sind grundlos fies
70% spass an dingen selbst wenn der körper mir jetzt einen strich durch die rechnung macht
65% wiedererkennungswert (ich war mir immer selbst bewusst wobei es dort früher mehr war,, langsam geht auch mein ich und kann nicht mehr .........früher war dies um 80-90)
35% sozialstatus der schrumpft noch wegen faktor 1 und 2

ich bin also auf einem gesammwert von 200% unter 50% auf dem was sein könnte..................und mir fehlen verdammte 135% um nur annähernd ein normales Leben zu haben.
das existenz minimum wäre wohl so auf 5 x 50% was 250% wäre
fällst irgendein Faktor unter 30% ist dies lebensbedrohlich...... für allgemeine gesundheit ( leider nicht tötlich)

Man könnte meinen das man das persönlich empfinden beinhalten sollte ist es jedoch............aber verteil.

Wie man zb schmerz fühlt hängt in zusammenhang mit bakterien... du gibst 2 menschen die selbe spritze, wer viel schmerz gespühr hat ist eher resisten weil seine empfindungen wie gelähmt sind.
der einte wird es vielleicht als harmlos empfinden beim anderen brennt es

----- nicht weil einer empfindlich ist bei ihm brennt es wirklich mehr.
----- stressfaktor jemand ist leicht gestresst. frage wieviel stress musste er vorher schon ertragen? wieviel menschen waren positiv kontakt bereit wieviel liebe erhält er und wieviel hass.
----- freude --- wieviel chancn hatte jemand auf freude--- hat er zeit gefunden zu entspannen und einem hobby nach zu gehen

Im überigen ist der geist prozentual auch im einklang mit dem körper.
jedoch kannst du 50 % körperlich unfit sein und deinem geist gehts immer noch super.
bei 20 % von einem wird das selbst im stärksten menschen schäden verursachen auf der seit die ursprünglich nicht betroffen ist.

jemand der 20 jahre unter depressionen leidet wird körperlich auch dafür bezahlen.
alle dinge haben einen ursprung wir müssen nur erkennen von wo er kommt.

war heute beim schlimmsten arzt auf diesem planeten.
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