Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Themenbezogene Diskussionen, die sich nicht nur auf eine Person beziehen; Ursachen und Auslöser für Depressionen und Daseins-Ängste; Bewältigungsstrategien bei Lebensmüdigkeit; psychische Krankheitsformen; Suchtkrankheiten; Alkohol-, Drogen- und Medikamenten-Abhängigkeit; Beziehungsprobleme

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

Programmer
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Programmer »

Verloren hat geschrieben:
Rasiel hat geschrieben: Aber das Thema ist für mich erledigt, das traurige ist, dass ihr den Kern des Themas gar nicht verstehen wollt.
Ich glaube, dass das sogar ziemlich einfach zu verstehen ist. Wenn drei Leute eine anstregende Arbeit verrichten sollen und eine Person schaut nur zu (vielleicht noch mit einer Ausrede), dann kann sich jede(r) vorstellen, dass die anderen sauer sind. Ist es nicht so ähnlich bei dir?
Ich bin unter anderem auch durch die Arbeit krank geworden. Hat man was davon? Nein, man ist doppelt bestraft. Keine Arbeit/Geld und schwere gesundheitliche Probleme. Das soll kein Plädoyer fürs Faulenzen sein, sondern eher für nicht krank machende Arbeitsverhältnisse.
Es ist sowieso ein Wahnsinn. Viel arbeiten um viel zu konsumieren und dabei noch die Umwelt zerstören. Das trifft natürlich nicht auf alle zu. Häufig ist es ja auch so, dass in vielen besonders harten Berufe nicht so gut bezahlt wird.
Jedes Tier der Rasse Homo sapiens zerstört die Umwelt. Und „Arbeit“ wie es sie heute gibt, zerstört nicht nur die Umwelt (zsb. Gebäude bauen zerstört die Umwelt auch) sondern hat eigentlich keinen Nutzen für den Planeten. Der Mensch ist halt leider das dümmste Tier, was sich für was besseres hält und gleichzeitig nicht begreift das man nicht seinen eigenen Lebensraum sowie das Ökosystem zerstören darf. Naja glücklicherweise wird sich das irgendwann rächen.
glycerine
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von glycerine »

Rasiel, du sprichst die Sozialschmarotzerdebatte an.
Okay, wenn du das so siehst, mir kanns gleich sein.

Ich finde es aber leider trotzdem immer wieder schlimm,
da wird von Schuld gesprochen und

was würdest du denn empfehlen für
selbst verschuldete Kranke?
Ich kanns mir schon denken
Dissolved_Alice
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Dissolved_Alice »

Für mich persönlich ist eines der schlimmsten Dinge im Leben, hilflos zuzuschauen, wenn Menschen , die ich liebe, unter mir leiden
Starless Aeon
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Starless Aeon »

Für mich ist das schlimmste im Leben vielleicht, dass diesem Universum niemals die Ideen ausgehen, wie es mich weiter leiden lassen kann. Ich habe immer das Gefühl, dass gerade eigentlich alles in Ordnung sein könnte wenn nur nicht Problem A, B, C, D und E bestehen würden. Dann geht es los: Löse ich zum Beispiel Problem C, rückt sofort Problem A in den Vordergrund und ich kann an nichts anderes mehr denken. Problem C ist zwar gelöst, aber was habe ich davon, wenn mir die Lösung gar nichts bringt, weil jetzt Problem A penetrant im Vordergrund steht. Nach einigen Tagen vergesse ich vielleicht Problem A, die Probleme B, D und E halten sich auch im Hintergrund - dann taucht plötzlich völlig unerwartet ein neues Problem F auf, das sofort gelöst werden muss. Und wenn zwischendurch doch mal Ruhe ist, dann kommt einem diese Ruhe irgendwie verdächtig vor und man ahnt böses.

Bei mir ist es auch so, dass ich immer ganz schnell vergesse, wie ich mich eigentlich zum Beispiel am Vortag gefühlt habe. Es ist sozusagen alles ein Matsch, ich rutsche durch verschiedene Zustände, die sich immer gleich wieder in Luft auflösen und ich habe da gar keinen Überblick mehr.
Erloesung
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Erloesung »

Starless Aeon hat geschrieben:Für mich ist das schlimmste im Leben vielleicht, dass diesem Universum niemals die Ideen ausgehen, wie es mich weiter leiden lassen kann. Ich habe immer das Gefühl, dass gerade eigentlich alles in Ordnung sein könnte wenn nur nicht Problem A, B, C, D und E bestehen würden. Dann geht es los: Löse ich zum Beispiel Problem C, rückt sofort Problem A in den Vordergrund und ich kann an nichts anderes mehr denken. Problem C ist zwar gelöst, aber was habe ich davon, wenn mir die Lösung gar nichts bringt, weil jetzt Problem A penetrant im Vordergrund steht. Nach einigen Tagen vergesse ich vielleicht Problem A, die Probleme B, D und E halten sich auch im Hintergrund - dann taucht plötzlich völlig unerwartet ein neues Problem F auf, das sofort gelöst werden muss. Und wenn zwischendurch doch mal Ruhe ist, dann kommt einem diese Ruhe irgendwie verdächtig vor und man ahnt böses.

Bei mir ist es auch so, dass ich immer ganz schnell vergesse, wie ich mich eigentlich zum Beispiel am Vortag gefühlt habe. Es ist sozusagen alles ein Matsch, ich rutsche durch verschiedene Zustände, die sich immer gleich wieder in Luft auflösen und ich habe da gar keinen Überblick mehr.
Schonmal versucht, nicht alle Probleme zu "lösen", sondern diese als "dein Leben" zu akzeptieren?
Starless Aeon
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Starless Aeon »

Erloesung hat geschrieben: Schonmal versucht, nicht alle Probleme zu "lösen", sondern diese als "dein Leben" zu akzeptieren?
Man sollte das eigentlich tun, ja. Denn es wird ja immer Probleme geben. Leben bedeutet, dass man immer wieder vor Probleme gestellt wird und wenn man längere Zeit keine Probleme hat, wird einem ja fast schon langweilig. Das ist ein besonders giftiger Biss dieses Daseins - dass wir da sind um Probleme zu lösen, immer im Anschein, dass irgend wann mal alles okay sein wird. Aber dieses Okay kommt nie. Es ist eine Illusion. Denn wenn es eben mal keine Probleme gibt, dann wird diese Abwesenheit von Problemen zum Problem - in Form von Langeweile.
Mainländer
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Mainländer »

Ein Leben aus Angst vor dem Tod zu leben, obwohl es keinen positiven Grund mehr gibt und geben kann, also das Leid determiniert ist, einerseits durch die Lebensumstände (Krankheit physisch wie psychisch, wobei beide unheilbar und stark Leiderfüllend sein müssen) andererseits durch den fehlenden Mut oder zu wenig Leit um die Grenze des Erhaltungstriebes zu überschreiten.

Zu viel zu leiden um nicht mehr Leben zu können, zu wenig um es zu beenden. Das ist das schlimmste.

Auch finde ich es übel, wenn man grundsätzlich das Leben mit jeder Phase des Lebens bejaht, wie ich, und man alle für ein schönes Leben tut und dann kommt das Schicksaal mit einer unheilbaren Krankheit, inb jungen Jahren, während andere ihr ganzes Leben verschwenden und andere es sogar aktiv schädigen.
Peterchen
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Peterchen »

Mainländer hat geschrieben:Ein Leben aus Angst vor dem Tod zu leben, obwohl es keinen positiven Grund mehr gibt und geben kann, also das Leid determiniert ist, einerseits durch die Lebensumstände (Krankheit physisch wie psychisch, wobei beide unheilbar und stark Leiderfüllend sein müssen) andererseits durch den fehlenden Mut oder zu wenig Leit um die Grenze des Erhaltungstriebes zu überschreiten.

Zu viel zu leiden um nicht mehr Leben zu können, zu wenig um es zu beenden. Das ist das schlimmste.
Schlimmer finde ich, wenn das Leid vollkommen ausreicht und nur die Rücksichtnahme auf Angehörige einen zurückhält. Und man weiß, dass man die Sache früher oder später sowieso durchziehen muss und das ganze Leid, das man durch den Aufschub ertragen muss, damit vollkommen sinnlos ist. Denn das Leid der Angehörigen wird ja nicht geringer, wenn man sich später umbringt.
Verloren
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Verloren »

Peterchen hat geschrieben: Schlimmer finde ich, wenn das Leid vollkommen ausreicht und nur die Rücksichtnahme auf Angehörige einen zurückhält. ... Denn das Leid der Angehörigen wird ja nicht geringer, wenn man sich später umbringt.
Ist das nicht ein Widerspruch?
Hurlinger
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Hurlinger »

Mainländer hat geschrieben: Denn das Leid der Angehörigen wird ja nicht geringer, wenn man sich später umbringt.
Das sehe ich etwas anders.
Irgendwann sind die Angehörigen es auch Leid sich ständig das depressive und leidende Gejammer (ich spreche da von mir) anhören zu müssen und wenn es dann wirklich geschehen ist, mitunter sagen:
Jetzt hat das Leid ein Ende und er(sie) ist erlöst und wir haben nun unseren Frieden.
Erloesung
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Re: Was ist für euch das Schlimmste im Leben?

Beitrag von Erloesung »

Hurlinger hat geschrieben:
Mainländer hat geschrieben: Denn das Leid der Angehörigen wird ja nicht geringer, wenn man sich später umbringt.
Das sehe ich etwas anders.
Irgendwann sind die Angehörigen es auch Leid sich ständig das depressive und leidende Gejammer (ich spreche da von mir) anhören zu müssen und wenn es dann wirklich geschehen ist, mitunter sagen:
Jetzt hat das Leid ein Ende und er(sie) ist erlöst und wir haben nun unseren Frieden.
Ja, da hast du teilweise schon Recht.

Jedoch ist es auch oft so, dass Angehörige durch den potentiellen Verlust (Suizid) eine Menschen oft einen Nachteil haben. (sei es finanziell oder wegen "family support", der dann wegfallen würde, etc.) So dass, Angehörige aus Egoismus-Gründen oft auch nicht wollen, dass der Angehörige Suizid begeht.

Anders sieht es natürlich aus, wenn der, der Suizid begehen möchte, fast ausschließlich Nachteile für die Familien-Angehörige bringt. Dann sind vermutlich oft einige sicher "froh", dass er/sie nun es "geschafft" hat.
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