Wie geht's dir heute?

Themenbezogene Diskussionen, die sich nicht nur auf eine Person beziehen; Ursachen und Auslöser für Depressionen und Daseins-Ängste; Bewältigungsstrategien bei Lebensmüdigkeit; psychische Krankheitsformen; Suchtkrankheiten; Alkohol-, Drogen- und Medikamenten-Abhängigkeit; Beziehungsprobleme

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

Limited Edition
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Limited Edition »

Schalom,

fühle mit allen, bei denen NICHTS hilft gegen die Depressionen...ich bin neidisch auf die Menschen, die etwas gefunden haben was ihnen hilft und ich bin neidisch auf die, die dem Elend ein Ende gesetzt haben...mein Bruder hat sich erhängt und ich fand das nicht feige sondern sehr sehr mutig...
wie ich schon öfter geschrieben habe ...lebe ich für meinen Lebensgefährten weiter... ich möchte so gerne wieder für mich selbst weiter leben...
mir fehlt die Idee wie ich da wieder hinkommen kann...

Gute Momente wünscht euch
Limited Edition
Hurlinger
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Hurlinger »

Limited Edition hat geschrieben: Samstag 11. September 2021, 13:32 Schalom,
...ich bin neidisch auf die Menschen, die etwas gefunden haben was ihnen hilft und ich bin neidisch auf die, die dem Elend ein Ende gesetzt haben...mein Bruder hat sich erhängt und ich fand das nicht feige sondern sehr sehr mutig...
Ich glaube, dass die Miu u.a und ich ganau das meinten.
Feige in dem Sinne, dass man es nicht schafft sich zu verabschieden und mutig der, der es geschafft hat.
Gruß
Hurlinger
Limited Edition
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Limited Edition »

Schalom,

so hatte ich euch auch verstanden und wollte mich da eurer Meinung anschließen.

Gute Momente wünscht euch
Limited Edition
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Ich bin auch neidisch auf diejenigen, die etwas gegen ihr Leiden finden. Ich bin sowieso ein sehr neidischer Mensch, muss ich mir eingestehen. Neidisch auf all jene, die so unüberlegt leben zB.
Wobei mein Neid nichts mit Missgunst zu tun hat. I h bin glaub eher traurig, weil ich auch ein Stück Normalität möchte.

Geborgenheit, das wäre etwas Schönes. Ein Zustand, den ich kaum kenne.
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Es geht mir nicht gut. Hyperarousal halt. Unaushaltbar. Keine Aussicht auf Besserung.
Wie konnten sie nur? Viele Leute sind besser zu ihrem Haustier als meine Eltern zu mir waren. Das ist kein Witz. Ist ja bloss ein doofes Kind,haben sich die gesagt. Auf dessen Bedürfnisse oder Gefühle muss man doch nicht eingehen,das wäre ja anstrengend.
Und ich habe jetzt den Salat.
Hurlinger
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Hurlinger »

Hallo Miu.
Das ist nicht schön zu lesen, wie es dir immer noch geht.
Tja, und die Elternkiste springt auch immer wieder auf. Da kann man nichts gegen machen. In den Therapien wurde mir immer irgendwie geraten mich mit meinen Eltern zu versöhnen, denn nur so käme man irgendwann davon los, in ihnen den Schuldigen an dem eigenen Leid zu finden. Leichter gesagt, als getan.
Ich hatte damals auch keinen Weg gefunden das zu bewerkstelligen, da meine Eltern schon gestorben waren.
Außerdem habe ich erst sehr spät gemerkt, dass da irgendwas schief gelaufen sein muss.
Aber ich habe auch die Erkenntnis gewonnen, dass es nach Jahren, und da gehe ich bei Dir auch von aus, es einen nicht viel weiter bringt zu versuchen sein eigenes Leid auf die Eltern abzuwälzen.
Klar, die haben dafür gesorgt, dass man ist, und mit ihren Erziehungsmethoden auch, dass man ist wie man ist.
Zum Teil sehr übel. Aber jede Generation Eltern macht Fehler, sich die einzugestehen und überhaupt ein Bewußtsein für die gemachten Fehler zu schaffen und eventuell um Verzeihung zu bitten ist m.E. die Kunst das ganze abzumildern.
Aber mit den Folgen musst du Leben. Das ist leider so.
Wenn ich das richtig gelesen und verstanden habe bräuchtest du eigentlich etwas dämpfende Medikamente? Oder?. Diese Agitiertheit macht einen ja Irre.
Gruß und Gute Momente
Hurlinger
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Hallo Hurlinger

Du hast schon recht, jede Generation Eltern macht Fehler. Bei mir waren es halt grad ein bisschen sehr viele, sehr frühe. Daher diese konstante Übererregtheit des Nervensystems.
Verzeihung.... ich kann bis zu einem gewissen Mass meinen Eltern verzeihen. Was es schwierig macht ist, dass meine Mutter mein Leiden und Leidensweg heute noch als meine Schwäche ansieht und NULL Verständnis hat, dass SIE es ursprünglich in der Hand gehabt hätte, zu mir zu schauen und ebendieses Leiden zu verhindern.

Wenn die Eltern schon tot sind...... hm. Also ich empfinde es als Erleichterung, dass mein Vater gestorben ist.
Aber das ist wohl bei jedem anders.

Bzgl. Medikamente hilft Tavor am Besten gegen das Hyperarousal. Aber eben, ist kein Alltagsmedikament.
Hurlinger
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Hurlinger »

Miu hat geschrieben: Dienstag 21. September 2021, 15:24 Hallo Hurlinger
........... Was es schwierig macht ist, dass meine Mutter mein Leiden und Leidensweg heute noch als meine Schwäche ansieht und NULL Verständnis hat, dass SIE es ursprünglich in der Hand gehabt hätte, zu mir zu schauen und ebendieses Leiden zu verhindern.

Wenn die Eltern schon tot sind...... hm. Also ich empfinde es als Erleichterung, dass mein Vater gestorben ist.
Aber das ist wohl bei jedem anders.........
Da meine Eltern schon tot waren, hatte ich keine Möglichkeit mehr ungeklärtes zu klären.
Aber es ist wahrscheinlich schon so, dass selbst, wenn sie noch gelebt hätten, es mir ähnlich ergangen wäre wie dir jetzt mit deiner Mutter.
Ich hatte etwas Hoffnung auf Verständnis, bin mir aber heute auch sicher, dass das nichts gebracht hätte.
Also schlppen wir die Elternkiste noch etwas mit uns rum.
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Ich hatte bei beiden Klärungsversuche unternommen. Bei beiden schmetterte ich ab.
Ja.... da kann man dann nicht viel machen, wie du schon sagst.
MelC
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von MelC »

Heute geht es mir mies ..
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Es geht mir mies, seit 2 Tagen. Ich will nur weg. Ich hasse Menschen. Und kann doch nicht ohne die. Aber ich hasse diese Spezies zutiefst.
Wie bin ich bloss da unten gelandet? Wo alle denken mich behandeln zu können, wie es ihnen passt?
Hurlinger
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Hurlinger »

DesLebensMüde hat geschrieben: Montag 27. Dezember 2021, 16:48
Ich bin mittlerweile praktisch auf jeden Mitmenschen neidisch, der ein halbwegs glückliches Leben führt: Job, Einkommen, Frau, Kinder, schönes Häuschen im Grünen, zwei Autos, Urlaub, Freunde & Bekannte die mal anrufen oder vorbeikommen, etc.

Hätte ich auch alles gerne. Hätte ich auch haben können. Wenn ich nicht wirklich ALLES im Leben falsch gemacht und meine Existenz dadurch in Perfektion vor die Wand gefahren hätte.

Wenn ich mein bisheriges Leben vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse, bekomme ich Nackenschmerzen vom vielen Kopfschütteln.
Alles das was fett und kursiv geschrieben ist habe ich nicht/oder nicht mehr. Den Rest habe ich/noch.
Das ist trotzdem kein Garant dafür sich nicht über die Beendigung seines Lebens hier auszutauschen und versuchen sich schlau zu lesen.
Leider.
Da kommen so viele Faktoren zusammen.
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

Noch im Bett und da bleib ich auch.
glycerine
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von glycerine »

Die Gesundheit ist wirklich das wichtigste. Und da hapert es leider bei mir.

Wie soll ich ein normales Leben aufbauen wenn ich unter Menschen ständig paranoid bin.

Ich traue niemanden leider.

So schafft man keinen Job und ohne Job ist man in unserer Welt eh schon untendurch.

Eine Partnerschaft ist so auch nicht möglich, weil man ohne Job gar keine bekommt.

Mittlerweile schlucke ich mehr Tabletten wegen meinem kaputten Körper, obwohl ich für die Psyche schon nicht wenig nehme.

Es ist zum Schreien, und die Stimmen die ich oft höre sind wie ein Alptraum.

Immer dieses Misstrauen, es macht mich fertig.
Miu
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Re: Wie geht's dir heute?

Beitrag von Miu »

glycerine hat geschrieben: Samstag 8. Januar 2022, 23:06 Die Gesundheit ist wirklich das wichtigste. Und da hapert es leider bei mir.

Wie soll ich ein normales Leben aufbauen wenn ich unter Menschen ständig paranoid bin.

Ich traue niemanden leider.

So schafft man keinen Job und ohne Job ist man in unserer Welt eh schon untendurch.

Eine Partnerschaft ist so auch nicht möglich, weil man ohne Job gar keine bekommt.

Mittlerweile schlucke ich mehr Tabletten wegen meinem kaputten Körper, obwohl ich für die Psyche schon nicht wenig nehme.

Es ist zum Schreien, und die Stimmen die ich oft höre sind wie ein Alptraum.

Immer dieses Misstrauen, es macht mich fertig.
Ich kenne das Misstrauen, die Paranoia. Schwierig. Ich entscheide mich gerade dafür, halt wieder die volle Dröhnung an Medikamenten gefen die Angst zu nehmen. Hatte die jetzt 3 Jahre reduziert und es war die Hölle. Wirklich drei sehr schwierige Jahre.
Vielleicht könntest du auch meyikamentös etwas dadegen tun, auch wenn du schreibst, schon einiges zu nehmen?
Lg
Miu
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