Grundeinkommen

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Balduin
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Balduin »

In der Schweiz gab es ja schon Vorstösse in Richtung Grundeinkommen.

Deutschland, sehr viel größer, müsste Monat für Monat enorme Geldmittel aufbringen, um dieses Grundeinkommen zu finanzieren. Möglicherweise liesse es sich tatsächlich gegenfinanzieren, würde man sehr konsequent alle anderen Vergünstigungen, Zuschüsse, Transferzahlungen, Abschreibungen usw. streichen und den Verwaltungsapparat entsprechend energisch verschlanken. Auch die Rente gäbe es nicht mehr, auch kein Krankengeld usw.

Jeder, der arbeiten will, könnte es tun und sein Grundeinkommen um ein Sahnehäubchen aufstocken.

Sofern es dann noch ausreichend Arbeit gibt. Denn sollte die Digitalisierung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten tatsächlich immens viele Arbeitsplätze vernichten, geht das nur bedingt.

Dann lautet vielleicht die Wahl: Bedingungsloses Grundeinkommen oder totaler Absturz des Sozialstaates.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Balduin hat geschrieben:Sofern es dann noch ausreichend Arbeit gibt. Denn sollte die Digitalisierung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten tatsächlich immens viele Arbeitsplätze vernichten, geht das nur bedingt. Dann lautet vielleicht die Wahl: Bedingungsloses Grundeinkommen oder totaler Absturz des Sozialstaates.
Ich denke auch, daß Digitalisierung und Robotik immer mehr Arbeitsplätze wegrationalisieren werden. Christian Lindner geht zwar zum Beispiel davon aus, daß allen Befürchtungen zum Trotz mehr Arbeitsplätze entstehen werden - so wie es damals trotz aller Unkenrufe bei der Einführung des Computers auch war - aber der große Unterschied ist, daß sich die Maschinen dank künstlicher Intelligenz in Zukunft selbst bedienen und möglicherweise sogar selbst weiterentwickeln werden können. Das war bei den Computern noch nicht so. Wenn erst einmal humanoide Roboter auf den Markt kommen - und das werden sie in nicht allzu ferner Zukunft, dann sieht die Sache anders aus, als sie sich Lindner akuell vorstellt. Das Problem ist auch gar nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Kumulation des Geldes bzw. die Kumulation der Kaufkraft bei einzelnen Menschen. Siehe anderer Post. Hier müßte eine Maschinen-, Stückzahlen- und Transaktionssteuer für eine gerechtere Verteilung des Geldes bzw. der Kaufkraft sorgen. Denn im Endeffekt ist es heute schon ungerecht, daß die meisten Millionäre und Milliardäre vor allem Nutznießer passiven Einkommens sind, sich also der Gegenwert ihres Einkommens in der Hauptsache nicht oder auch gar nicht aus Arbeit definiert. Auf lange Sicht müßte auch die Geldwirtschaft als Ganzes neu überdacht werden... Denn damit fing ja die immense Ungleichverteilung überhaupt erst an. Und die erste Stufe wäre die Abschaffung der Zinswirtschaft... Die zweite die miet- und pachtfreie Zuweisung von Grund & Boden (= Real Estate = "echtes Besitztum" » im Gegensatz zu virtuellem Besitztum = Geld). Klingt etwas utopisch - aber bei näherer Betrachtung stellt sich durchaus die Frage, wem eigentlich diese Erde gehört und wie es gerechtfertigt sein kann, für ein Plätzchen zum Leben anderen Geld bezahlen zu müssen.

Goldschmied Fabian:
https://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0
Josephspfennig:
https://www.youtube.com/watch?v=3APOpxkt_Ig
Andreas Popp:
(etwas reißerischer Titel, aber guter Vortrag)
https://www.youtube.com/watch?v=StGapTJIp-U
Quarks & Co. - Geld regiert:
https://www.youtube.com/watch?v=lZ1fgt4Bv0k
Katzenfan
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Katzenfan »

Es hat zwar nur am Rande mit dem Thema zu tun, aber -wow- eine der besten politischen Diskussionsrunden, die ich seit langem gesehen hab:

https://www.youtube.com/watch?v=wnyfSAIQ0B0
Erloesung
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Erloesung »

Ich frage mich halt bei diesem Thema immer:

Es wird ja immer so dargestellt, dass ja jeder Mensch "individuell" ist. So ist es ja auch. Nur das Problem ist: z.B. der Hartz 4 Regelsatz ist ja einheitlich. Momentan ja ca. 400 EUR.

Und ich gebe allen Hartz-4-Befürwortern Recht, dass diese Summe für eine "normale" Person ausreicht.


Aber: Wenn jemand ein etwas -von der Norm- abweichendes Leben hat, dann reicht diese Summe nicht aus. Und mit "von der Norm" abweichend, meine ich nicht irgendwelche Luxusartikel o.ä. Ein Nachbar von mir hat z.B. so eine Krankheit, wo er ein Medikament braucht, die die gesetzliche Krankenversicherung NICHT übernimmt. D.h. er muss dieses Medikament vollständig selber bezahlen. (das sind über 100 EUR, die das Medikament jeden Monat kostet)

Und es gibt viele viele andere Sachen, die man selber finanzieren muss. Deshalb ist das Hartz-System -meiner Meinung nach- ein schlechtes System. (in anderen europäischen Ländern wird es wohl ähnliche Sozial-Systeme geben)
Riesenschnauzer
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Riesenschnauzer »

Ich finde an Hartz IV auch den Satz nicht unbedingt zu niedrig, sondern dieses sehr engmaschige Überwachsungssystem, das man schon als ein bisschen entwürdigend empfinden kann.
Erloesung
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Erloesung »

Riesenschnauzer hat geschrieben:Ich finde an Hartz IV auch den Satz nicht unbedingt zu niedrig, sondern dieses sehr engmaschige Überwachsungssystem, das man schon als ein bisschen entwürdigend empfinden kann.
Die Sache ist halt auch, dass ebenfalls Rentner (die Aufstockung bekommen), auch davon betroffen sind. Denn der Hartz 4 Satz ist gleichzeitig auch der Grundsicherungs-Regelsatz. Auch Erwerbsminderungs-Rentner sind davon betroffen (wenn die Rente nicht reicht). Überall der gleiche Regelsatz.

Aber die BÜRGER wollen es ja so.. sie haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Parteien. (es gibt übrigens auch viele viele kleinere Parteien, wie die von Abendstern genannte Partei)
Wobei ich da vor ein paar Tagen gelesen habe, dass diese kleineren Parteien, also Piratenpartei, etc., bald, wegen -einer Änderung der EU-, nicht mehr "antreten" können..
bluebanana_51
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von bluebanana_51 »

Finde das eine nette Idee, wird aber in der Wirklichkeit nicht funktionieren. Falls man 1000 Euro für nichts tun bekommt, dann wird es keine Straßenreiniger, Kloputzpersonal, Mcdonalds-Arbeitern usw mehr geben.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

bluebanana_51 hat geschrieben:Finde das eine nette Idee, wird aber in der Wirklichkeit nicht funktionieren. Falls man 1000 Euro für nichts tun bekommt, dann wird es keine Straßenreiniger, Kloputzpersonal, Mcdonalds-Arbeitern usw mehr geben.
Erstens sind genau das die Jobs, die ohnehin zunehmend durch Robotik wegrationalisiert werden und zweitens wird es natürlich schon noch Menschen geben, die solche Jobs machen, wenn sie denn anständig dafür bezahlt werden. Als Argument gegen ein Grundeinkommen anzuführen, daß es dann keine Menschen mehr gäbe, die aus existentieller Not heraus unterbezahlte Dre*cksjobs annehmen müssen, für die sich andere zu schade sind, finde ich schon sehr fragwürdig. Geradezu asozial ist diese unsere heutige Denke und rührt aus einem altertümlichen Klassen- und Kastendenken her, das noch in "Herrenmenschen" und "Untermenschen" unterteilt. Du selbst beschreibst ja in einem anderen Thread, daß ein Leben mit Minirente nicht lebenswert sei, gleichzeitig argumentierst Du hier auf diese Weise. Schwer nachvollziehbar.
Zuletzt geändert von Abendstern am Sonntag 11. November 2018, 03:45, insgesamt 1-mal geändert.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Riesenschnauzer hat geschrieben:Ich finde an Hartz IV auch den Satz nicht unbedingt zu niedrig, sondern dieses sehr engmaschige Überwachsungssystem, das man schon als ein bisschen entwürdigend empfinden kann.
Mit den Gängeleien gebe ich Dir absolut recht. 400 Euro sind allerdings doch sehr wenig.

Man muß dabei vor allem bedenken, daß man von demselben Betrag in Schwerin beispielsweise besser leben kann als in München. Und wie hier schon beschrieben wurde, ist es unrealistisch davon auszugehen, daß ein Überlebenssatz auch zum Leben reicht. Und im Falle eines essentiellen Medikamentenbedarfs noch nicht einmal zum Überleben. Mal ganz abgesehen davon, daß von einem HarztIV-Satz weder essentielle Zusatzversicherungen noch soziale Aktivitäten berappbar sind. Armut macht insofern leider auch einsam.

Da ich bereits in sehr unterschiedlichen Lebensmodellen und Gesellschaftsschichten gelebt habe, möchte ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, daß es für einige Menschen kein Ding ist, 400 Euro für ein Abendessen mit Freunden auszugeben. Und das sind oft Menschen, die nicht durch ihrer eigener Hände Arbeit Geld verdienen, sondern ganz elementar auch oft durch passives Einkommen. Passives Einkommen wiederum kann man nur generieren, wenn man einen gewissen Betrag an nicht überlebensnotwendigem Risikokapital in der Gegend herumliegen hat. Auch das Stundenhonorar (!!) vieler Anwälte beträgt beispielsweise allein schon 400 (!!) Euro und mehr. STUNDENHONORAR!!

Das sind gesellschaftliche Gefälle, die einfach nicht mehr zu vertreten sind.

Mit einem HartzIV-Satz kann man sich im Falle des Falles somit noch nicht einmal Rechtsbeistand leisten. Und man darf sich nicht täuschen: Prozeßkosten- oder Beratungskostenhilfe wird erstens nicht in jedem Fall gewährt und zweitens bleibt man im Falle, daß man verliert, auch noch auf den Kosten des Gegners sitzen. Und eine Klage zu verlieren, heißt leider nicht, zu Unrecht geklagt zu haben, sondern in allzu vielen Fällen leider, daß man die Tatsachen nur lediglich nicht ausreichend beweisen konnte.

So ist unser Justizsystem ganz elementar leider darauf ausgelegt, vor allem den Wohlhabenden zum Vorteil zu gereichen. Denn mit Geld kann man sich erstens die besseren Anwälte leisten bzw. diese auch bei besserer Laune halten und zweitens längere Prozesse durchstehen. Wohingegen manch kleiner Wutz spätestens nach der ersten Instanz aus Geldmangel aufgeben muß. Oder sich erst gar nicht auf ein Prozeßrisiko einlassen kann. Denn eine Rechtschutzversichrung kann man sich mit HartzIV natürlich auch nicht leisten. Was nicht zuletzt Großkonzerne bestens für sich auszunutzen wissen. Insbesondere Versicherungen. Und insbesondere dann, wenn es um Anspruchsabwehr bei Berufsunfähigkeit geht. Ein ungleiches Spiel. Nein, die heutigen HartzIV-Sätze sind nicht vertretbar. Und die Geld-Justiz auch nicht.

Denn exakt dies führt auch zu den gesellschaftlichen Verwerfungen, die wir heute vorfinden. Indem sich Reiche mehr Recht leisten können als Arme. Und somit natürlich auch die Rechtsprechung prägen. Von Lobbyismus einmal ganz zu schweigen. Denn auch dafür braucht man natürlich Geld.

Auch braucht man bspw. Geld, um politische Karriere zu machen. Warum sitzen denn da so viele Großkopferte, die die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht verstehen und auch gar nicht verstehen wollen? Weil man, um politische Karriere zu machen, bspw. all seine Werbemittel selbst zahlen muß. Wie will man das von einem HartzIV-Satz bewerkstelligen? Außerdem braucht man auch Zeit für so eine Politkarriere. Wo will man die hernehmen, wenn man zwischen tausend Amtsgängen, Anträgen, Begutachtungen, Umschulungen und vielleicht noch zwei kleinen Kindern um sein Überleben kämpft?

Nein, liebe Leute, wacht auf, es ist genügend für alle da. Es ist nur ungerecht verteilt.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Anbei noch ein interessanter Artikel zum Thema:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/onlin ... lidaritaet

"Herr Neumärker, das BGE stößt in der Bevölkerung und im wissenschaftlichen Diskurs gleichermaßen auf großes Interesse. Warum ist die Politik da deutlich zurückhaltender?"

Karl Justus Bernhard Neumärker: "Ganz einfach: Weil Politikerinnen und Politiker sowie viele Interessengruppen, die vom gegenwärtigen System profitieren, mit gutem Grund befürchten müssen, dadurch ein Stück ihrer Macht zu verlieren. Das gilt für Unternehmen und Gewerkschaften gleichermaßen. Vielen Politikern ist das BGE dagegen oft nicht geheuer, weil es ja tatsächlich ein ziemlich radikales Konzept ist: Eine pauschalisierte Bezahlung an jede und jeden – in Deutschland werden derzeit 1.000 Euro diskutiert –, finanziert durch ein möglichst einfaches Steuersystem. Eine andere mögliche Quelle wäre die Besteuerung von automatisierter Arbeit, die ja die menschliche Arbeitskraft zunehmend ersetzt. Doch das würde bedeuten, dass viele Stellschrauben für die eigene Wählerklientel dann einfach wegfallen, die ja wichtige Parameter sind, mit denen Politiker ihre Interessengruppen binden."

---

Da spricht mir der Herr aus dem Herzen. Der Meinung bin ich schon lange. Daß es bei der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur um die Finanzierbarkeit geht, sondern VOR ALLEM um Machtverhältnisse!
420pm
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von 420pm »

Besteuerung von Automatisierung ich lache mich schlapp, dann wandern die produzierenden Firmen halt ins Ausland ab...

Politik wird rein garnichts ändern. Und so lange eine Geiz ist geil Mentalität im Lande herscht und jeder das günstigste Produkt und möglichst viel davon will wird sich die Abwärtsspirale weiterdrehen...

Der letzte Funke Hoffnung liegt darin das der Konsum irgendwann gesättigt ist und dann Qualität (in vielerlei Hinsicht) über Quantität geht, aber bis das im letzten Schädel angekommen ist vergehen womöglich noch ein paar Jahrzehnte und ob wir das erleben werden ist wohl fraglich.

Wer anständige Entlohnung erwartet muss auch anständige Löhne zahlen und da hat jeder einzelne Einfluss drauf.

Der Rest kann mit Spitzensteuersätzen und/oder Kapitalgrenzen geregelt werden.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

420pm hat geschrieben:Besteuerung von Automatisierung ich lache mich schlapp, dann wandern die produzierenden Firmen halt ins Ausland ab...
Ich weiß gar nicht, was es daran schlapp zu lachen gibt.

Die Auswirkungen der Automatisierung sind ein internationales Problem und müssen langfristig auch international behandelt werden.
Und so lange eine Geiz ist geil Mentalität im Lande herscht und jeder das günstigste Produkt ... will
Ja, warum bitte herrscht denn Geiz ist geil? Wer genügend Geld hat, der schert sich nicht um Geiz. In meinen guten Zeiten habe ich zwar auch nicht das Geld zum Fenster hinausgeworfen, aber es war mir möglich, die Vorzüge guter Qualität kennenzulernen und diese auch bezahlen zu können. Diese Chance hat man nicht, wenn man die finanziellen Mittel nicht hat. Und auf diese Weise trägt Armut noch dazu zu unserer Wegwerfgesellschaft bei. Denn Billigprodukte gehen natürlich auch schneller kaputt. Was Armut paradoxerweise wiederum teuer macht. Leider heißt dies im Umkehrschluß jedoch nicht, daß man sich gleich das qualitativ bessere Produkt leisten könnte, denn dazu müßte man als armer Mensch einen teuren Kredit aufnehmen, der einem wiederum aber ohnehin nicht gewährt werden würde.
Wer anständige Entlohnung erwartet muss auch anständige Löhne zahlen und da hat jeder einzelne Einfluss drauf.
Diese Logik verstehe ich auch nicht. Wie soll der Einzelne darauf bitte Einfluß haben? Geiz ist geil gilt immerhin vor allem auf Unternehmensebene und da insbesondere natürlich im Finanzsektor, in dem das Indviduum zum Human Capital degradiert wird und wie Schlachtvieh einer knallharten Kosten-/Nutzenkalkulation zugunsten von Gewinnmaximierung und Marktbewertung unterzogen wird. Und dem Aktionär ist es am Ende gleichgültig, ob sich Lieschen Müller am Ende des Monats noch einen Cappucino leisten kann, Hauptsache, seine eigene Rechnung geht auf.

Mal ganz abgesehen davon, daß ich ein bedingungsloses Grundeinkommen vor allem für Notlagen für notwendig halte, in denen der Mensch vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage ist, zu arbeiten. Denn wie oben erwähnt, fehlt uns hier heute ein durchgängiges und effektives Sicherungsnetz. Nicht zuletzt auch durch Versicherungskonzerne, deren Geschäftsmodell es ist, ab bestimmten Betragsgrößen prinzipiell auf Anspruchsabwehr zu setzen. Hier sind wir dann wieder bei Gewinnmaximierung und Marktbewertung. Siehe überdies auch die Ausführungen zum juristischen Dilemma in dieser Hinsicht.

Einen EINFLUSS auf all das hat der Einzelne nur, wenn er endlich mal aus seinem Träumerle-Land aufwacht, mal hinschaut und sich nicht damt begnügt, daß nur seine eigene kleine Welt heil ist. Denn die kann ganz schnell zerplatzen wie eine Seifenblase.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Abendstern hat geschrieben: Sonntag 11. November 2018, 07:46 Einen EINFLUSS auf all das hat der Einzelne nur, wenn er endlich mal aus seinem Träumerle-Land aufwacht, mal hinschaut und sich nicht damit begnügt, daß nur seine eigene kleine Welt heil ist. Denn die kann ganz schnell zerplatzen wie eine Seifenblase.
Aus aktuellem Anlaß:

https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 08191.html

Petitionen zum Grundeinkommen gibt es derlei viele zur Zeit. Aber diese hier richtet sich direkt über die Petitionsplattform des Bundestags an den Petitionsausschuß desselbigen (BRD). Das heißt, daß das Erreichen des Quorums in der Regel auch zu einer Anhörung und öffentlichen Beratung seitens des Ausschusses führt:

https://epetitionen.bundestag.de/epet/s ... uorum.html
Miu
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Registriert: Montag 4. Mai 2020, 02:50

Re: Grundeinkommen

Beitrag von Miu »

Ich finde es den einzigen Weg zu einer ausgeglicheren, faireren Gesellschaft.
Es wäre eine gute Sache.
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