Grundeinkommen

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Abendstern
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Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Vielleicht für einige hier von Interesse:

https://www.buendnis-grundeinkommen.de

"Das Bündnis Grundeinkommen wurde gegründet, damit das Bedingungslose Grundeinkommen bei der Bundestagswahl 2017 für alle wählbar ist."
Agnetha
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Agnetha »

Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?

Tralala ... Wie ging das Lied noch? :roll:
Lovecraft
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Lovecraft »

Agnetha hat geschrieben:Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?
Die Herrschenden (=Kapitalisten) haben es - und noch weitaus mehr - weil sie euch enteignet und entmündigt - und sich alles unter den Nagel gerissen haben - und solange es genug Leute gibt, die das nicht begreifen, und die ihnen dabei helfen und ihr Spiel weiter mitspielen - wird sich daran auch wenig ändern...würde man ihnen nur das lassen, was sie wirklich benötigen, so wäre ein "Grundeinkommen" für jeden Menschen auf der Welt leicht zu verwirklichen.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Lovecraft hat geschrieben:
Agnetha hat geschrieben:Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?
Die Herrschenden (=Kapitalisten) haben es - und noch weitaus mehr - weil sie euch enteignet und entmündigt - und sich alles unter den Nagel gerissen haben - und solange es genug Leute gibt, die das nicht begreifen, und die ihnen dabei helfen und ihr Spiel weiter mitspielen - wird sich daran auch wenig ändern...würde man ihnen nur das lassen, was sie wirklich benötigen, so wäre ein "Grundeinkommen" für jeden Menschen auf der Welt leicht zu verwirklichen.
Ob es nun 8, 62 oder 127 Milliardäre sind (wobei zumindest bei den 8 die Familie Rothschild noch nicht einmal eingerechnet ist), denen so viel gehört wie der ärmeren Hälfte der Bevölkerung - darüber streitet man sich je nach Berechnungsgrundlage noch - aber Fakt ist, daß es in der Tat eine extreme Verteilungsungerechtigkeit des Weltvermögens gibt.

Ich darf überdies aus dem Thread "Artikel Armutskongreß - Psyche & Armut" zitieren:
Lebensmüder hat geschrieben:Offener Brief eines Arbeitslosen an Frau Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales
https://www.nachrichtenspiegel.de/2017/ ... -soziales/
Aus dem offenen Brief von "Eifelphilosoph":
"Ich will ja nicht nur klagen, sondern auch Verbesserungsvorschläge einreichen: 30 Milliarden kostet Hartz IV, 100 Milliarden werden jährlich an Steuern hinterzogen (siehe Stern): einfach alle Arbeitslosen zu Steuerfahndern ausbilden, die Beute 50/50 teilen – und alle sind froh."

Wikipedia:

Haushaltsvolumen Agentur für Arbeit 2015:
35,16 Mrd. Euro
Beschäftigte:
96.300

Statista:
Arbeitslose 2015:
2,79 Mio.

Wenn mich meine Rechenkünste nicht im Stich lassen, könnte man also auf die 2,79 Mio. Arbeitslosen noch die 96.300 Beschäftigen der Agentur für Arbeit obendrauf packen und es kämen immer noch für jeden über 1.000 Euro heraus.

Vielleicht kann mir aber mal jemand den Absatz "Finanzierung" und "Haushaltsentwicklung" näher erklären.

Ebenfalls aus dem Jahr 2015 (der Vergleichbarkeit halber):

Bund verschwendet Milliarden:
http://www.rp-online.de/wirtschaft/bund ... -1.5567671

Aus dem Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 55289.html

Hier mal allein die Gegend um Berlin (2016):
https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... endet.html

Und noch ein interessanter Artikel zum Thema Grundeinkommen:
http://www.focus.de/finanzen/experten/w ... 93202.html

"Es gibt vier mögliche Gründe, weshalb Frauen und Männer erwerbstätig sein möchten:
  • Sie erkennen einen Sinn im Ziel und Zweck eines bestimmten Unternehmens oder Projekts;
  • Sie haben Freude an ihrer Tätigkeit;
  • Sie haben Freude an der Zusammenarbeit mit andern Menschen, an sozialen Kontakten, an Anerkennung, Renommee oder Status;
  • Geld."

"In Wirklichkeit müsste es doch so sein: Je sinnloser oder übler ich ein Unternehmen finde; je anstrengender, würdeloser oder langweiliger eine Arbeit ist; je weniger ich meine Kolleginnen und Kollegen ausstehen kann; je geringer die Aussicht auf Anerkennung für meine Arbeit ist – desto mehr sollte ich den Lohnzettel im Blick haben. Kurzum: Je unattraktiver eine Arbeit, desto höher müsste im Grunde das „Schmerzensgeld“ sein.
Warum das meist nicht so ist? Ganz einfach: Es gibt kein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Vor allem für Menschen mit weniger guten beruflichen Qualifikationen führt das dazu, dass sie praktisch nicht Nein sagen können. Nein zu physisch sehr anstrengenden, schmutzigen oder ekligen Arbeiten. Nein zu extrem monotonen Tätigkeiten. Nein zu schlecht geführten Unternehmen oder zu Vorgesetzten, von denen sie unwürdig behandelt werden. Nein zu Unternehmen, die ihre Kunden lediglich übers Ohr hauen wollen."


"In Agrargesellschaften, in denen die allermeisten Menschen Selbstversorger sind, steht ihnen ein Grundeinkommen in Form von Grund und Boden zur Verfügung. Nicht unbedingt in Form von privatem Eigentum an Grund und Boden. Aber in Form von Besitz; das heißt: dem Recht, über Ackerland, Wald oder Weiden zu verfügen. Keine Frage, die Menschen mussten hart arbeiten, um diesem Boden ein Naturaleinkommen abzugewinnen. Aber sie mussten nicht auch noch arbeiten, um überhaupt über Grund und Boden verfügen zu dürfen."

"Die Frage, ob ein Bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar wäre, wischen nach wie vor viele Leute mit Milchmädchenrechnungen vom Tisch. 1000 Euro für jeden? Sehr witzig!
Bei rund 82 Millionen Einwohnern macht das in Deutschland 984 Milliarden Euro pro Jahr. Einige BGE-Fans sind sogar noch großzügiger und fordern 1500 Euro. Da wären wir dann bei knapp 1,48 Billionen.
Womit die 2016 erwirtschaftete Summe aller Arbeitnehmerentgelte (knapp 1,6 Billionen) nahezu vollständig, das Volkseinkommen (2,34 Billionen) zu fast zwei Dritteln und das Bruttoinlandsprodukt (3,13 Billionen) zu rund 47 Prozent verfrühstückt wären. Noch Fragen?"
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema:

http://www.capital.de/themen/grundeinko ... -8505.html

Wie kommen Sie eigentlich gerade auf 1000 Euro?
960 Mrd. Euro kostet der heutige Sozialstaat. Das sind pro Kopf der Bevölkerung jährlich rund 12.000 Euro. Statt das Geld in einen Sozialstaat zu stecken, der in der neuen Arbeitswelt nicht mehr funktioniert, wäre es besser, wenn der Staat jedem Einzelnen damit eine Mindestabsicherung garantiert.
glycerine
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von glycerine »

Ich will das, wo kann ich mich anmelden
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

glycerine hat geschrieben:Ich will das, wo kann ich mich anmelden
Das "Bündnis Grundeinkommen" (BGE) wird im September auf den Wahlzetteln stehen. Am besten ein Kreuzchen machen. :wink:
Springer

Re: Grundeinkommen

Beitrag von Springer »

Naja, die bekommen dann wohl irgendwie mehr Wahlkampfkosten rückerstattet wenn sie viele Stimmen haben.....aber so genau weiß ich das auch nicht.

Die Linke ist glaub ich auch dafür, aber ehrlich gesagt weiß ich auch nicht ob ich Linke Minister in einer Regierung haben will. Man stelle sich mal einen linken Justiz- oder Innenminister vor.. leider ist Herr Wolfgang Neskovic nicht mehr Mitglied in dieser Partei.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Springer hat geschrieben:Naja, die bekommen dann wohl irgendwie mehr Wahlkampfkosten rückerstattet wenn sie viele Stimmen haben.....aber so genau weiß ich das auch nicht.
Hm, verstehe das Argument nicht. Die Gründung als monothematische Partei war jedenfalls ein Winkelzug, um das Thema auf den Wahlzettel und in den Bundestag zu bringen. Quasi als Akt der direkten Demokratie.

Der Vorteil daran ist unweigerlich, daß man sichergehen kann, daß es sich hier nicht nur um ein reines Wahlkampfversprechen handelt, das hinterher nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" wieder im Off verschwindet.
Springer hat geschrieben:Die Linke ist glaub ich auch dafür
Selbst die FDP hat das Thema auf dem Schirm. Allerdings nicht direkt als bedingungsloses Grundeinkommen. Bei ihnen nennt sich das Konzept Bürgergeld. Genauer gesagt "Liberales Bürgergeld" - im Unterschied zum "Solidarischen Bürgergeld" nach Thomas Straubhaar. Jedenfalls schon mal allein vom Naming besser als HartzIV. :| Sich hier als Akt der Selbstverherrlichung ein Denkmal setzen zu lassen, finde ich in diesem Zusammenhang ohnehin das Allerletzte. Gerade auch noch mit so einem häßlichen Namen. :roll: Ich glaube, allein deshalb wirkt HartzIV schon so stigmatisierend.
glycerine
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von glycerine »

Ich wohne nicht in Deutschland, aber wir wählen dieses Jahr auch in unserem Land.
Über Politik zu reden ist mir mittlerweile zu anstrengend geworden, da fliegen meistens die Fetzen, das kann ich nicht gebrauchen, ich halte mich normalerweise überall raus, ich habe einfach keine Kraft mehr für Diskussionen dieser Art.ich meine nicht dieses Thema.
Ich bin aber sehr politikinteressiert, nur nicht stark genug öffentlich zu depattieren.
Springer

Re: Grundeinkommen

Beitrag von Springer »

Abendstern, der Schröder war doch einfach nur ein Spinner....ich war damals als 15-Jähriger bei der Wahl für Kohl, weil ich gar nicht sah, wofür dieser Schröder eigentlich stehen sollte. Jetzt wissen wir es: Der "Genosse der Bosse". Letzter sozialdemokratischer Kanzler: Kohl.

Aber du glaubst ja nicht im Ernst, dass diese Grundeinkommen-Initiative auch nur annährend an die 5 Prozent kommt?
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Springer hat geschrieben:Aber du glaubst ja nicht im Ernst, dass diese Grundeinkommen-Initiative auch nur annährend an die 5 Prozent kommt?
Ach, wer weiß ... Mein Verstand sagt natürlich auch, daß es unwahrscheinlich ist. Wenn es aber alle von vorne herein ausschließen, wird es natürlich nix. Natürlich braucht es ein bißchen Mut, eine Partei zu wählen, die es vielleicht nicht schafft. Aber auf immer denselben Pfaden kommt man eben auch nicht zu einem neuen Ziel.
Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Abendstern
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Re: Grundeinkommen

Beitrag von Abendstern »

Ehrenamt in Deutschland - Kitt der Gesellschaft

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/e ... t-1.384655

"34,3 Prozent der Bevölkerung setzen sich regelmäßig für das Gemeinwohl ein", sagt Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, der die groß angelegte Studie betreut hat.

Vielfach würde der soziale Sektor ohne das Engagement der vielen Helfer zusammenbrechen, das zeigt die eingebrachte Zeit: So leisten die Freiwilligen laut Untersuchung 4,6 Milliarden Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr. Würden diese mit 7,50 Euro pro Stunde honoriert, brächte das einen Nutzen für das Gemeinwesen in Höhe von 35 Milliarden Euro. Die Leistungen der Freiwilligen - so heißt es in der Auswertung - entsprechen etwa einer Arbeitszeit von 3,2 Millionen Vollzeitbeschäftigten.
...
Im Durchschnitt widmen sich die befragten Frauen und Männer 16,2 Stunden pro Monat ihren freiwilligen Aufgaben."
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