Romane oder Geschichten lesen

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Springer

Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von Springer »

Könnt Ihr das oder unterlasst Ihr es, weil es einen automatisch wieder mit den eigenen Problemen konfrontieren könnte?

Es ist so traurig, ich hab so mit 14 oder 15 z.B. "Die Blechtrommel" gelesen und noch so vieles mehr. Und es war eine magische Welt. Oder auch Dokumentationen.

Das ist alles so weit weg. Es interessiert nicht mehr.

:(
Thanatos
Beiträge: 1580
Registriert: Freitag 5. Februar 2010, 10:48

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von Thanatos »

Lustelig, die lese ich gerade, „Die Blechtrommel“. Nachdem ich die Verfilmung wohl dreimal gesehen habe, brachte mich ein Spontankauf dazu, mir den Roman anzutun. Die ersten hundert Seiten fand ich noch lesenswert, aber je weiter ich komme, desto mehr langweilt mich das Buch...
Rund 20 Jahre lang las ich sehr viel, aber heute erscheint es mir, als ob alles schon mal gesagt bzw. gelesen wurde. Nichts Neues mehr unter der Sonne.....
whocares
Beiträge: 69
Registriert: Donnerstag 3. November 2016, 17:07

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von whocares »

Thanatos hat geschrieben:Lustelig, die lese ich gerade, „Die Blechtrommel“. Nachdem ich die Verfilmung wohl dreimal gesehen habe, brachte mich ein Spontankauf dazu, mir den Roman anzutun. Die ersten hundert Seiten fand ich noch lesenswert, aber je weiter ich komme, desto mehr langweilt mich das Buch...
Rund 20 Jahre lang las ich sehr viel, aber heute erscheint es mir, als ob alles schon mal gesagt bzw. gelesen wurde. Nichts Neues mehr unter der Sonne.....
Ich weiss mit beinahe 100%iger Gewissheit, dass ich Gedanken(Inhalte) habe, die du noch nie hattest. :-) (Wie ich ebenso sicher weiss,
dass andere, mit Sicherheit auch du, Gedanken hatten, die ich nie hatte und nie haben werde.)
Gedanken mögen andere schon gedacht, gesagt, niedergeschrieben haben (bei entsprechender Abnahme der Wahrscheinlichkeit).
Zu behaupten, dass man einen philosophischen bzw. existenziellen Standpunkt hat, der in Stein gegossen ist (`nichts neues unter der Sonne`),
der einer Revision grundsätzlich entzogen ist, ist aus meiner Sicht eine erkenntnistheoretische Anmassung. Allerdings kann die Wahrscheinlichkeit
die Gestalt einer dermassen grossen Unwahrscheinlichkeit annehmen, dass solche theoretische nicht beweisbare Endgültigkeit,
auf ziemlich klapprigen Beinen daherkommt und als reale Möglichkeit zu akzeptieren wohl einer Überforderung in Sachen
existenzieller Skepsis gleichkommt.

PS: Das Phänomen von Leseunlust aufgrund der Gestimmheit `wozu?`, ist mir zuletzt auch immer öfter begegnet (Romane an erster Stelle, am ehesten
noch Bücher, die einen Bezug zu selbst ausgebrüteten Gedanken haben, aber auch hier dosiert...man will ja nicht doch, zu früh, erfahren müssen, dass das originell
erscheinende sich als kalter Kaffee erweist...Pascal: "Der Mensch ist nur ein Schilfrohr...", ...der Strohhalme nötig hat, sei hinzugefügt.
Springer

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von Springer »

Ach ja, ich wollte mir aber noch auf jeden Fall Walsers "Ein sterbender Mann" (oder so ähnlich) besorgen. Der hat hier aus diesem Forum abgeschrieben! Vielleicht findet sich der ein oder andere ja wieder in dem Buch :D
whocares
Beiträge: 69
Registriert: Donnerstag 3. November 2016, 17:07

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von whocares »

Springer hat geschrieben:Ach ja, ich wollte mir aber noch auf jeden Fall Walsers "Ein sterbender Mann" (oder so ähnlich) besorgen. Der hat hier aus diesem Forum abgeschrieben! Vielleicht findet sich der ein oder andere ja wieder in dem Buch :D
Liegt bei mir seit geraumer Zeit irgendwo rum, nicht mal die Folie entfernt...
Peterchen
Beiträge: 738
Registriert: Freitag 30. Januar 2015, 13:02

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von Peterchen »

Ich hab ja eine organische Krankheit, die das Gehirn betrifft und meine Konzentrationsfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen hat. Während ich früher über 100 Seiten pro Stunde verschlungen habe, ohne mich anzustrengen, empfinde ich heute selbst die Lektüre von Unterhaltungsromanen als Arbeit. Und die Vorstellungswelten, die beim Lesen in meinem Gehirn entstehen, sind im Vergleich zu früher mehr als dürftig.

Ich lese zwar immer noch, hauptsächlich aus Trotz gegen die Krankheit und um nicht völlig zu verblöden, aber großen Spaß macht es nicht mehr :(

Dafür stehen die Erinnerungen an frühere Leseerlebnisse mir immer noch so klar vor Augen wie Erinnnerungen an reale Erlebnisse. Oder auch umgekehrt. Irgendjemand hat ja mal gesagt "Wir erinnern uns an unser Leben nicht besser als an einen Roman, den wir irgendwo gelesen haben".
whocares
Beiträge: 69
Registriert: Donnerstag 3. November 2016, 17:07

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von whocares »

Peterchen hat geschrieben:Ich hab ja eine organische Krankheit, die das Gehirn betrifft und meine Konzentrationsfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen hat. Während ich früher über 100 Seiten pro Stunde verschlungen habe, ohne mich anzustrengen, empfinde ich heute selbst die Lektüre von Unterhaltungsromanen als Arbeit. Und die Vorstellungswelten, die beim Lesen in meinem Gehirn entstehen, sind im Vergleich zu früher mehr als dürftig.

Ich lese zwar immer noch, hauptsächlich aus Trotz gegen die Krankheit und um nicht völlig zu verblöden, aber großen Spaß macht es nicht mehr :(

Dafür stehen die Erinnerungen an frühere Leseerlebnisse mir immer noch so klar vor Augen wie Erinnnerungen an reale Erlebnisse. Oder auch umgekehrt. Irgendjemand hat ja mal gesagt "Wir erinnern uns an unser Leben nicht besser als an einen Roman, den wir irgendwo gelesen haben".
Da kommst du dann evtl. nicht mehr in den `Genuss` das von mir Gedachte im Zusammenhang und Geschriebens zu lesen...goutierend oder ablehnend.
Ich habe beschlossen endlich all die Denkansätze, all das Angedachte etc., die ich auf hunderten von Zetteln (um das Gedachte nicht zu vergessen) fixiert habe, zu Papier zu bringen, d.h. zu
einer argumentativ zusammenhängenden `Abhandlung` auszuarbeiten. Thema: (Un-)möglicher `Sinn des Ganzen` bzw. deren Möglichkeitsbedingungen/ Möglichkeit einer legitimierbaren antinatalistischen Ethik.
Ob ich es aber wirklich zu einem Ende bringen werde, ist auch mir nicht bekannt. Zutrauen tue ich es mir (wie ich auch glaube teilweise originäre Gedanken zu haben), aber ob die Motivation, Energie hinreicht (genug verbleibende Lebenszeit vorausgesetzt)? Ich rechne mit mindestens 2 Jahren (bei mindestens 2 Stunden täglichem Arbeiten daran).

PS: Darf ich fragen, an welcher Krankheit du genau leidest?
Peterchen
Beiträge: 738
Registriert: Freitag 30. Januar 2015, 13:02

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von Peterchen »

whocares hat geschrieben: Da kommst du dann evtl. nicht mehr in den `Genuss` das von mir Gedachte im Zusammenhang und Geschriebens zu lesen...goutierend oder ablehnend.
Ach doch. Wenn ich mich konzentriere, kann ich noch das meiste verstehen. Außerdem ist es nicht so, als würde mein Gehirn laufend schlechter werden. Im letzten halben Jahr konnte ich mich oft besonders schlecht konzentrieren, aber im Grunde ist es seit 10 Jahren gleich schlecht.
Ich habe beschlossen endlich all die Denkansätze, all das Angedachte etc., die ich auf hunderten von Zetteln (um das Gedachte nicht zu vergessen) fixiert habe, zu Papier zu bringen, d.h. zu
einer argumentativ zusammenhängenden `Abhandlung` auszuarbeiten. Thema: (Un-)möglicher `Sinn des Ganzen` bzw. deren Möglichkeitsbedingungen/ Möglichkeit einer legitimierbaren antinatalistischen Ethik.
Ob ich es aber wirklich zu einem Ende bringen werde, ist auch mir nicht bekannt. Zutrauen tue ich es mir (wie ich auch glaube teilweise originäre Gedanken zu haben), aber ob die Motivation, Energie hinreicht (genug verbleibende Lebenszeit vorausgesetzt)? Ich rechne mit mindestens 2 Jahren (bei mindestens 2 Stunden täglichem Arbeiten daran).
Bin gespannt. Wenn du einen Test-Leser für einzelne Kapitel brauchst, kannst du mir eine PN schicken.
PS: Darf ich fragen, an welcher Krankheit du genau leidest?
Neuroborreliose.
whocares
Beiträge: 69
Registriert: Donnerstag 3. November 2016, 17:07

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von whocares »

Peterchen hat geschrieben:
whocares hat geschrieben: Da kommst du dann evtl. nicht mehr in den `Genuss` das von mir Gedachte im Zusammenhang und Geschriebens zu lesen...goutierend oder ablehnend.
Ach doch. Wenn ich mich konzentriere, kann ich noch das meiste verstehen. Außerdem ist es nicht so, als würde mein Gehirn laufend schlechter werden. Im letzten halben Jahr konnte ich mich oft besonders schlecht konzentrieren, aber im Grunde ist es seit 10 Jahren gleich schlecht.
Ich habe beschlossen endlich all die Denkansätze, all das Angedachte etc., die ich auf hunderten von Zetteln (um das Gedachte nicht zu vergessen) fixiert habe, zu Papier zu bringen, d.h. zu
einer argumentativ zusammenhängenden `Abhandlung` auszuarbeiten. Thema: (Un-)möglicher `Sinn des Ganzen` bzw. deren Möglichkeitsbedingungen/ Möglichkeit einer legitimierbaren antinatalistischen Ethik.
Ob ich es aber wirklich zu einem Ende bringen werde, ist auch mir nicht bekannt. Zutrauen tue ich es mir (wie ich auch glaube teilweise originäre Gedanken zu haben), aber ob die Motivation, Energie hinreicht (genug verbleibende Lebenszeit vorausgesetzt)? Ich rechne mit mindestens 2 Jahren (bei mindestens 2 Stunden täglichem Arbeiten daran).
Bin gespannt. Wenn du einen Test-Leser für einzelne Kapitel brauchst, kannst du mir eine PN schicken.
PS: Darf ich fragen, an welcher Krankheit du genau leidest?
Neuroborreliose.
Schön zu hören, dass du in nächster Zeit geistig nicht völlig `auseinanderfällst`. Werde mich an das p.n. Angebot erinnern. Meiner Tendenz zum Perfektionismus dürfte es allerdings schwer fallen, etwas, was ich als noch nicht fertig erachte, anderen zum Lesen zu geben (wobei es teilweise, personen- und/oder kulturabhängig, durchaus auch usus ist, dass z.B. Lehrende ihren Schülern/Studenten das, letztlich zur Veröffentlichung Vorgesehene, Gedachte/Geschriebene ihnen zur
Diskussion, Kommentierung, gerade aber auch Kritik vorlegen bzw. vortragen um mögliche Schwachstellen und/oder nicht bedachte Gegenargumente berücksichtigen zu können. Ein wohl unverzichtbares und grössere Klarheit
und Verständlichkeit ermöglichendes bzw. bewirkendes Vorgehen.
Mal schauen...so weit bin ich eh noch nicht.
glycerine
Beiträge: 941
Registriert: Mittwoch 9. Mai 2012, 16:13

Re: Romane oder Geschichten lesen

Beitrag von glycerine »

Das Lesen von Romanen ist prinzipiell mein größtes Hobby, nur ich bin so internetsüchtig und die Rest der Zeit vegetiere ich dahin, dass ich mich nicht immer dazu aufraffen kann. Eigentlich sind Bücher meine liebsten Seelentröster
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