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Outoftheway
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Beitrag von Outoftheway »

Nur ne Frage. Suche nach einer entsprechenden Rubrik, finde aber keine. Aber vielleicht solls hier besser auch keine geben.... :oops:
sugarandspice
Beiträge: 70
Registriert: Donnerstag 4. Mai 2017, 22:57

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Beitrag von sugarandspice »

Outoftheway hat geschrieben:Nur ne Frage. Suche nach einer entsprechenden Rubrik, finde aber keine. Aber vielleicht solls hier besser auch keine geben.... :oops:
Kannst Dich doch einfach vorstellen, Hi, jau ich bins, kein Ding echt nicht. Da das hier ein Sterbenwunschforum ist, würde ich alles was Du schreibst anonymisieren.

Viel Glück hier und Gute Gespräche.


Montag hatte ich eine Hand OP, weil mein rechter Greifer das moderne Tempo in der Firma nicht packt. Ich bekam Propofol und Sufentanyl. Als ich danach wach wurde, ist das Grausam, ich nach Hause mit dem Taxi und von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr gepennt. Ich mir so gedacht, Mensch, am liebsten würde ich mehr von diesem Propofol haben, das ich dauerhaft schlafe und nicht immer wieder hier um meine Existenz kämpfen muss. Das geht mir vollendst auf den Sack, weisst Du ? Als ich 7 war, bin ich mit meinem Vater nach Malle geflogen, Nachtwanderung am Strand, Freundin am Esstisch und im Pool. Danach sind einige Dinge passiert, di8e jedenfalls mein Brain nicht verarbeiten kann, hinzu kommt die ganze Abzockergesellschaft QVC Fernsehen, Allet Dreck, nix für die Seele, für meine nicht.
Abendstern
Beiträge: 621
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Beitrag von Abendstern »

sugarandspice hat geschrieben:Ich mir so gedacht, Mensch, am liebsten würde ich mehr von diesem Propofol haben, das ich dauerhaft schlafe und nicht immer wieder hier um meine Existenz kämpfen muss.
Mhm, das habe ich mir auch schon oft gedacht... Bzw. habe ich mir schon oft gewünscht, ich wäre einfach nie wieder aus der Narkose aufgewacht... Manchmal denke ich mir: Hätte ich das vorher alles gewußt, hätte ich doch besser Anästhesie-Arzt werden sollen. Man darf raten, was deren häufigste Suizidmethode ist... In gewisser Weise wirklich beneidenswert...
Outoftheway
Beiträge: 41
Registriert: Dienstag 30. Mai 2017, 12:50

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Beitrag von Outoftheway »

@Abendstern: Da kann ich dich, glaub ich, sehr gut verstehen.... :?
Ich war mit 8 Jahren todkrank, eigentlich hatten die Ärzte mich schon aufgegeben und ich mich offenbar auch. Doch meine Mutter hat um mich gekämpft (ok, noemal für eine Mutter) - und mich so ins Leben zurück geholt.

Doch ich wünschte, sie hätte es nicht getan - es wäre mir unendlich viel erspart geblieben und ich wäre nun schon lange zuhause. :(
sugarandspice
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Beitrag von sugarandspice »

Ich zu dem Anästhesisten nach zwei kleinen Schmankerln in Tablettenform, als meine Parameter gecheckt wurden, ich dachte ich werde ins OP gefahren, selbst muss ich gehen, astrein der Laden hier. Er so, Privatptienten werden bei uns mikt der Peitsche in den OP getrieben, nimm Platz. Ich so, wissen Sie, als ich 7 war und man mir unter örtlicher eine dicke Nadel ins Brustbvein rammen wollte, wegen Verdacht auf Leukämie, habe ich die Krankenschwester getreten. Bei der Vollnarkose damals, gelben Saft übern Port rein hat sich mein Körper gewehrt und der Anästhesist musste die Sitzung abbrechen, mehr darf ich nicht spritzen, der wehrt sich.

Bei Ihnen wehre ich mich nicht, gib richtig Gas, ich bin BTM Tollerant, rechte Hand soll wieder heile gehen oder ich tot, egal.

Er so, ich habe ihnen was gespritzt. Ich so, da merke ich nix davon, mach mal für bengalische Tiger die Mischung an. Er so, jetzt müsste es aber dann losgehen. Ich so, es flutet an, ist das geil, Gute Nacht. Ich von Karibik geträumt, ich im Wasser am Schwimmen. habe ich ihm auch gesagt, als er mich wachknippste. Er so, nicht auf der Hand aufstützen. Ich so, geht die Kacke schon wieder los, nicht auf der Hand aufstützen, meine Hand.
Lovecraft
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Registriert: Montag 26. Juni 2017, 12:09

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Beitrag von Lovecraft »

Hallo,

Da dies offenbar der passende Thread hierfür ist, möchte ich mich hier kurz vorstellen:

ich habe bereits lange Zeit als "passiver" Leser hier mitgelesen - konnte mich - bis zum heutigen Tag - allerdings nicht dazu durchringen, mich hier anzumelden...doch jetzt sehe ich keine andere Möglichkeit mehr, da ich mit dem Rücken zur Wand stehe: ich bin 46 Jahre alt und lebte bisher mit meinen Eltern in einem 1/2 Familienhaus - doch nun sind meine Eltern beide alt (Meine Mutter 75, mein Vater schon 81) und zumindest mein Vater pflegebedürftig - und ich selbst bin ebenfalls gesundheitlich stark eingeschränkt, leide seit mehr als 20 Jahren an einer chronischen Darmerkrankung (Morbus Crohn) und noch diversen anderen "Kleinigkeiten" - wie z.B. chronischer Müdigkeit/Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, etc Zwar habe ich zwar ein -so gesehen -"erfolgreiches" Studium hinter mir -Germanistik u,Literaturwissenschaft - doch hat es mir rein gar nichts genützt, es war vergebens, so wie alles andere auch, habe keinen Job in meiner Sparte finden können und wäre wegen besagter Probleme mit der Gesundheit dazu auch nicht mehr in der Lage, lebe also nur von dem - schwindenden - Guthaben meiner Eltern - und der staatlichen Hartz IV -Tyrannei werde ich mich nicht unterziehen, denn das wäre noch schlimmer als ein Aufenthalt in der Hölle - wobei ich daran allerdings nicht glaube......meine Mutter hatte vor rund einem Monat einen kleinen Hirninfarkt, bzw. Schlaganfall, ihr linkes Bein war taub und unbeweglich...sie hatte sich erst kürzlich - nach zwei Wochen Klinik- und vier Wochen Reha-Aufenhhalt - gerade wieder ein wenig davon erholt - doch nun ist sie seit gestern - nach einem Treppensturz und vermutlich gebrochenem Fuß - abermals im Krankenhaus...
ich selbst war so ziemlich mein ganzes Leben allein, insbesondere die letzten zehn Jahre waren praktisch nur meine Eltern die einzigen engeren Kontakte zu Menschen die ich hatte, wobei ich mich mit meinem Vater nicht einmal besonders gut verstand und auch meine Mutter konnte viele meiner Sichtweisen nur bedingt nachvollziehen...dennoch war sie sie einzige, die sich zumindest ehrlich darum bemühte, meine Sicht der Dinge zu verstehen...doch jetzt sind sie beide fort, und die Einsamkeit macht mich krank, und da für meine Eltern vermutlich die Zeit bald abgelaufen ist, wird auch meine es bald sein...
...denn nur mit Rücksicht auf sie habe ich "es" bisher aufgeschoben..sie sind der einzige Grund, warum ich noch am Leben bin, das einzige, was mich bisher zurückgehalten hat...
Agnetha
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Registriert: Donnerstag 11. Februar 2016, 11:34
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von Agnetha »

Wie kommt es, dass du nie auf eigenen Füßen gestanden hast?

So wie du es beschreibst, ist es nachvollziehbar, dass du jetzt nicht mehr weiter weißt. Das lebensende deiner Eltern ist gefühlt für dich auch dein Ende. Aber muss das so sein? Was ist schief gelaufen, dass du dich so lebensuntüchtig fühlst?

Hast du dir schon einmal therapeutische Hilfe gesucht?
Lovecraft
Beiträge: 295
Registriert: Montag 26. Juni 2017, 12:09

Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von Lovecraft »

Nun, leider ist diese Einschätzung der Lage keine bloße Meinung von mir, sondern eine schlichte Tatsache...denn es ist so ziemlich alles schiefgelaufen was überhaupt schieflaufen konnte - "Murphys Gesetz" auf der ganzen Linie, möchte ich mal sagen...und genau dort liegt doch der Knackpunkt: denn das "Leben", so wie wir es verstehen - ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt...es ist ein quasi-Naturgesetz, so wie die Schwerkraft...nur die Varianten unterscheiden sich dabei ein wenig, für den einen läuft es im allgemeinen ein wenig "rosiger" ab als für den anderen...doch am Ende - ernten wir alle dasselbe - nämlich: nichts.

Nein, ich bin noch nie bei so einem Therapeuten gewesen, ich halte das ganz auch eher für Voodoo - mir würde es jedenfalls nicht helfen, daher bin ich noch bei keinem gewesen...es hilft erstens nicht - und zweitens wird man dadurch doch nur als Versager und Sonderling gebrandmarkt...und daß ich das bin, weiß ich auch so...

...hat denn bei dir geholfen...? Oder hast du dich am Ende nicht doch gefragt, ob du dich nur im Kreis bewegt hast - um wieder genau dort anzukommen, wo du gewesen bist...?
Abendstern
Beiträge: 621
Registriert: Montag 28. September 2015, 08:03

Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von Abendstern »

Outoftheway hat geschrieben:@Abendstern: Da kann ich dich, glaub ich, sehr gut verstehen.... :?
Ich war mit 8 Jahren todkrank, eigentlich hatten die Ärzte mich schon aufgegeben und ich mich offenbar auch. Doch meine Mutter hat um mich gekämpft (ok, noemal für eine Mutter) - und mich so ins Leben zurück geholt.

Doch ich wünschte, sie hätte es nicht getan - es wäre mir unendlich viel erspart geblieben und ich wäre nun schon lange zuhause. :(
Oh, erst jetzt gelesen... Und was für ein Zufall, daß es bei mir so ähnlich war... Zur Zeit denke ich oft an alte Kinderbilder von mir und daran, was dieses unschuldige und hoffnungsfrohe kleine Wutzel in seinem Leben noch alles durchmachen sollte... Das macht mich so furchtbar traurig, daß mir das Leben allein deshalb schon wieder nicht mehr erträglich scheint... Es klingt seltsam, aber ich würde dieses kleine Mädchen so gerne beschützen und weiß, daß das nicht geht, weil ich ja selbst dieses Kind war. Und dann erscheint mir die Welt wieder so ausweglos und sinnlos grausam, daß ich wünschte, dieses kleine Mädchen wäre nie geboren worden... :cry:
Abendstern
Beiträge: 621
Registriert: Montag 28. September 2015, 08:03

Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von Abendstern »

Lovecraft hat geschrieben:...hat denn bei dir geholfen...? Oder hast du dich am Ende nicht doch gefragt, ob du dich nur im Kreis bewegt hast - um wieder genau dort anzukommen, wo du gewesen bist...?
Hach ja, das ist es, was ich mir auch immer denke... Eine Psychotherapie ändert an den Umständen doch auch einfach nichts. Sie zaubert da, wo keine Familie ist, doch auch keine hin... Und wenn mir in zwei Monaten wieder alle die Frage stellen, was ich denn so Weihnachten mache, dann ändert eine Psychotherapie auch nichts daran, daß ich keine Antwort darauf weiß und höchstens wieder skurril wirke, wenn ich sage, daß ich zu Hause bleiben werde - alleine, weil ich einfach niemanden habe, mit dem ich feiern könnte...
Lovecraft
Beiträge: 295
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Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von Lovecraft »

Abendstern hat geschrieben:
Lovecraft hat geschrieben:...hat denn bei dir geholfen...? Oder hast du dich am Ende nicht doch gefragt, ob du dich nur im Kreis bewegt hast - um wieder genau dort anzukommen, wo du gewesen bist...?
Hach ja, das ist es, was ich mir auch immer denke... Eine Psychotherapie ändert an den Umständen doch auch einfach nichts. Sie zaubert da, wo keine Familie ist, doch auch keine hin... Und wenn mir in zwei Monaten wieder alle die Frage stellen, was ich denn so Weihnachten mache, dann ändert eine Psychotherapie auch nichts daran, daß ich keine Antwort darauf weiß und höchstens wieder skurril wirke, wenn ich sage, daß ich zu Hause bleiben werde - alleine, weil ich einfach niemanden habe, mit dem ich feiern könnte...
Ja genau das ist es, was ich damit sagen wollte - eine Psychotherapie verändert nicht die Realität - sondern "dreht" nur die Wahrnehmung der Realität bei der betreffenden Person um...sie löst das - in der materiellen Welt verwurzelte - Problem nicht, sondern versucht es zu umgehen, indem sie es schönredet oder komplett leugnet...es ist ein frommer Selbstbetrug, man muß daran glauben, damit es funktioniert - damit ist das Konzept als solches eng mit der Religion und ihren Heilsversprechen verwandt...
sugarandspice
Beiträge: 70
Registriert: Donnerstag 4. Mai 2017, 22:57

Re: Neu im Forum: Vorstellung

Beitrag von sugarandspice »

Hallo Lovecraft,

ich schreibe Dir als Elektroniker und Medizintechniker. Ich habe kein Germanistikstudium, es ist schlicht nicht vorhanden. Ich hoffe dennoch, das Du mich vielleicht verstehen kannst.

Wir halten fest:
1. Dein Gehirn funktioniert für meine Begriffe sehr gut. Das hat so richtig Potential als ordentlicher Mensch aus der Nummer rauszukommen
2. Die Nummer mit deinen Eltern kann in der Form nur den Bach runter gehen. Wobei solch ein Bach ja nicht unbedingt tödlich ist, es sei denn, man wird darin ertränkt. Du kannst in dem Bach noch stehen
3. Aufgrund irgendwelcher Ereignisse oder Geschehenisse, die nicht nur Dich sondern womöglich auch deine Eltern einst betroffen haben, gehst Du gerade den Bach runter ? Warum genau ?

Der Abnabelungsprozess war von Kind an gestört und hat nie richtig stattgefunden. Die Flinte vorübergehend ins Korn zu werfen ist kein DIng und absolut nachvollziehbar. Ich wurde von meinen Eltern gehörig vernachlässigt und bin von zu Hause abgehauen, als ich noch Liebe- und schutzbedürftig war. Bei Dir ist es anders herum. Deine Eltern sind Deine Eltern, aber eben nicht ewig. Vielleicht haben die zu viel richtig gemacht. Meine Eltern haben erst unheimlich viel richtig gemacht und dann ordentlich mehrere Dinge falsch gemacht. Ich habe beiden verziehen und auch den ganzen Soldaten der Weltkriege.

Manchmal weiss ich gar nicht, wie ich den rechten Weg beibehalten soll. Da kamen Wellen auf mich zu, obwohl ich seichtes Wasser mag. Fakt ist aber, ich habe meinen Vater überlebt, und mit meiner Mutter habe ich Schluss gemacht, weil die mich am liebsten in ihrer Misere als dritten Zuchtbullen präsentiert hätte. Das ist ihr ältester Sohn, der Zuchtbulle, mit allem Geld was verfügbar rein in den Jungen.

Ich bin wieder berufstätig und sorge halt für mich, sonst niemanden.

Wie das bei Dir genau im Detail ist, wirst Du analysieren wollen mit dem Brain, da bin ich mir sicher. Nicht das Dir hinterher noch jemand postmortem nachsagt. Er hat sich nicht gestellt.

Das mit den Psychiatrien und Psychologen ist ein Kreuz. Das Gute ins Kröpfchen, das Schlechte ins Töpfchen. Als hochliteraturabsolvent wird man ja auch nicht direkt alle Bibliotheken sich wie Nummer 5 als Daumenkino reinpfeifen.

Erst als ich 7 Termine pro Monat hatte, wie Nummer 5, gingen mir die Weisskittels und Psychologen so dermaßen auf den Sack, zu viel Input, kriegte ich nicht mehr sortiert... :)


Erst kommste kaum dranne (Wartezeiten 6-12 Monate) und dann wirste die als suizidaler Patient kaum wieder los. Das war echt megaschwierig, die loszuwerden. Ganz langsam musste ich die runterfahren, die Termine.
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