Texte und Songs von User/innen

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Girlxxx

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von Girlxxx »

Djojo hat geschrieben:danke, mach ich.
Djojo, siehe p.n.

Girlxxx

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von Girlxxx »

Djojo hat geschrieben:danke, mach ich.
Das p.s bezog ich auf mich: dass ich danach suchen würde (leider erfolglos)...ansonsten, siehe p.n.

coldtime

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von coldtime »

Es ist wieder soweit, es hat begonnen. So hat es dich, ohne dein Wissen, wieder übernommen. Du kennst dich aus, doch tust du nichts! Lachst du dir wieder selbst ins Gesicht, wenn dich der Schmerz auffrisst? Deine Seele zerbricht, doch stört es dich nicht. Was stimmt nicht mit dir, was ist nur geschehen? Du bist nicht mehr der, den ich einst so sehr liebte. Was es immer es war, ich will dich zurück, siehst du denn nicht was hier geschieht? Ich kann dir nicht helfen, denn das wird nicht gelten. Es ist doch dein Wille, dein eigenes Leben, willst du es wirklich für nichts aufgeben? Ich kann kaum noch, bin so erschöpft, mir tut alles weh, wann hörst du auf? Ich sag es dir, immer und wieder, doch tust du nichts, du lebst weiter im nichts! Nicht wahr, nicht klar, du bist so ein Narr! Nein, spar dir die tränen, das ist nur noch zum gähnen. Ich hab dich so satt, anstatt zu handeln, bleibst du im nichts. Du wirst es bereuen, das weißt du genau. Dein Schmerz wird schier unerträglich sein. So lass ich es nun, denn mir fehlt jetzt die kraft. Irgendwann sitzt du in dir selbst, auf ewig in Haft. Spiel noch dein Spiel, solang du noch kannst. Letztendlich bin ich doch dein Ziel.

Peisithanatos
Beiträge: 14
Registriert: Mittwoch 22. Februar 2017, 22:48

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von Peisithanatos »

Kosmische Eingeweide

Eingeweihter weihte sich dem Ausweiden
unter mächtigen Weiden, die weinten im Wind
hängte die Gewaide der Welt an ihre Äste
zeitlos schön und mehr als nur ewige Geste

des Vergehns und schrecklichen Verstehns
von Mensch und sein Sein und überall Nein
im Kosmos allein ist alles nur Schein
darüber thront ein Gott des Versehens

Sinister knistert der Knall einer Uhr
im Knast des Kosmos - bleibt nur Schnur
an Schnur zu binden um Ruhe zu finden
am Ast der Weiden mit anderen Eingeweihten.

(Peisithanatos)

Gnosis
Beiträge: 30
Registriert: Sonntag 11. September 2016, 10:09

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von Gnosis »

Peisithanatos, dein Gedicht gefällt mir sehr.

Ich persönlich schreibe auch recht viel, wobei ich die Gedichtform mit Reimen, Versmaß etc. immer als etwas unpassend für den Ausdruck des Leidens, des Grauens usw. empfinde. Jenes ist oft zu grotesk und unstrukturiert, um sich in Verse übersetzen zu lassen. Daher schreibe ich darüber eher in freien Texten, während meine eigentlichen Gedichte alle älter sind und Impulse wiedergeben, die für mich früher mal bedeutend waren.
Zwei ältere Gedichte:

EWIGTRAUM
Apoll umfängt den Waldrand nun,
Umschließt mein Haupt im Blütenschlaf,
Im warmen Grund des Baums zu ruh'n,
Wo Lebensquell die Erde traf,
Da reines Sein die Schatten rief
Im Spiel und luftbewegten Raum
und Numenshauch im Dunkel schlief
Als unberührter Ewigtraum

AUGOEIDES
Das uns Rufende, Greifende, lichtstromgleich Schweifende,
Ewiglich, nebelfern, frei in uns Schwebende,
Rasende, Ruhende, Sein rastlos Suchende,
Wipfel Umspukende, Grenzen Verfluchende,
Geistglut Berührende, Seele Berauschende,
Feuersbrunst Schürende, Lyraklang Lauschende,
Waldespfad Ebnende, nachtdurchwirkt Träumende
Einsamkeit Segnende, gischtumspült Schäumende,
Raunende, flüsternd Vollendung Ersehnende,
Heilige, Heilende, Sinneserhebende,
Welten Erschaffende, ruhevoll Erklingende,
Dunkel Durchströmende, Dasein Durchdringende

Und ein freierer Text:
Ich stochere in verwässernden Worten, rühre in der Aphasie des Unaussprechlichen. Es gibt in den Begriffen, die unsere Sprache ausmachen, keinen Ausdruck für das Grauen, für die metaphysische Verwundung;
alles greift zu kurz, wird in der Übersetzung ins Schriftliche zu austauschbarem Papier, dem der Geschmack des Konstruierten und Pathetischen anhaftet.
Da ich nun in einer weiteren Nacht aus brennenden Augenhöhlen auf gleichmütige Tapeten starre, sind mir in der heißkalten Schraubzwinge der Übernächtigung alle Gedanken entrissen, wird mein Schmerz kosmisch,
bin ich umfangen von untotem Aas.
Ich sehe nichts, was ich weitergeben, nichts wozu ich beitragen könnte. Die allgemeinen Verfehlungen sind zu zahlreich, zu unüberwindlich, zu pilzwuchernd, zu verheerend, zu dümmlich, nicht zuletzt auch zu entblößend für das Menschliche.
Alleine die mechanische Dimension entwickelt sich, reduziert aber die eigentliche menschliche Ohnmacht gegenüber dem Sein in keiner Weise. Und jene wenigen, welchen ich etwas geben könnte, sind verloren, da sie im Gegensatz zu dieser Welt stehen, aus der es kein Entrinnen gibt. Bei jedem Versuch, uns beizustehen, greifen wir ins Leere, da jeder in seiner eigenen Isolation verbleibt, in seiner ungeborenen Gegenwelt, die selbst im Traum stets durch den Nachhall undurchdringlicher Mauern begrenzt und erstickt wird. Gespenstern gleich verbleiben wir in einer Unendlichkeit des Abgetrennten, unser Kern täglich mehr seiner selbst entfremdet, stündlich stärker verlarvt, schließlich im graubraunen Äther der zermalmenden Gleichmütigkeit verendend, unsere höheren Momente als Irrlichter in ungesehenen Winkeln verglühend.
Ich starre seelenleer auf meine Zimmerwände und kurzzeitig fühlt es sich an, als könnte ich mich in sie hineinweben, aus dem Dasein heraus- und in die Wand hineinfließen, doch ich werde durch einen flammenden körperlichen Schmerz wieder zurückgeworfen. Mein anschließender Blick aus dem Fenster trifft auf lichtlose Schwärze, welche die niederkommenden Regentropfen verschluckt, und wie sehr wünschte ich, dass ich sie fühlen könnte, dass ich ihre Stimme wieder hören könnte. Es gab einmal einen Regen, der direkt bis in mein Herz reichte, der im winddurchwirkten Novemberrausch wie ein liebevoller Trost zu mir hinabkam. Nun schweigen alle Stimmen jener Vergangenheit und ein Geräuschgewirr aus knisterndem Chaos wälzt sich toxisch vibrierend immerfort im Zentrum meiner Selbst und ich höre keinen Regen und keinen tröstenden Nachhall alter Zeiten mehr und alles schweigt mitleidlos; alles ist still, so still.
Erst in den frühen Morgenstunden wird der alltägliche Baulärm die Stille ablösen und in diesen wenigen verbleibenden Stunden sollte ich mich einhüllen in den Teppich der Ruhe, der mich in meinen Kindertagen noch ummantelte, doch in einigen Momenten ist mir, als hörte ich ein fernes, tonloses Hohnlachen aus dem Weltenmahlstrom und eine Kakophonie des Irrsinns scheint sich hinter meiner Stirn und überall sonst auszubreiten. Gebannt lausche ich, einen wahrhaftigen Ausdruck dessen ersehnend, was ich in diesen Wochen unterschwellig verspüre, aber es verklingt inmitten der sinnentleerten Dialoge, hupenden Autos, Schlagbohrer und Sirenen, die mir aus dem Tag im Gedächtnis geblieben sind. Zurück bleiben erneut die Leere des Kosmos und meine flackernden Sinne inmitten weißer Wände inmitten bohrender Schmerzen. Und mein Geist tastet immerfort die Decke seiner eigenen Umgrenzung ab, einen Ausweg suchend, den Kosmos abklopfend nach einem Raum, in den er vorstoßen könnte, einen winzigen Spalt nutzend, um etwas anderes zu finden als das, was mich in diesem Augenblick und scheinbar ewig umgibt. Und er stößt nur auf undurchdringliche Barrieren, welche die restlichen Stunden dieser Nacht umgrenzen und in einsamer Trauer verhallt das Echo seines Hammerschlags, in das sich mitunter die ferne Andeutung eines tonlosen Hohnlachens mischt und er lauscht und alles schweigt mitleidlos und alles bleibt still, so still.

wertiols
Beiträge: 3
Registriert: Freitag 13. März 2020, 20:04

Re: Texte und Songs von User/innen

Beitrag von wertiols »

Das gebrannte Kind
Heile Welt, verziert mit Leben,
Gebrochene Kälte, mein roter Kopf,
verzierte Körper, lebensnaher Müll,
muddy strange boy, poor fragile toy;

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