Pech im Leben

Persönliche Hoffnungen, Wünsche und Lebensperspektiven

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Lovecraft
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Nach meiner Erfahrung sind "Glück" und "Pech" höchst ungleich verteilt - will heißen: man hat jeweils nur das eine oder das andere, daß also ein- und dieselbe Person ihr ganzes Leben nur Glück oder nur Pech hat, wobei es da natürlich graduelle Unterschiede gibt...
Peterchen
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Peterchen »

Lovecraft hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung sind "Glück" und "Pech" höchst ungleich verteilt - will heißen: man hat jeweils nur das eine oder das andere, daß also ein- und dieselbe Person ihr ganzes Leben nur Glück oder nur Pech hat, wobei es da natürlich graduelle Unterschiede gibt...
Dieser Eindruck entsteht wohl dadurch, dass Leute, die schon in der genetischen Lotterie den Kürzeren ziehen, meist auch im späteren Leben keinen Erfolg haben.

Ein geringer IQ oder ein schwacher Antrieb führt zu beruflichem Versagen, was wiederum den sozialen und sexuellen Marktwert (gerade bei Männern) nach unten drückt. Was wiederum zu einer Depression führen kann.

Hässlichkeit führt oft zu Misserfolg in sozialer und sexueller Hinsicht. Sozialer Misserfolg führt zu einem schlechten Selbstbewusstsein, das die ganze Lebensführung beeinträchtigt.

Insofern: Ich glaube nicht an Glück und Pech als geheimnisvolle Kräfte, die ungleich verteilt sind. Ich denke einfach, dass das, was am Anfang des Lebens festgelegt wurde - vor allem die Genetik - einen gewaltigen Einfluss auf das ganze Leben hat. Durch diesen Zusammenhang sind manche Menschen auf allen Ebenen bestraft: Geringe Begabung, fehlende Attraktivität, scheußlicher Job, miese Bezahlung, geringer Status, wenig Freunde, kein sexueller Erfolg.
Hurlinger
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Hurlinger »

Peterchen hat geschrieben: Insofern: Ich glaube nicht an Glück und Pech als geheimnisvolle Kräfte, die ungleich verteilt sind. Ich denke einfach, dass das, was am Anfang des Lebens festgelegt wurde - vor allem die Genetik - einen gewaltigen Einfluss auf das ganze Leben hat. Durch diesen Zusammenhang sind manche Menschen auf allen Ebenen bestraft: Geringe Begabung, fehlende Attraktivität, scheußlicher Job, miese Bezahlung, geringer Status, wenig Freunde, kein sexueller Erfolg.
Und da kommt der gute alte Darwin wieder ins Spiel.
Nur die starken, sexuell attraktiven unserer Spezies sollen sich weiter vermehren können. Alle anderen können/sollten untergehen um eine "Starke Art" zu erhalten.
Nicht falsch verstehen, ist nicht meine persönliche Meinung.
Aber wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet ist es so.
Da wir irgendwann mal angefangen haben über Mitmenschlichkeit nachzudenken haben wir das "Fressen und Gefressen werden" irgendwie auch völlig verdrängt.
Peterchen
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Peterchen »

Es ist wirklich so, dass wir immer noch in einer (sozial)darwinistischen Gesellschaft leben. Überall werden Menschen gemäß ihrer genetischen Qualität selektiert und diskriminiert: In der Schule, in der Wirtschaft, im Bereich der sozialen Beziehungen und natürlich im sexuellen Bereich.

Der einzige Unterschied ist, dass die Loser heute nicht mehr ins Gras beißen, sondern ein tristes Leben führen dürfen. Aber ob das ein großer Fortschritt ist?

Das alles wäre leichter zu akzeptieren, wenn die Gesellschaft die Unglücksraben wenigstens gehen lassen würde, statt sie zum Weiterleben zu nötigen, weil sie ihr angeblich so am Herzen liegen :roll:
Lovecraft
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Peterchen hat geschrieben:
Lovecraft hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung sind "Glück" und "Pech" höchst ungleich verteilt - will heißen: man hat jeweils nur das eine oder das andere, daß also ein- und dieselbe Person ihr ganzes Leben nur Glück oder nur Pech hat, wobei es da natürlich graduelle Unterschiede gibt...
Dieser Eindruck entsteht wohl dadurch, dass Leute, die schon in der genetischen Lotterie den Kürzeren ziehen, meist auch im späteren Leben keinen Erfolg haben.

Ein geringer IQ oder ein schwacher Antrieb führt zu beruflichem Versagen, was wiederum den sozialen und sexuellen Marktwert (gerade bei Männern) nach unten drückt. Was wiederum zu einer Depression führen kann.

Hässlichkeit führt oft zu Misserfolg in sozialer und sexueller Hinsicht. Sozialer Misserfolg führt zu einem schlechten Selbstbewusstsein, das die ganze Lebensführung beeinträchtigt.

Insofern: Ich glaube nicht an Glück und Pech als geheimnisvolle Kräfte, die ungleich verteilt sind. Ich denke einfach, dass das, was am Anfang des Lebens festgelegt wurde - vor allem die Genetik - einen gewaltigen Einfluss auf das ganze Leben hat. Durch diesen Zusammenhang sind manche Menschen auf allen Ebenen bestraft: Geringe Begabung, fehlende Attraktivität, scheußlicher Job, miese Bezahlung, geringer Status, wenig Freunde, kein sexueller Erfolg.
Komischerweise ist es zumindest in Sachen "Erfolg" - sowohl beruflich alsauch privat - zumeist genau umgekehrt, das heißt, es überwiegt das Prinzip: "Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln".... oder denkst du vielleicht, die ganzen Banker, Multis und Bonzen, die in diesem System in den "Führungsebenen" hocken und den ganzen Tag in ihre sündhaft teuren Ledersessel furzen, wären alle hochbegabt...? Nee, die verdanken es weniger ihren Genen, als ihrem Elternhaus und ihren "Beziehungen", da kann man den Faktor "Glück" schon als wesentlich betrachten, die meisten reichen Säcke verdanken es nicht ihrer Intelligenz oder besonders guten Genen, tollem Aussehen, etc...oder hältst du Donald Trump etwa für attraktiv und intelligent...?Intelligenz gepaart mit beruflichem Erfolg gibt es fast nur in einigen speziellen Fachgebieten, wo hoher IQ, hohe Begabung - zumindest auf dem fraglichen Gebiet - zu den definitiven Vorraussetzungen gehört, in der Wissenschaft und im Ingenieurswesen beispielsweise...irgendein reicher Volltrottel kann nun mal keinen Doktor in Physik machen, wenn er dazu ganz einfach zu blöde ist...da nützt ihm auch der reiche Daddy im Vorstand irgendeines unzulässiges Wort Großkonzerns nicht viel...
Zuletzt geändert von Lovecraft am Donnerstag 3. Januar 2019, 12:07, insgesamt 3-mal geändert.
Hurlinger
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Hurlinger »

@Lovecraft
Viele deiner angesprochenen Leute bringen aber das Gen mit, skrupellos rechts und links Verletzte liegen zu sehen und geradeaus über einen Berg Leichen zu gehen.
Das muss man auch erst mal können.
Was Erfolg mitunter angeht, glaube ich, dass du recht hast in Sachen Glück. Da muss man auch erst mal "reingeboren" werden.
Lovecraft
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Hurlinger hat geschrieben:@Lovecraft
Viele deiner angesprochenen Leute bringen aber das Gen mit, skrupellos rechts und links Verletzte liegen zu sehen und geradeaus über einen Berg Leichen zu gehen.
Das muss man auch erst mal können...
Ja das stimmt, das ist oft der wahre Weg zum "Erfolg", der in dieser Gesellschaft zumeist auch noch belohnt wird - wohingegen Empathie und Einfühlungsvermögen für andere gnadenlos bestraft werden und unweigerlich das "Scheitern" nach sich ziehen, wofür den "Versagern" dann auch noch die Schuld zugeschoben wird - nur darf man eben nicht den Fehler machen, Rücksichtslosigkeit und Ellenbogenmentalität mit Intelligenz zu verwechseln...
Peterchen
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Peterchen »

Lovecraft hat geschrieben: Komischerweise ist es zumindest in Sachen "Erfolg" - sowohl beruflich alsauch privat - zumeist genau umgekehrt, das heißt, es überwiegt das Prinzip: "Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln"....
Glaube ich nicht. Die Dümmsten würden wohl nicht mal das nötige Studium bewältigen. BWL soll zwar einfach sein im Vergleich zu Mathe oder Physik, aber mit einem IQ unter 100 wird man auch damit nicht klarkommen. Und warum sollte ein profitorientiertes Unternehmen anspruchsvolle Jobs an besonders dumme Menschen vergeben?
oder denkst du vielleicht, die ganzen Banker, Multis und Bonzen, die in diesem System in den "Führungsebenen" hocken und den ganzen Tag in ihre sündhaft teuren Ledersessel furzen, wären alle hochbegabt...?
Sicherlich ist nicht jeder hochbegabt im engeren Sinne (IQ>130), aber dass die meisten Manager einen überdurchschnittlichen IQ haben, davon kann man ausgehen.
Nee, die verdanken es weniger ihren Genen, als ihrem Elternhaus und ihren "Beziehungen"
Beziehungen können eine Rolle spielen, aber das geht wohl nicht so weit, dass wirklich unintelligente Menschen anspruchsvolle Jobs zugeschustert bekommen.
Lovecraft
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Peterchen hat geschrieben:Glaube ich nicht. Die Dümmsten würden wohl nicht mal das nötige Studium bewältigen. BWL soll zwar einfach sein im Vergleich zu Mathe oder Physik, aber mit einem IQ unter 100 wird man auch damit nicht klarkommen. Und warum sollte ein profitorientiertes Unternehmen anspruchsvolle Jobs an besonders dumme Menschen vergeben?
Die Antwort liegt auf der Hand: Dumm =Folgsam...dumme Menschen lassen sich leicht kontrollieren und abrichten, ordnen sich bereitwillig "Autoritäten", also einem "Führer" unter, sind bereit, um des eigenen Vorteils willen mit jedem zu kooperieren, der ihnen einen entsprechenden Lohn in Aussicht stellt, nach oben buckeln und nach unten treten, lautet ihr Credo...der klassische autoritäre Persönlichkeitstyp also, wie Adorno ihn beschrieben hat: ich denke nicht einmal ,daß die meisten überhaupt studiert haben, und für BWL muß man auch nicht übermäßig intelligent sein, höchstens ein wenig elementare Mathematik ist dabei vielleicht zu können, aber viel mehr auch nicht...
Sicherlich ist nicht jeder hochbegabt im engeren Sinne (IQ>130), aber dass die meisten Manager einen überdurchschnittlichen IQ haben, davon kann man ausgehen.
...das denke ich eher nicht - die meisten sind eher Musteropportunisten, die in jedem noch so beschissenen System ganz nach oben kommen - und hätten wohl auch bei der SS eine höchst steile Karriere hingelegt...sicherlich ist das auch eine Form der Begabung die nicht jeder hat, allerdings keine, auf die man besonders stolz sein könnte...
Beziehungen können eine Rolle spielen, aber das geht wohl nicht so weit, dass wirklich unintelligente Menschen anspruchsvolle Jobs zugeschustert bekommen.
...wirklich anspruchsvolle wohl nicht...aber für den Rest, die verbleibenden 90%, für die man im Grunde besser Automaten und Roboter einsetzen könnte, braucht man Leute, die es einfach tun und glauben, was man ihnen sagt...
Peterchen
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Peterchen »

Lovecraft hat geschrieben:
Die Antwort liegt auf der Hand: Dumm =Folgsam...dumme Menschen lassen sich leicht kontrollieren und abrichten, ordnen sich bereitwillig "Autoritäten", also einem "Führer" unter, sind bereit, um des eigenen Vorteils willen mit jedem zu kooperieren, der ihnen einen entsprechenden Lohn in Aussicht stellt, nach oben buckeln und nach unten treten, lautet ihr Credo...
Das ist doch keine Besonderheit dummer Menschen. Intelligente Menschen, die Karriere machen wollen, werden sich auch unterordnen.
und für BWL muß man auch nicht übermäßig intelligent sein, höchstens ein wenig elementare Mathematik ist dabei vielleicht zu können, aber viel mehr auch nicht...
Übermäßig intelligent nicht, aber viele Menschen sind mit Schul-Mathe schon überfordert und würden daher auch kein BWL-Studium hinbekommen.

Ich sage nicht, Führungspersonen in der Wirtschaft wären allesamt Genies, aber deine Behauptung, dass es sich um eine gezielte Auslese der Dümmsten handelt, finde ich genauso wenig überzeugend.
...das denke ich eher nicht - die meisten sind eher Musteropportunisten, die in jedem noch so beschissenen System ganz nach oben kommen - und hätten wohl auch bei der SS eine höchst steile Karriere hingelegt...sicherlich ist das auch eine Form der Begabung die nicht jeder hat, allerdings keine, auf die man besonders stolz sein könnte...
Auch Nazi-Größen waren nicht alle dumm im Sinne eines niedrigen IQs. Ich denke, man sollte die moralische Ablehnung nicht mit der Unterstellung geringer Intelligenz vermengen. Nicht jeder unsympathische Mensch ist zugleich ein unzulässiges Wort.
Lovecraft
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Peterchen hat geschrieben:Das ist doch keine Besonderheit dummer Menschen. Intelligente Menschen, die Karriere machen wollen, werden sich auch unterordnen.
...das scheint wohl eher eine Charakter- als eine Intelligenzfrage zu sein, möglicherweise spielen hier auch Faktoren wie Elternhaus, Milieu und soziale Prägung eine wichtige Rolle...ich weiß nicht recht, ob es vielleicht sogar so etwas wie das "autoritäre Gen" gibt, das bei diesen Menschen dominant ist...wenn ja, dann scheint es in D-Land schon immer weiter verbreitet gewesen zu sein als anderswo, denn es ist vermutlich kein Zufall, daß die Nazis gerade hier solchen Erfolg hatten...
Ich sage nicht, Führungspersonen in der Wirtschaft wären allesamt Genies, aber deine Behauptung, dass es sich um eine gezielte Auslese der Dümmsten handelt, finde ich genauso wenig überzeugend.
...ich denke eher, daß sie so in der Mitte liegen - weder besonders dumm, noch besonders intelligent, vielleicht gerade am oberen Rand des Durchschnitts...sicherlich gehören gewisse Fähigkeiten dazu, nur sehe ich hier ganz eindeutig auch keine geistige "Elite" am Werk, zwischen der und den sogenannten "Verlierern" eine erkennbare geistige Trennungslinie verläuft...ich wollte damit eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus: daß das "Pech" der "Versager" oft völlig andere Gründe als mangelnde Intelligenz hat, "Pech" kann bereits damit beginnen, in einem materiell und sozial benachteiligten Elternhaus aufzuwachsen - oder daß einem die Fähigkeit fehlt, sich zu verbiegen und entgegen den eigenen Überzeugungen zu handeln...
...Auch Nazi-Größen waren nicht alle dumm im Sinne eines niedrigen IQs. Ich denke, man sollte die moralische Ablehnung nicht mit der Unterstellung geringer Intelligenz vermengen. Nicht jeder unsympathische Mensch ist zugleich ein unzulässiges Wort.
...das trifft auf einige wenige durchaus zu, auf Hitler, Goebbels oder Himmler - sie hätten wohl kaum eine solche Anhängerschaft um sich scharen können, hätten sie nicht auf sehr viele Menschen überzeugend gewirkt...nur gab es auf der anderen Seite ein Heer leichtgläubiger, naiver Mitläufer und Opportunisten, ohne deren Mithilfe das Ganze niemals funktioniert hätte...
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Re: Pech im Leben

Beitrag von alleine »

Die im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess verurteilten Nazi-Größen und Generäle waren laut den von den Alliierten durchgeführten IQ-Tests fast alle überdurchschnittlich intelligent bis hochbegabt.
Dass man fanatisch an etwas glaubt, schließt Intelligenz also nicht aus. Es könnte auch so sein, dass das einen weiteren "Ausbau" des Wahngebildes noch fördert, wenn man eine entsprechende psychische Disposition hat. Viele Verschwörungstheoretiker von heute (und genau das waren die Nazis ja eigentlich) sind oft auch alles andere als dumm, aber eben total in ihren Gedankengebäuden gefangen. Also ich meine die, die diese Theorien herstellen, nicht die, die sie irgendwo nur wiederholen.
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Lovecraft »

Peterchen hat geschrieben: Mittwoch 12. April 2017, 15:44 Letztlich reduziert sich alles im Leben auf Glück oder Pech. Schließlich ist schon die Veranlagung eines Menschen reine Glückssache. Ein intelligenter und schöner Mensch hat völlig andere Möglichkeiten als ein unbegabter, hässlicher Mensch. Ein Mensch mit einem starken Antrieb und einer guten Impulskontrolle muss sich im Leben viel weniger anstregen als ein Mensch mit Antriebsschwäche und schlechter Selbstdisziplin. Ein fröhlicher und stabiler...Darum halte ich die Idee der Chancengleichheit im Grunde für menschenverachtend. Man tut so, als hätten alle das gleiche Potenzial und wenn jemand im Leben abschmiert, dann gibt man ihm selbst die Schuld, ohne zu fragen, welche charakterlichen, genetischen, biographischen Ursachen, die er selbst nicht beeinflussen konnte, zu diesem Ergebnis geführt haben. Man beschwört ein völlig unrealistisches Bild von Freiheit, nur um den Menschen die Schuld an ihrem verkorksten Leben zu geben, obwohl dieses oft nur die Manifestation von verkorksten Voraussetzungen ist.
...genau dieses Prinzip wird einem als notorischem "Versager", der ich in den Augen der Allgemeinheit definitiv bin - ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Ohren gehauen - besonders dann, wenn man dann irgendwann ausrastet - wird einem nur kaltschnäuzig entgegengehalten, "man hätte es ja selbst in der Hand gehabt, daran etwas zu ändern, etc"...das ist der pure Zynismus, und das gesamte moderne Welt- und Menschenbild basiert auf diesem scheinheiligen Dogma, das diejenigen, die das Glück hatten, zu den "Gewinnern" zu zählen dazu ermächtigt, über die zu urteilen und zu richten, die es nicht hatten...
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Re: Pech im Leben

Beitrag von alleine »

Stimmt, das ist eines der unerträglichsten Dinge, auch noch gesagt zu bekommen, man sei letztendlich für alles selbst verantwortlich. "Jeder ist seines Glückes Schmied" :evil:
Abendstern
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Re: Pech im Leben

Beitrag von Abendstern »

alleine hat geschrieben: Sonntag 3. November 2019, 16:32 Stimmt, das ist eines der unerträglichsten Dinge, auch noch gesagt zu bekommen, man sei letztendlich für alles selbst verantwortlich. "Jeder ist seines Glückes Schmied" :evil:
Allerdings gibt es ja auch das Gegen-Sprichwort "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Nur leider wird eben immer das zitiert, was gerade in den Kram paßt. Und da heute niemand mehr für den anderen verantwortlich sein will und die Sozialgemeinschaft zusehends verfällt, nimmt man eben gerne den Schmied. Mit dem Schmied lassen sich auch all die unerträglichen Lebensratgeber viel besser verkaufen. Und die suggerieren ja gerne, daß man alles selbst in der Hand hat, wenn man nur brav den Autor des Ratgebers oder die Strippenzieher hinter irgendwelchen Coaching-Sekten reich macht. :| :roll:
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