Orte des Friedens

Persönliche Hoffnungen, Wünsche und Lebensperspektiven

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

Grenzwelten
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Orte des Friedens

Beitrag von Grenzwelten »

wo findet ihr frieden?

habt ihr besondere orte (innen/außen)
in die ihr euch zurück ziehen könnt?


wenn ich es in der stadt unter dem lärm,
dem stress und den menschen nicht mehr aushalte
gehe ich gern auf friedhöfe...

meistens gehe ich erst nachts wirklich raus...
dann ist alles so friedlich

und ich liebe die natur...
nur leider finde ich kaum einen ort
an dem nicht auch andere menschen sind

ich höre auch gern musik... räucher..
schreibe gedichte und male....
ziehe mich zurück in eine innere welt...
LuziderTod
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von LuziderTod »

Ich gehe gerne abends wenn fast keiner mehr spazieren geht an unseren örtlichen Fluss und ins Naturschutzgebiet. Dort kann ich noch abschalten und den rest vergessen...
Flowerpowerchen
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Flowerpowerchen »

Ja, habe ich. Aber ich will nicht schreiben wo. Jedenfalls ist es ein Ort an dem meiste viele fremde Menschen sind. Aber da ich diesen Ort ganz genau über viele Jahre hinweg kenne und viel dort erlebt habe, gibt es neben meinem Bett keinen Ort an dem ich mich wohler, sicherer und geborgener fühle. Egal wie aufgewühlt ich bin, dort beruhige ich mich langsam. Weil der Ort für mich da ist. Und mir zuhört, wenn ich in Gedanken mit ihm spreche. (Schon klar dass der mich nicht verstehen oder hören kann aber solange ich das weiß ist es ja ok *g) Dieser Ort hat mich nie enttäuscht. War immer da. Hat für kuriose Situationen gesorgt, bringt mich zum lachen selbst wenn ich grade weine und ich liebe ihn über alles. Hätte ich nicht meine Meinung über Abschiedsbriefe im Laufe der letzten Monate geändert, würde ich diesem Ort einen Abschiedsbrief schreiben. Auf jedemfall habe ich ihm schon gesagt dass ich ihn immer lieben werde auch wenn ich sterbe und dass ich ihm sehr dankbar bin dass er immer für mich da war. Aber wie sollen Gegenstände auch weglaufen, was ? Egal. An was soll man sich denn festhalten wenns keine Menschen gibt. Irgendwas braucht man.
Lena-Marie
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Lena-Marie »

Du musst ja nicht schreiben, wo. Aber mich fasziniert gerade deine Beschreibung sehr.

Kannst du ihn nicht wenigstens etwas beschreiben? Ist es ein Wald, eine Wiese oder was?

Ich war als Kind total verliebt in unseren Kirschbaum, hab den immer umarmt und kann wegen ihm bis heute dieses Lied nicht höre, ohne in Tränen auszubrechen:

http://www.youtube.com/watch?v=SWAIh6HN0JE

(Mist, man findet kein Original mehr, ist eigentlich von Alexandra)
Flowerpowerchen
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Flowerpowerchen »

Hab dir eine PN geschrieben.
Chron
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Chron »

Grenzwelten hat geschrieben:wenn ich es in der stadt unter dem lärm,
dem stress und den menschen nicht mehr aushalte
gehe ich gern auf friedhöfe...
Gegen Lärm (Baulärm, Flugzeuglärm, Kötergekläffe, Industrielärm, Autos/Lastwagen mit kaputten Auspuffen, Kindergeschrei, Bahnlärm, Sirenenautos, Feuerwerksgeknalle, Donnerknalle, Rasenmäher, Laubbläser, Baumabsägemaschinen, ...) komme ich nicht an. Dann kann ich gar nicht mehr denken, werde zum halbautomatischen Zombie bei dem nur noch manche Gewohnheiten so halbwegs funktionieren (ich hab dabei auch schon mal 4 angerauchte Zigaretten in den 4 Aschenbecher-Halterungen gesehen, weil ich jeweils vergessen hatte, dass ich schon einen Glimmstengel angezündet hatte), der fehlende Schlaf führt zu Halluzinationen (z. B. dass sich nicht vorhandene Tischtücher im Wind bewegen, auch wenn gar kein Wind ist), oder Alpträumen bei Sekunden- oder Wenige-Minuten-Schlafen, und dann bleibt nur noch die Verzweiflung, das Leiden, und "Frieden" ist ein völlig abstraktes "Wort" (so weit Sprache/Denken dann überhaupt noch funktionieren).

Wenn mich Andersmenschliches psychisch zugestresst hatte, dann, ja, bin ich auch manchmal auf Fried-höfe. Jetzt geht das kaum noch, weil ich kaum noch aus dem Haus komme (Gefahr von Treppenstürzen, weil ich zu schwach bin, usw.).

Frieden ist eigentlich meistens in mir, denn ich mag keinen Streit und Krach und Krieg.
Frieden kommt also dann wieder, wenn ich allein in Ruhe bin. Oder nur mit nicht aggressiven Naturgeräuschen (sich nächtlich zankende Kater, kreischende Igel oder überlaut keifende Jungvögel empfinde ich aber auch nicht als friedlich).

Als Orte fallen mir so ein, ausser Friedhöfen:
Bett, eingekuschelt in Kissen und Schlafsack-Decke
Meeresstrand
Verwilderte Gärten, Wegränder u. ä.
Campingplätze bei Nacht
Im Sommer bei offenen Fenstern dem Autobahnverkehr zuhören (Fernreisen, Internationalität ... auch das Rauschen an sich mag ich dann)
Der Blick, die Gedanken, Ahnungen, Fragen in eine ferne nun tote Vergangenheit, bei entsprechenden TV-Sendungen, oder der/einer Pyramiden-Webcam (die seit den Unruhen in Ägypten aber nicht mehr so recht in Betrieb ist)

Ein "Ort" ist aber wahrscheinlich auch das Schreiben; die Konzentration auf Gedankliches.
Und sei es, dass ich meine Wut über allen unnötigen Menschenlärm rausschreibe/-fluche.
Dabei denke ich zwar nicht an Frieden, aber werde wieder friedlicher.

Oder: Alkohol. Kein wirklicher Frieden, aber eine Art von - "Abschottungsruhe", nenne ich es mal.

Oder: In den Armen eines liebenden Partners.

Oder bei schneller Fahrt über eine Autobahn. Am besten nachts.

Oder ...? Fällt mir grad nichts mehr ein ...
tchanavitka
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von tchanavitka »

Gegen Lärm (Baulärm, Flugzeuglärm, Kötergekläffe, Industrielärm, Autos/Lastwagen mit kaputten Auspuffen, Kindergeschrei, Bahnlärm, Sirenenautos, Feuerwerksgeknalle, Donnerknalle, Rasenmäher, Laubbläser, Baumabsägemaschinen, ...) komme ich nicht an. Dann kann ich gar nicht mehr denken, werde zum halbautomatischen Zombie bei dem nur noch manche Gewohnheiten so halbwegs funktionieren
Du das geht mir ganz genauso... aber die Geräusche sind ja " ganz normal" nur man selbst nicht wenn man mit ihnen nicht klar kommt o_O
Chron
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Chron »

tchanavitka hat geschrieben:aber die Geräusche sind ja " ganz normal" nur man selbst nicht wenn man mit ihnen nicht klar kommt o_O
Ja, es wird gern den Opfern die Schuld gegeben, immer mal wieder.
Oder: "Zieh doch um" bzw. "warum ziehst du nicht um?" (unterschwellig müsste das wohl heissen: "Wenn du nicht umgezogen bist, muss es dir gefallen"). Und wohin, womit (Geld, Hilfe)?
Und dann interessiert es sie nicht mehr und sie lärmen weiter ... und stressen, "keine Zeit".
Größere Orte/Landschaften des Friedens sehe ich nur am TV ...
Grenzwelten
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Grenzwelten »

ein ort des friedens ist für mich auch an einem fluss....
das rauschen des flusses übertönt alles....
dort ist es wunderschön......
Thanatos
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Thanatos »

Der Ort des wahren Friedens ist das Grab.
Chron
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Chron »

Nur bemerkt man das selber im Grab nicht mehr.
tchanavitka
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von tchanavitka »

@Chron
Oder: "Zieh doch um" bzw. "warum ziehst du nicht um?" (unterschwellig müsste das wohl heissen: "Wenn du nicht umgezogen bist, muss es dir gefallen"). Und wohin, womit (Geld, Hilfe)?
Ja genau... also ich bin in den letzen 5 1/2 Jahren sooft umgezogen, das kann ich ganz ehrlich nicht mehr an einer Hand abzählen. Und dass das jedes mal eine zusätzliche Belastung bedeuten kann ist wohl klar...
Um einen Ort des Friedens zu finden, den ich wie andere wohl auch dringend bräuchte, müsste ich _schon wieder_ umziehen.

Und da sprichst du genau den Haken an: (Geld, Hilfe?)
Über diesen Schritt informiert- auch in verschiedene Richtungen und Möglichkeiten- hab ich mich auch schon längst...
Ergebnis: "no justice, no peace." :?
Thanatos
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Thanatos »

tchanavitka hat geschrieben: Ja genau... also ich bin in den letzen 5 1/2 Jahren sooft umgezogen, das kann ich ganz ehrlich nicht mehr an einer Hand abzählen. Und dass das jedes mal eine zusätzliche Belastung bedeuten kann ist wohl klar...
Um einen Ort des Friedens zu finden, den ich wie andere wohl auch dringend bräuchte, müsste ich _schon wieder_ umziehen.
Es kann sein, dass der Unfrieden nicht vom Ort abhängt, sondern von einem selbst. Somit nützt eine Ortsveränderung nichts, weil man sich – und seinen inneren Unfrieden – immer mitnimmt.
Das Gesagte fiel mir ganz spontan ein, als ich deinen Beitrag las. Es muss also nicht zwangsläufig für dich persönlich gelten.
Es grüßt der Thanatos
Grenzwelten
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von Grenzwelten »

kann gut sein thanatos


manchmal geh ich zum sonnenuntergang
an einen ort vom dem aus ich eine tolle aussicht habe...
dort sind selten menschen und ich kann dort frieden finden....
bin sehr froh dass es solche ort gibt

manchmal mach ich auch nachtspaziergänge
da bin ich dann wirklich allein
und es ist einfach ruhig

außerdem liebe ich den sternenhimmel
antharios
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Re: Orte des Friedens

Beitrag von antharios »

Grenzwelten hat geschrieben:kann gut sein thanatos


manchmal geh ich zum sonnenuntergang
an einen ort vom dem aus ich eine tolle aussicht habe...
dort sind selten menschen und ich kann dort frieden finden....
bin sehr froh dass es solche ort gibt

manchmal mach ich auch nachtspaziergänge
da bin ich dann wirklich allein
und es ist einfach ruhig

außerdem liebe ich den sternenhimmel
Also Nachtspaziergänge mache ich auch manchmal,
nur laufe ich dann meistens nur zum Friedhof...
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