Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Persönliche Hoffnungen, Wünsche und Lebensperspektiven

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alleine
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Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von alleine »

...Ja, ihr dürft beim Frühstück sitzen als Mann und Frau, als Gründer von Familien und gefestigten Existenzen, Enkeln und Urenkeln.

All das, was ich niemals haben darf. Aus einem dummen Zufall heraus, der sich vor 14 Jahren ereignet hat.

Glückwünsche zu Zufällen sind verlogen.

Peterchen
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von Peterchen »

All das, was ich niemals haben darf.
Sei froh. Dadurch bleibt wenigstens deinen Kindern das Elend des Leben erspart.

Ich werde immer etwas aggressiv, wenn jemand, der selbst so unter dem Leben leidet, gleichzeitig bedauert, dass er dieses Leben nicht auch noch anderen Menschen aufdrücken konnte, nur um sein eigenes etwas erträglicher zu gestalten.

alleine
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von alleine »

Peterchen hat geschrieben:
Dienstag 19. Mai 2020, 18:51
All das, was ich niemals haben darf.
Ich werde immer etwas aggressiv, wenn jemand, der selbst so unter dem Leben leidet, gleichzeitig bedauert, dass er dieses Leben nicht auch noch anderen Menschen aufdrücken konnte, nur um sein eigenes etwas erträglicher zu gestalten.
Das mit den Kindern war etwas unüberlegt geschrieben. Ich bin nicht jemand, der sich irgendwie nach Abkömmlingen sehnt, das hatte ich so direkt nie.
Das war eher ein Synonym für Stabilität, heile Familie und so. Man kann auch einfach dafür "glückliche Beziehung(en)" einsetzen, das trifft es besser.

Peterchen
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von Peterchen »

Ok, das kann ich verstehen.

alleine
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von alleine »

Du hast natürlich den entscheidenden Punkt getroffen:
Jemand, der ein durch und durch unbeschwertes Leben hatte bisher, der allenfalls Probleme hat, die über typische Alltagssorgen nicht hinausgehen, der macht sich diese Gedanken kaum, dass seine Kinder vielleicht die A***karte im Leben ziehen könnten.

Oder nur ganz wenige. Auch meine eigenen Eltern verstehen nicht wirklich, wie tief man sich innerlich wünschen kann, nie geboren zu sein. Es ist eben eine komplett andere Realität...

schlauwiener
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von schlauwiener »

alleine hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 05:58
All das, was ich niemals haben darf. Aus einem dummen Zufall heraus, der sich vor 14 Jahren ereignet hat.
Darf man fragen, was sich damals ereignet hat?

alleine
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Re: Wieso ich nicht zum "Muttertag" und "Vatertag" beglückwünschen kann

Beitrag von alleine »

Ich hätte einfach gerne noch ein bisschen gelebt, bevor ich alt werde oder sterbe.

Wenigstens ein paar prägende Erfahrungen machen dürfen, die zu machen 99% der Menschheit nicht verwehrt ist.

Hätte mich mein bitteres Schicksal später im Leben ereilt, dann hätte ich vielleicht zurückblicken können und mir sagen können, dass ich wenigstens für ein paar Jahre etwas erlebt habe. Ich könnte mich und mein Leben vielleicht eher annehmen.

Wie steht in Todesanzeigen so oft: "Die Sonne sank, bevor es Abend wurde". Genau dieses bittere Gefühl habe ich, das alles vorbei war, bevor überhaupt irgendwas schönes passiert ist im Leben. Was daraus entsteht, ist nur noch Verzweiflung und tiefe Verbitterung. Das Gefühl mit Anfang 20 lebendig begraben worden zu sein.

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