Tod durch Erhängen

Meinungs- und Erfahrungsaustausch zum Thema Suizid; Berichte über gescheiterte Suizidversuche; suizidales Verhalten; Leben mit Suizidgedanken; Hilfestellungen

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Stichwort
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Tod durch Erhängen

Beitrag von Stichwort »

Hallo Community,

hat sich schon einmal Jemand mit dem Thema des Erhängens beschäftigt. Der Tod durch Strangulation soll sehr schmerzhaft sein, weshalb man eher die Methode des Genickbruchs wählen sollte. Dies erfordert eine bestimmte Höhe. Ich bin 175 cm groß und wiege 77 KG. Ich denke, dass zwei Meter Fallhöhe reichen sollten, damit ein Genickbruch eintritt? Das Seil, dass ich habe ist für ein Gewicht bis zu 200 KG ausgelegt. Ich denke nicht, dass das reißen sollte.

Gibt es weitere Dinge, die man beachten muss?
osiris
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von osiris »

Hallo,

das "Handbuch für Henker" (Charles Duff, Boston 1928) empfiehlt Seite 68 (Nachdruck London von 1948) bei 12 stone (76.2 kg) für normal gewachsene Anatomien mit unverletztem Hals eine Fallhöhe von 8 ft. 8 in. entsprechend 2.64 m. Die Spanne zwischen Strangulieren und Köpfen ist relativ gering in der Grössenordnung um 50 cm. Die Körpergrösse ist irrelevant.

Allgemein hat sich ein Manilahanf-Seil von ca. 20 mm Durchmesser bewährt, welches sich unter Krafteinwirkung nur wenig dehnt. Die angestrebte Kraftwirkung zum Genickbruch beträgt 5... 10 kN, entsprechend der Gewichtskraft einer Masse von 500... 1000 kg. 200 kg Tragkraft sind also zuwenig und das Seil wird wahrscheinlich reissen. Es gilt nicht zu übersehen, dass natürlich auch die Aufhängevorrichtung diese Kraftwirkung zerstörungsfrei überstehen muss. Beinbruch zusammen mit Henkersmalen sind im Spital wohl ziemlich peinlich ...

Der vorgängige Toilettengang ist anzuraten, denn die Methode tendiert zu postletaler Entleerung des Verdauungstraktes.
TraurigER
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von TraurigER »

Es gab mal bei Youtube einen wissenschaftlichen Film (in Englisch), in dem ausprobiert wurde, welche die humanste Methode zum Töten sei. Das Hängen war auch dabei und ich erinnere mich, wie der Versuchspuppe der Kopf abgerissen wurde, weil sie aus zu großer Höhe "gehängt" wurde. Nun am Ende dürfte es den Suizidenten kaum interessieren, ob er an gebrochenem Halswirbel oder an abgerissenem Kopf stirbt?! Das Seil muss auf jeden FAll die Kraft halten können, die im dem Moment entstehen, in dem der "Ruck" erfolgt, das sollte man nicht unterschätzen.
Stichwort
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Stichwort »

osiris hat geschrieben: Dienstag 15. Dezember 2020, 14:33 Hallo,

das "Handbuch für Henker" (Charles Duff, Boston 1928) empfiehlt Seite 68 (Nachdruck London von 1948) bei 12 stone (76.2 kg) für normal gewachsene Anatomien mit unverletztem Hals eine Fallhöhe von 8 ft. 8 in. entsprechend 2.64 m. Die Spanne zwischen Strangulieren und Köpfen ist relativ gering in der Grössenordnung um 50 cm. Die Körpergrösse ist irrelevant.

Allgemein hat sich ein Manilahanf-Seil von ca. 20 mm Durchmesser bewährt, welches sich unter Krafteinwirkung nur wenig dehnt. Die angestrebte Kraftwirkung zum Genickbruch beträgt 5... 10 kN, entsprechend der Gewichtskraft einer Masse von 500... 1000 kg. 200 kg Tragkraft sind also zuwenig und das Seil wird wahrscheinlich reissen. Es gilt nicht zu übersehen, dass natürlich auch die Aufhängevorrichtung diese Kraftwirkung zerstörungsfrei überstehen muss. Beinbruch zusammen mit Henkersmalen sind im Spital wohl ziemlich peinlich ...

Der vorgängige Toilettengang ist anzuraten, denn die Methode tendiert zu postletaler Entleerung des Verdauungstraktes.

Das wäre dann so ein Seil? Sollte man nicht vorsichtshalber 25 - 30 mm Durchmesser nehmen?

Welcher Knoten eignet sich für die Aufhängevorrichtung? Zum Beispiel an einem Brückengeländer.

Ich wiege 77 - 78 KG. Also sollten 2,70 reichen? Fallhöhe bedeutet ab Kopf? Also muss ich schon die Höhe meines Körper Kopfabwärts in die Höhe miteinberechnen, wenn ich runterspringe? Also Körpergröße 1,55 bis zum Hals+ 1,15 Seillänge?

Auf keinen Fall soll der Kopf abgetrennt werden.

https://seiloo.de/juteseile/988-8860-6m ... esser-20mm
Balduin
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Balduin »

Man liest immer wieder, dass der Strick vorne am Hals verlaufen soll, wenn man springt. Oder wie ich das nennen soll. Damit Kinn und Kopf ruckartig nach hinten gerissen werden und das Genick bricht. Pathologen sprechen dann von einem Suizidenten, der sich auskennt.
Balduin
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Balduin »

Beim atypischen Erhängen gelten natürlich andere Kriterien. Details und Bildmaterial darf ich nicht einstellen, aber hier, wo ich lebe, ist diese Methode nicht nur häufig (am Türknauf u.a.), sondern auch in den Medien kaum verpixelt abgebildet.
Hurlinger
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Hurlinger »

Balduin hat geschrieben: Dienstag 22. Dezember 2020, 11:18 ...... Details und Bildmaterial darf ich nicht einstellen, aber hier, wo ich lebe, ist diese Methode nicht nur häufig (am Türknauf u.a.), sondern auch in den Medien kaum verpixelt abgebildet.
Hmm In deinem Profil steht Heimatort Deutschland, und da soll so was in den Medien zu sehen sein?
Balduin
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Balduin »

DE ist nicht mehr aktuell.
Miu
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Miu »

Das mit der Fallhöhe hatte ich bisher nicht berücksichtigt. Danke dafür.

Ich würde einen Führstrick für Pferde benutzen. Der dürfte stark genug sein.
osiris
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von osiris »

Stichwort hat geschrieben: Freitag 18. Dezember 2020, 08:11 Also Körpergröße 1,55 bis zum Hals+ 1,15 Seillänge?
Das wird geometrisch ein Problem, wenn das Seil (1,15m) nicht bis zum Hals hinaufreicht (1,55m), man müsste es sich im Fluge rasch überstülpen. Die Seillänge muss allerdings eine Start-Distanz zur Aufhängevorrichtung berücksichtigen. Kniet man auf dem Ast/Balken/Geländer mit dem Hals in 70cm Höhe, soll man bei 270cm Fallhöhe entsprechend 200cm unter dem Ast/Balken/Geländer hängenbleiben – die Seillänge wäre dann 200cm.

Der Knoten der Aufhängung darf halt nicht rutschen; passionierte Segler möchten vielleicht mit dem Palstek brillieren, Snobs binden hier beispielsweise den letzten Windsorknoten und Aestheten gestalten sich noch einmal eine hübsche Schleife. Die meisten werden mit einem simplen Paketknoten zufrieden sein.

Das Seil mit 20mm hat da eine deklarierte Bruchkraft von 13kN und sollte also locker halten. Bei 30mm Durchmesser wird die Knüpfung wahrscheinlich schon sehr mühsam.
Angel
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Angel »

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Zuletzt geändert von Angel am Montag 18. Januar 2021, 19:22, insgesamt 2-mal geändert.
Scotti
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Scotti »

Angel hat geschrieben: Mittwoch 13. Januar 2021, 17:40 Oh das wusste ich nicht, dass es schmerzvoll sein soll.
Ich ging davon aus, dass man nach kurzer Zeit bewusstlos wird.
Schade. Dann kommt diese Methode gar nicht infrage.
Naja, das Problem ist halt, dass in dem Fall eben nicht der Druck nur auf die Arterien zum Tod durch O2 Mangel im Hirn führt, sondern eben physikalische Kraft, die zum Bruch des Genick führen soll. Reicht diese aber nicht aus oder wurde falsch berechnet, dann treten natürlich starke Schmerzen auf, bis du tot bist oder eben das Seil reißt.
Angel
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Angel »

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Zuletzt geändert von Angel am Montag 18. Januar 2021, 19:20, insgesamt 1-mal geändert.
Angel
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Angel »

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Zuletzt geändert von Angel am Montag 18. Januar 2021, 19:20, insgesamt 1-mal geändert.
Angel
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Re: Tod durch Erhängen

Beitrag von Angel »

Ich werde jetzt jeden Tag beten. Auf den Knien.
Ich glaube an die Heilung.

Habe mir gestern bei Galileo eine Sendung angeguckt.
Eine Blinde Frau konnte sehen, ein gelähmter konnte gehen etc...

Also in unserem Körper scheinen irgendwelche Heilungskräfte zu existieren.
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