Sterbehilfe..

Meinungs- und Erfahrungsaustausch zum Thema Suizid; Berichte über gescheiterte Suizidversuche; suizidales Verhalten; Leben mit Suizidgedanken; Hilfestellungen

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

Nickiie

Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

Hallo Ihr Lieben,

hab mal eine Frage ; soweit ich weiß,können die Ärzte in Belgien,Holland,und der Schweiz,Sterbehilfe leisten. Also ich könnte quasi dahingehen und den Arzt darum bitten,mir dabei behilflich zu sein,zu sterben ??!
Mich würde mal interessieren,wie sowas genau " abläuft " ,gibts jemanden von euch,der dazu etwas weiß ?

Kann man sich im Prinzip an jeden Arzt mit dieser Bitte wenden ?
Oder gibts es dafür " spezielle" Ärzte,Einrichtungen,etc. die sowas durchführen ?

Würde mich sehr über Infos freuen.

Liebe Grüße
Scotti
Beiträge: 587
Registriert: Donnerstag 3. Juni 2010, 10:34

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Scotti »

Es gibt keine Ärzte, die sowas auch nur im Entferntesten anbieten... wie kommst du bloß auf sowas???!!! :shock:

Es gibt Organisationen, an die du dich wenden kannst, aber soweit ICH weiß, geht das nur als Niederländer, bzw. Belgier...
Selbst in der Schweiz ist das Thema nicht ganz unumstritten uns "armen" Deutschen zu helfen und die Hürde für sowas liegt sehr, sehr hoch, was auch absolut richtig ist!
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

Komisch..habe ich nur von vielen gehört,dass es so ist.

Naja gut,"die Hürde" ; das Moralische ist natürlich wieder was anderes. Aber ich meinte lediglich vom Gesetz her ( lassen wir mal die Moral möglichst ausser Acht ) ,auch wenn es letztendlich mit Sichherheit daran scheitern würde!

Ich denke,dass man das sehen kann,wie man möchte. Natürlich ist es auf der einen Seite gut,dass das Moralische an erster Stelle steht. Ich wäre auch nicht wirklich begeistert,wenn einer in meiner Gegenwart einen Todeswunsch äußern würde ,viel mehr noch,wenn er mich diesbezüglich um Hilfe bitten würde,aber andererseits würde ich auch genau wissen,wie sich die Person fühlen muss und selbstverständlich möchte ich nicht,dass sich eine Person quälen muss.Gerade dann nicht,wenn mir diese Person nicht fremd wäre..
Ich denke,dass man da leicht in einen Zwiespalt kommen kann..

Liebe Grüße
Seelenschmerz
Beiträge: 401
Registriert: Montag 28. Dezember 2009, 16:35

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Seelenschmerz »

wenn man belegen kann, mit ärztlichen Attesten und so, dass man unheilbar schwerstkrank ist und das leiden dauerhaft überwiegt und keine chance auf besserung besteht... könnte man sich wohl eventuell an eine entsprechende Organisation in der Schweiz wenden..
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

Gilt das auch für psychische Erkrankungen ? ( Soweit ich weiß,soll das ja in der Schweiz so sein,ausserdem in Belgien und Luxemburg,oder so )


L.G.
H.P.-Baxxter
Beiträge: 9
Registriert: Mittwoch 9. November 2011, 17:09

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von H.P.-Baxxter »

Bei psychischen Erkrankungen geht es auch, allerdings wird das sehr viel seltener genehmigt, als wenn du bspw. unheilbaren Krebs hast. Ich habe auf youtube mal eine Reportage gesehen über einen Schweizer, der an bipolarer Affektstörung litt und bei dem eine Sterbehilfe genehmigt wurde. Er hatte durch seine Krankheit eine Körperverletzung begangen und wollte durch seinen Suizid, dass etwas Ähnliches oder Schlimmeres garnicht erst passiert und wollte vor allem den damit einhergehenden Konsequenzen entgehen.

Zu der Frage Niederlande/Belgien, etc.: Nur in der Schweiz sind auch Ausländer in der Sterbehilfe erlaubt und da wiederum machen das auch nicht alle Organisationen. EXIT z.B. nimmt im Gegensatz zu Dignitas nur Schweizer Staatsbürger.

Atteste braucht man denke ich mal auch nicht unbedingt, denn es wird in jedem Fall vorher ein Gutachten erstellt durch einen oder mehrere Fachärzte, die dann ggf. auch ein Rezept für Pentobarbital ausstellen. Wenn man sich da nur auf Atteste verlassen würde, könnten ja auch Leute mit gefälschten Attesten kommen. So etwas kann natürlich unangenehme rechtliche Konsquenzen für die jeweilige Sterbehilfeorganisation mit sich ziehen.
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

Ok..kann man nicht auch einfach zu einem Arzt gehen und das Ganze dann mit dem besprechen? So Organisationen wie Exit,oder so,sind zwar gut & schön,aber da dauert und kostet,und und und.....

L.G.
szilard
Beiträge: 470
Registriert: Dienstag 7. Dezember 2010, 10:37

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von szilard »

stünde Natrium-Pentobarbital nicht im Btmg - man würde sich viel Ärger ersparen. unzulässiges Wort Land, unzulässiges Wort Leute.
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

*?*
H.P.-Baxxter
Beiträge: 9
Registriert: Mittwoch 9. November 2011, 17:09

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von H.P.-Baxxter »

Nickiie hat geschrieben:Ok..kann man nicht auch einfach zu einem Arzt gehen und das Ganze dann mit dem besprechen? So Organisationen wie Exit,oder so,sind zwar gut & schön,aber da dauert und kostet,und und und.....
Was genau willst du mit dem besprechen? Dass er dir beim Suizid hilft oder dass er dir ein Gutachten schreibt, dass du unheilbar krank bist und leidest? Letzteres ginge wahrscheinlich schon, aber wird denke ich nicht so einfach von Sterbehilfeorganisationen anerkannt, sprich: die wollen das wahrscheinlich selbst nochmal nachprüfen.

Falls du Ersteres meinst, dann hoff mal darauf dass du einen sehr verständnisvollen Arzt hast, sonst bist du schneller in der geschlossen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses als du bis 3 zählen kannst. Und auch wenn er dich nicht gleich einweist, wird er dir wahrscheinlich nicht dabei helfen. Das Risiko ist für die Ärzte bei der Rechtslage in Deutschland einfach zu groß. Und wer will schon als Arbeitsloser enden, wenn er einen Dr. in Medizin hat...
Gaviota
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Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Gaviota »

Wir leben in einem Staat indem Ärzte einen Eid ableisten , Leben zu erhalten. Wegen einer " Lebensmüden" wird wohl kaum ein Arzt Sternehilfe leisten und danach ins Gefängnis wandern . Nicht mal ein Tierarzt schläfert ( in der Regel ) ein Tier ohne Not ein. Aber der Gadanke gefällt mir : Man müsste " einfach" zum Arzt wenn man nicht mehr leben will... da hätte man vermutlich Wartezeit bis ins nächste Jahrzehnt! Ich spinne weiter: es gäbe massenweise Arbeitslätze, freie Wohnungen und nur noch die Glücklichen Familien unter sich- der Rest wurde elementiert...Tötung auf verlangen, natürlich ganz unblutig und schmerzlos, unter Narkose. Das wäre was!!!
asher
Beiträge: 59
Registriert: Sonntag 20. Dezember 2009, 18:03

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von asher »

Gaviota hat geschrieben:Wir leben in einem Staat indem Ärzte einen Eid ableisten , Leben zu erhalten. Wegen einer " Lebensmüden" wird wohl kaum ein Arzt Sternehilfe leisten und danach ins Gefängnis wandern . Nicht mal ein Tierarzt schläfert ( in der Regel ) ein Tier ohne Not ein. Aber der Gadanke gefällt mir : Man müsste " einfach" zum Arzt wenn man nicht mehr leben will... da hätte man vermutlich Wartezeit bis ins nächste Jahrzehnt! Ich spinne weiter: es gäbe massenweise Arbeitslätze, freie Wohnungen und nur noch die Glücklichen Familien unter sich- der Rest wurde elementiert...Tötung auf verlangen, natürlich ganz unblutig und schmerzlos, unter Narkose. Das wäre was!!!
wozu brauche ich einen Arzt wenn ich sterben will. Arzt soll damit nichts zu tun haben.
Natrium-Pentobarbital sollte wie Aspirin frei verkauft werden. Das ist alles. (Es war glaube ich vor 30 Jahren aus so)
Jeder hat das Recht diese Welt schmerzlos zu verlassen egal ob er schwer krank ist oder ihm nur Wetter nicht gefällt.
grief100
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 18. November 2011, 19:12

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von grief100 »

ja asher. seh ich auch so. nur leider ist es nicht so und jeder muss es leider schon selbst in die hand nehmen
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

"Falls du Ersteres meinst, dann hoff mal darauf dass du einen sehr verständnisvollen Arzt hast, sonst bist du schneller in der geschlossen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses als du bis 3 zählen kannst. Und auch wenn er dich nicht gleich einweist, wird er dir wahrscheinlich nicht dabei helfen. Das Risiko ist für die Ärzte bei der Rechtslage in Deutschland einfach zu groß. Und wer will schon als Arbeitsloser enden, wenn er einen Dr. in Medizin hat..."

Wieso sollte man in einer geschlossenen Abteilung in der Psychiatrie landen,wenn es in der Schweiz ERLAUBT ist,sich das Leben zu nehmen,bzw. die Sterbehilfe anerkannt ist ?? O.o
Das wäre ziemlich paradox!
Ich habs letztens selbst noch nachgelesen,dass selbst bei andauerndem psychischen Leiden die Sterbehilfe geleistet wird. Nun gut,die moralische Seite wird sicherlich ebenfalls eine Rolle spielen,deswegen muss man schon an einen Arzt geraten,der das auch durchführen "will",wenn man ihn quasi um die "Todesspritze" bittet.

Oder meint du,dass das Ganze Probleme geben könnte,wenn man deutscher Staatsbürger ist ?
Nickiie

Re: Sterbehilfe..

Beitrag von Nickiie »

"Wir leben in einem Staat indem Ärzte einen Eid ableisten , Leben zu erhalten. Wegen einer " Lebensmüden" wird wohl kaum ein Arzt Sternehilfe leisten und danach ins Gefängnis wandern . Nicht mal ein Tierarzt schläfert ( in der Regel ) ein Tier ohne Not ein. Aber der Gadanke gefällt mir : Man müsste " einfach" zum Arzt wenn man nicht mehr leben will... da hätte man vermutlich Wartezeit bis ins nächste Jahrzehnt! Ich spinne weiter: es gäbe massenweise Arbeitslätze, freie Wohnungen und nur noch die Glücklichen Familien unter sich- der Rest wurde elementiert...Tötung auf verlangen, natürlich ganz unblutig und schmerzlos, unter Narkose. Das wäre was!!!"


Das geht in der Schweiz !!!!! Natürlich net so,ohne weiteres ( ich denke schon,dass Belege benötigt werden usw. ) aber es ist machbar !!!


"wozu brauche ich einen Arzt wenn ich sterben will. Arzt soll damit nichts zu tun haben.
Natrium-Pentobarbital sollte wie Aspirin frei verkauft werden. Das ist alles. (Es war glaube ich vor 30 Jahren aus so)
Jeder hat das Recht diese Welt schmerzlos zu verlassen egal ob er schwer krank ist oder ihm nur Wetter nicht gefällt."

Sehe ich auch so,allerdings ist es eben NICHT frei verkäuflich,oder habe ich was verpasst ?
Und damit nichts schief geht,sollte man eben einen Arzt zu Rate ziehen oder würdest du nach einem missglückten Versuch mit den möglichen Konsequenzen leben wollen...also ich nicht. :/ Abgesehen davon traue ich mich auch gar nicht und würde es alleine deshalb schon wahrscheinlich net probieren...
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