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Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Dienstag 4. Februar 2020, 21:04
von derSchatten
Ich verstehs nicht. Habe alles soweit parat für den perfekten, schnellen, schmerzlosen Tod. Und schaffs einfach nicht. Irgendwas hält mich in dem beschissenen Leben, wo es eigentlich definitiv nichts geben sollte. Kann mir jemand den ultimativen Tipp geben? Gerne auch per PM. Bräuchte nur eine Sekunde unreflexiven Denkens um endgültige Tatsachen zu schaffen für die lange Reise. Alkohol führt nicht zu dem beabsichtigten Erfolg. Dennoch mein größter Respekt vor denjenigen, die den Schritt schafften und zugleich mein tiefstes Mitgefühl.

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Mittwoch 5. Februar 2020, 17:22
von Dantes_Peak
Mir scheint, dass man den Selbsterhaltungstrieb nicht abstellen kann. Wenn alle anderen Gründe ausgeschlossen sind (Angehörige, Finder meines kalten Körpers, Etc.), dann könnte der sich doch auch vom Acker machen. Passiert aber nicht. :oops:
Ich kann mir nur vorstellen, in einer Phase der Enthemmung (wie auch immer die herbeizuführen ist), ist vielleicht der Schurke ganz klein

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Donnerstag 6. Februar 2020, 22:53
von Hurlinger
Ich scheitere schon an der für mich in Frage kommenden Art samt Beschaffung.
Das und überhaupt die Möglichkeit im Rücken zu haben würde es mir vielleicht um Welten leichter machen.
Gruß
Hurlinger

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Sonntag 9. Februar 2020, 23:05
von Hurlinger
Wenn das ganze bei mir auch so ablaufen könnte wie im Film, dann hätte ich im Laufe der letzen Woche die Infusion mit Sicherheit geöffnet und den inneren Widerstand (Lebenserhaltungstrieb oder was auch immer) damit durchbrochen.
Aber das werde ich hier in "D" wahrscheinlich nicht mehr erleben und wenn man körperlich noch nicht so kaputt ist, dass irgendwelche Heilkundigen noch meinen helfen zu können, gibt es auch sonst nirgendwo eine so sanfte Hilfe zum Freitod.
Leider.

https://www.addendum.org/sterbehilfe/be ... t-dem-tod/
Gruß
Hurlinger

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Donnerstag 13. Februar 2020, 00:54
von Hurlinger
Aber noch mal kurz in dem Zusammenhang.
Warum nutzen Organisationen wie Lifecircle Pnb I.V. und Dignitas z.B. mit Magenschutz vorher oral?
Sollte i.V. nicht sicherer sein und man kein Magenmittel brauchen?.
Die Vorstellung, dass i.V. sich so anfühlt wie eine Einleitung einer Narkose kann schon tröstend sein.
Gruß
Hurlinger

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Donnerstag 13. Februar 2020, 20:20
von Hurlinger
Habe heute das ganze Vorhaben noch mal verschoben bekommen.
Hier liegt eine Einweisung für die Psychiatrie.
Gruß
Hurlinger

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2020, 04:44
von Orgeluse
Radikales Ins-Auge-Sehen
hilft, erstmal.

Der "Schurke" bist du. Er ist genauso ein Teil von Dir wie der Teil von Dir, der hier schreibt.
Du bist Dein Selbsterhaltungstrieb - genauso, wie Du Dein Todeswunsch bist.

Sieh Dir das an, sieh Dich an.


Meine Hoffnung (die ich diese Selbstspaltung in den "Guten" [Todesbereiten] und den "Schurken" [Selbsterhaltungstrieb] seit nunmehr über neun Jahren kenne und daran langsam nicht mehr verzweifle):
Irgendwann erkenne ich mich so dermaßen selbst,
dass ich mich einfach nur noch vor mir ekeln, grundlegend tavorisiert in die Badewanne steigen und dort den Rest erledigen werde,
oder endlich wieder einmal von Grund auf über mich lachen, ans Meer fahren, Gischt schnuppern und meinen Bauch in die Sonne halten werde.


{Mir übrigens hilft die stete Erinnerung daran, dass uns der Tod gewiss ist.}

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Sonntag 16. Februar 2020, 11:46
von senay75
Ich zolle denen die es geschafft haben ohne lange Überlegungen, auch meinen tiefsten Respekt.

Ich weis es auch nicht genau was es ist das einen davon abhält den finalen Schritt zu gehen. :?
Psychologen würden sagen, dass ist ein Zeichen dafür dass man doch am Leben hängt. Aber das ist es nicht, wobei ich nur für mich sprechen kann.
Bei mir ist es schlicht und einfach Angst. Eine wenn auch irrationale Angst, das nach meinem Abgang, etwas noch vieeeel schlimmeres kommen könnte.

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Montag 27. Juli 2020, 18:35
von Girlunder
senay75 hat geschrieben: Sonntag 16. Februar 2020, 11:46 Ich zolle denen die es geschafft haben ohne lange Überlegungen, auch meinen tiefsten Respekt.

Ich weis es auch nicht genau was es ist das einen davon abhält den finalen Schritt zu gehen. :?
Psychologen würden sagen, dass ist ein Zeichen dafür dass man doch am Leben hängt. Aber das ist es nicht, wobei ich nur für mich sprechen kann.
Bei mir ist es schlicht und einfach Angst. Eine wenn auch irrationale Angst, das nach meinem Abgang, etwas noch vieeeel schlimmeres kommen könnte.


Wenn du diese Angst nicht los wirst hat das vielleicht einen Grund... Versuch doch, das herauszufinden
LG

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Mittwoch 5. August 2020, 19:04
von LetzteAusfahrt
Ehrlich gesagt,hatte ich sowas wie Selbsterhaltungstrieb glaube ich nie. Ich existiere nur noch, weil es rationale Gründe dafür gab.

Die allgemeinen sind jetzt aber auch weg, nur noch ein einziger ist übrig geblieben. Ist aber auch kein Problem, da dieser in kürze auch nicht mehr existiert.

Dann hält mich nichts mehr hier. Ich freu mich darauf :D

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Sonntag 9. August 2020, 23:08
von LetzteAusfahrt
Es gibt sicher Länder, in denen geplanter Suizid so extrem verfolgt wird, dass man über die IP Adresse jemanden ausfindig macht.

Aber zumindest in Europa wird das meines Wissens nicht gemacht.

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Sonntag 9. August 2020, 23:23
von Hurlinger
Nein, ich habe noch Familie in meinem Umfeld. Ich hatte eine sehr heftige depressive Episode, und war nicht mehr sehr weit von dem weg worüber wir uns hier austauschen. Wenn es Hilfe in Form von FTB gegeben hätte, wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht mehr. Wobei ich nicht weiß ob ich glücklich darüber sein soll, dass es sie nicht gab.
Hatte 20 von 24h geschlafen, eine sehr ernüchternde körperliche Diagnose bekommen, dass ich das Gefühl hatte es lohnt nicht dagegen anzustinken.
So gab es dann ein Gespräch mit meiner Frau und meiner Hausärztin, die dann mit einer Einweisung endete, mit der ich auch dann erst mal einverstanden war.
War ja nicht mein ersaer Aufenthalt in einer solchen Einrichtung.
Dort wurde wieder einmal ziemlich erfolglos mit Medikamenten experimentiert, so dass ich nun wegen der besch. Nebenwirkungen sicher bin, dass ich nie wieder Psycho-Pharmaka außer deftig sedierende Mittel an mich ran lassen werde.
Ich habe mich, Corona sei dank, nach 8 Wochen selbst entlassen und dümpel seit dem so vor mich hin und warte auf die nächste heftige Episode, von der ich mir sicher bin, dass sie gegen Winter kommt.
Gruß
Hurlinger

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Freitag 11. September 2020, 21:03
von glycerine
Hast du vielleicht einen Vitamin D Mangel?

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Samstag 12. September 2020, 12:23
von Danacee
Damit Kämpfe ich auch...diese letzte Sekunde es zu tun obwohl ich es so sehr will. Und wer sagt, dass wenn man es nicht schafft es nicht richtig will liegt falsch. Es ist so ein extrem ekelhaftes Gefühl es nicht zu schaffen.

Re: Selbsterhaltungstrieb, der Schurke...

Verfasst: Samstag 12. September 2020, 18:18
von LetzteAusfahrt
Danacee hat geschrieben: Samstag 12. September 2020, 12:23 Damit Kämpfe ich auch...diese letzte Sekunde es zu tun obwohl ich es so sehr will. Und wer sagt, dass wenn man es nicht schafft es nicht richtig will liegt falsch. Es ist so ein extrem ekelhaftes Gefühl es nicht zu schaffen.
Wer es nicht schafft, der will zwar sterben, hat aber mit dem Leben noch nicht definitiv abgeschlossen.

Das wirkt wie ein schwerer Anker