Hallo, ich würde mich gerne vorstellen.

Für alle, die ihre Lebensprobleme und Schickale mit anderen teilen möchten

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Phil
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Registriert: Freitag 18. Oktober 2019, 17:57

Hallo, ich würde mich gerne vorstellen.

Beitrag von Phil »

Hallo,

ich würde mich gerne vorstellen. Ich bin 22, komme aus Deutschland und trage nun schon seit locker 10 Jahren einen Todeswunsch mit mir herum. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass mein Leben beschissen ist, nur konnte ich mir nie richtig erklären warum das so ist. Im Moment macht mir vor allem mein Pilzbefall und mein verstümmelter Penis zu schaffen. Ich habe das Gefühl, dass Gott meine Genitalien hasst. Manchmal ist der Juckreiz so stark, dass ich das Gefühl habe, ich müsse mir meinen Hodensack ausreißen. Die Haut hat sich schon lichenifiziert. Der Hautarzt kümmert sich einen Dreck. Durch meine Genitalverstümmelung habe ich kaum sexuelles Empfindungsvermögen. Ich dachte früher, dass es normal sei, dass man bei der Masturbation und dem GV fast nichts spürt. Heute weiß ich es besser. Für mich ist Sexualität etwas sehr wichtiges und heiliges. Diese hat man mir gestohlen. Leider immernoch ein Tabuthema. Ich hatte auch schon zwei Nebenhodenentzündungen.
Ich war schon im Kindergarten ein Außenseiter. Meine Eltern haben früher viel gestritten. Ich war ein Unfall. Seit ich denken kann habe ich Hautprobleme. Als Kind Neurodermitis und jetzt der Pilzbefall. In der Grundschule habe ich angefangen zu stottern. Ich tue mir mit sozialen Kontakten schwer. Ich fühle mich ständig depressiv. Antidepressiva nehme ich keine mehr, da sie bei mir nicht wirken. Ärzte sind für mich Betrüger. Man wird behandelt wie ein Haufen Schei*e. Ich habe als Jugendlicher schon ein paar peinliche Suizidversuche unternommen. Ich dachte früher, es sei einfach sich das Leben zu nehmen. Als ich in der offenen Psychiatrie war, fühlte ich mich zum ersten mal von meinen Mitmenschen verstanden. Nichtjedoch von den Therapeuten, sondern von den Patienten.

Ich würde gerne Sterbehilfe in Anspruch nehmen, weil es für mich ein Teil meiner Selbstbestimmung und Menschenwürde ist. Alle anderen akzeptablen Methoden sind auch staatlich verboten. Außerdem möchte ich mir nicht heimlich bei einer ,,Nacht und Nebelaktion'' das Leben nehmen müssen, sondern in einem zivilisierten Umfeld und meinen Angehörigen auch die Möglichkeit geben, sich anständig zu verabschieden. Ein Freitod ist für mich nichts kriminelles. Wenn man sich das Leben nehmen möchte wird man jedoch fast behandelt wie ein Mörder.
Ich würde nicht sagen, dass ich unbedingt sterben will. Allerdings würde ich behaupten, dass ich auch nicht wirklich leben möchte. Wo also ist der Mittelweg?

Ich hoffe, dass man mich hier einigermaßen versteht.
LG
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