Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

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glycerine
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Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von glycerine »

Ich habe jeden Tag vor dem Schlafengehen einen Horrortrip, ich leide unter schweren Wahnvorstellungen, da ich aber keine Gefahr für andere bin, laufe ich frei rum, ich würde nie jemanden gefährden im Normalzustand, selbst dieser Horrortrip ist keine Gefahr für meine Mitmenschen weil ich nie auf die Idee komme, dass irgendwer etwas dafür kann, dass ich jeden Tag in der Hölle lande, ich höre Stimmen, ich höre sie sagen, dass sie mich am liebsten einsperren wollen, sie wollen mich nicht in ihrer Gegend haben, ich bin für sie minderwertig und habe keine Rechte.

Willkommen in der neuen Welt

Ich nehme schon Psychopharmaka gegen meine Leiden, ist ja bei der Krankheit für die meisten unabdingbar, aber sie machen leider nicht alles gut, deshalb will ich oft sterben, ich fühle mich unnütz und überflüssig, als reine Last für das System, ich koste nur, bringe nichts.
Thanatos
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Thanatos »

Das finde ich jetzt sehr interessant.
Du bist dir also bewusst, dass deine Wahnvorstellungen Wahnvorstellungen sind und dass die Stimmen nicht real sind?
Mir fallen da nämlich ein paar Bekannte von mir ein, die Stimmen hören, die sie für real halten. Sie zählen allerdings nicht als schizophren und laufen auch frei rum. Sie hören den Heiligen Geist reden oder gar Gott persönlich... und haben Wahnideen.
Ich will mich hier über niemanden lustig machen, wollte nur einmal zur Sprache bringen, dass in gewissen Kreisen Stimmenhören und Wahnvorstellungen völlig „normal“ sind und keineswegs als krank gelten...
In eben diesen Kreisen ist mir auch ein Schizophrener bekannt, der alle paar Wochen eine Depotspritze - mit welchem Wirkstoff auch immer - bekommt, die ihm offenbar hilft. Überdies helfen ihm diese Kreise insofern, als dass er dort seinen Wahnvorstellungen freien Lauf lassen kann. Ich erlebte Situationen, wo die Zuhörer begeistert von dem waren, was er von sich gab, obwohl es blühender Unsinn war.
Das soll jetzt keine Empfehlung an dich sein, glycerine, solche religiösen Kreise aufzusuchen. Mir war nur danach, davon zu berichten, was es in diesem Zusammenhang alles gibt...
Es grüßt,
Thanatos
glycerine
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von glycerine »

Finde ich interessant dass du anscheinend selbst jemanden kennst der Depotspritzen bekommt, die scheinen bei ihm anscheinend auch nicht alles hinzubiegen wie es der Brauch wäre, naja, am Morgen nach einem wahnwitzigen gute Nacht Trip bin ich sogar manchmal ganz gut drauf, es ist ja nicht so dass ich 24/7 nur am halluzinieren bin. Mit Menschen habe ich so meine Schwierigkeiten mit meiner Krankheit, aber auch nicht immer und auch nicht immer gleich
Thanatos
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Thanatos »

Der Vollständigkeit halber muss ich zum Bericht über jenen Schizophrenen noch hinzufügen, dass er ohne seine Depotspritze „im Dreieck hüpfen“ würde, wie mir eine Bekannte erzählte, die ihn von früher kennt, als er diese Spritzen offenbar noch nicht bekam. Also irgendwie scheinen sie doch zu helfen.
Das hindert ihn allerdings nicht daran, immer wieder aufs gleiche Thema zu kommen, wenn man sich eine Weile mit ihm unterhält. Er erzählt jedem, der es nicht hören will, wie sehr es ihm geholfen hat, dass er dieser und jener Person vergeben konnte.
Ich bin froh, dass er meine Telefonnummer nicht hat, denn wie mir Bekannte berichteten, bringt er es fertig, diese fast täglich anzurufen, um ihnen zu erzählen, wie sehr es ihm geholfen hat, dass er dieser und jener Person vergeben konnte... :roll:
Von diesem Thema mal abgesehen, ist er eigentlich ein ganz netter Mensch. Er macht übrigens nicht den Eindruck auf mich, als dass er mit Menschen Schwierigkeiten hätte. Na gut, ich kenne ihn allerdings auch nur aus einem Kreis von Menschen, die von seiner Krankheit wissen....
Die Ursache dürfte übrigens sein, dass er von seinem Vater mehrfach sexuell missbraucht wurde - und später auch noch von Freunden. Anfänglich hielt ich diese zweite Geschichte, die er mir zu einem viel späteren Zeitpunkt erzählte, für einen Widerspruch zur ersten, aber es könnte ja beides stimmen.
Schönen Tag noch,
wünscht Thanatos
glycerine
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von glycerine »

Ich kenne selbst ein paar Menschen mit Schizophrenie, ich war ja mehrmals in der Klappse, viele davon würden im Dreieck hüpfen wenn sie keine Medikamente bekommen würden, die einen müssen sie nehmen, es gibt öfters gerichtliche Anordnungen dass man seine Spritzen abholt, aber nicht alle müssen sie nehmen, viele nehmen diese auch freiwillig und ganz selbstständig ein.

Ich gehöre nicht wirklich zu der Gruppe, die es sicher auch zu Hauf gibt, die jedes Mal die gleichen Dinge erzählen. Ich falle oft gar nicht so extrem auf in der Gesellschaft von Menschen, aber ich habe leider ein großes Mißtrauen Menschen gegenüber, das wohl das gesunde Maß ein wenig überschreitet. Ich habe so als kleine Randerscheinung sogar manchmal beim Radio oder Fernseher ein wenig Mißtrauen, es ist aber nicht so schlimm dass ich jetzt heulend in der Ecke sitze, ich habe manchmal kleine Halluzinationen was den Fernseher oder den Radio betrifft, aber das nehme ich nicht so tragisch, ich erkenne schon dass das nur Hirngespinste sind, ich schmeiße nicht gleich den Fernseher aus dem Fenster oder schreibe irgend einem Promi einen Brief dass er nicht so über mich herziehen soll, das ist bei weitem nicht so schlimm bei mir. Ich registriere es, ich hake es als Blödsinn ab und ich vergesse es.

Die Stimmen vor dem Schlafengehen und die Angst dazu dass irgend ein Mörder gerade versucht bei mir einzubrechen, das sind die wirklich schlimmen Horrortripps die ich auch öfters habe, aber am nächsten Tag bin ich wieder der alte und ich trinke meinen Kaffee und setze mich zum Computer und denke nicht mehr daran. Es ist auch nicht so dass ich deshalb irgendwelche Handlungen mir ausdenken würde, ich meine, ich weiß ja dass es Blödsinn ist, es ist nur manchmal eben da wenn ich so alleine bin und ich versuche einzuschlafen.
Lichtglanzable
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Lichtglanzable »

glycerine hat geschrieben:Ich habe jeden Tag vor dem Schlafengehen einen Horrortrip, ich leide unter schweren Wahnvorstellungen, da ich aber keine Gefahr für andere bin, laufe ich frei rum, ich würde nie jemanden gefährden im Normalzustand, selbst dieser Horrortrip ist keine Gefahr für meine Mitmenschen weil ich nie auf die Idee komme, dass irgendwer etwas dafür kann, dass ich jeden Tag in der Hölle lande, ich höre Stimmen, ich höre sie sagen, dass sie mich am liebsten einsperren wollen, sie wollen mich nicht in ihrer Gegend haben, ich bin für sie minderwertig und habe keine Rechte.

Willkommen in der neuen Welt

Ich nehme schon Psychopharmaka gegen meine Leiden, ist ja bei der Krankheit für die meisten unabdingbar, aber sie machen leider nicht alles gut, deshalb will ich oft sterben, ich fühle mich unnütz und überflüssig, als reine Last für das System, ich koste nur, bringe nichts.
Hallo glycerine,

ich bin neu hier (angemeldet), lese aber schon einige Jahre in diesem Forum mit. Darüber hinaus habe auch ich Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen und Unterbringung in einer Psychiatrie.

Dein Beitrag hat mich animiert mich anzumelden und meine Erfahrungen einzubringen.

Dein Erleben erinnert mich ein wenig an den Film "A Beautiful Mind" über den Wissenschaftler John Nash. Er hat sich letztenendes mit "seinen" Halluzinationen arrangiert, sie akzeptiert und auch ignoriert.
Ich finde, je mehr man Dingen Platz in seinem Leben gibt, umso mehr Einfluss haben sie auf einen. Positiv als auch negativ. Nichtsdestotrotz ist die Anwesenheit dieser Halluzinationen etc. echt schlimm. Eigene Erfahrung. Aber Medikamente haben mir dabei nie geholfen, zumal ja gerade diese Anti-Psychotika oder Neuroleptika eben solche Nebenwirkungen verursachen! Echt abartig...
Ich habe Zyprexa genommen. Im Beipackzettel stand in der Rubrik Nebenwirkungen: plötzlicher unerklärter Tod.
Antidepressiva, die gegen suizidale Gedanken / Depressionen helfen sollen, haben als Nebenwirkungen Suizidgedanken.

Da frage ich mich, was das soll. Wollen die Medikamente uns nun helfen oder uns weiter in den psychischen und gesundheitlichen Ruin treiben?

Davon abgesehen, bin ich der Ansicht, dass fast jede psychische Störung eine Ursache hat. Und diese kann man eben nicht immer mit Medikamenten behandeln, weil eben Medikamente "nur" die Symptome behandeln, nicht aber die Ursache.

Das mal dazu,
liebe Grüße,
Lichtglanzable
Thorsten3210
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Thorsten3210 »

Davon abgesehen, bin ich der Ansicht, dass fast jede psychische Störung eine Ursache hat. Und diese kann man eben nicht immer mit Medikamenten behandeln, weil eben Medikamente "nur" die Symptome behandeln, nicht aber die Ursache.
Naja, das teilen sich die Meinungen, auch die der Psychiater. Die einen sagen, psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen beruhen lediglich auf einer Stoffwechselstörung im Gehirn, dass also die Botenstoffe durcheinandergeraten sind. Und das kann man mit Tabletten beheben bzw. ausgleichen. Die anderen meinen dagegen, in der Vergangenheit bzw. Kindheit muss was vorgefallen sein, also etwa ein traumatisches Erlebnis , da hilft dann nur Psychotherapie bzw. Psychoanalyse. Andere psychiatrische Erkrankungen wie z.B. Schizophenie oder manische Episoden kann man eh nur medikamentös behandeln.
Thanatos
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Thanatos »

Es könnte ja beides stimmen, indem zum Beispiel traumatische Erlebnisse den Stoffwechsel im Gehirn durcheinanderbringen.
Mir kommen Psychiater – von Psychotherapeuten ganz zu schweige - recht hilflos vor. Allerdings haben sie in ihrem Studium offenbar gelernt, diese Hilflosigkeit mit einem umfangreichen Wortschatz, den sie bei der „Diagnose“ verwenden, zu tarnen....
Lichtglanzable
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Lichtglanzable »

Thanatos hat geschrieben:Es könnte ja beides stimmen, indem zum Beispiel traumatische Erlebnisse den Stoffwechsel im Gehirn durcheinanderbringen.
Mir kommen Psychiater – von Psychotherapeuten ganz zu schweige - recht hilflos vor. Allerdings haben sie in ihrem Studium offenbar gelernt, diese Hilflosigkeit mit einem umfangreichen Wortschatz, den sie bei der „Diagnose“ verwenden, zu tarnen....
Da stimme ich dir zu. Ich denke, dass es mehrere Ursachen gibt. Persönliche Umstände, die sich dann psychosomatisch auswirken. Burnout zum Beispiel.

Hilflosigkeit... Der Beruf "Psychiater" gehört für mich umgestaltet oder ganz krass formuliert, gehört er abgeschafft!
Schwören diese Mediziner eigentlich auch den Hippokratischen Eid?
Denn wer Medikamente verschreibt, welche "plötzlicher ungeklärter Tod" als Nebenwirkung ausweisen, dem kann nicht am Menschenwohl gelegen sein...
glycerine
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von glycerine »

Die Medikamente können einen suizidal machen und depressiv, dagegen bekommst du dann Medikamente die leider genau das wieder auslösen, ein Teufelskreislauf. Der Grund warum ich nicht auf die Medikamente pfeife, ist dass ich ohne Medikamente dauerhaft 24 Stunden Stimmen hören würde und schwere Wahnvorstellungen hätte, es ist ein Teufelszeug und ich verfluche die Medikamente, aber was soll ich tun? Es gibt kein wirkliches Entrinnen für mich, mich wundert es nicht dass die Zahl der unzulässiges Wort bei dieser Krankheit bei 10% liegt, es hat sich schon ein Freund von mir wegen dieser Krankheit das Leben genommen und ich weiß auch nicht wo mir der Kopf steht, ich werde wohl versuchen bei Dignitas dranzukommen, aber wenn sie mir das verweigern, dann kann ich entweder mein Leben lang als lebende Leiche auf dieser Erde wandeln, oder ich versuche einen Schlussstrich zu ziehen, wenn es kein Risiko des Scheiterns gäbe, dann wäre ich wohl schon lange nicht mehr hier. Ich habe einfach sehr große Angst meine Situation noch schlimmer zu machen, wenn ich jetzt zum Beispiel im Rollstuhl auch noch sitzen müsste, oder auf künstlichen Sauerstoff angewiesen zu sein, dann hätte ich es nur schlimmer gemacht.

Ich nehme sage und schreibe ca. 12 verschiedene Medikamente, wobei für die Psyche "nur" drei anfallen, der Rest kommt daher dass die Medikamente einfach saublöde Nebenwirkungen haben.
Und diese Psychiater die sagen, dass man mit dieser Erkrankung ein ganz normales Leben leben kann, die würde ich gerne mal in meiner Situation erleben und dann fragen ob denn das wirklich so toll ist wie sie behaupten.
Thorsten3210
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Thorsten3210 »

glycerine hat geschrieben:ich verfluche die Medikamente
Früher wars sogar noch schlimmer, ich weiß nicht, ob Du die Neuroleptika, die vor Jahren verabreicht wurden noch kennst ? Das waren richtige Hammer-Dinger, z.B. das berüchtigte "Haldol Janssen" (Wirkstoff Haloperidol). Ich kenne jemanden, der musste das jahrelang nehmen, der saß dann auf dem Stuhl und seine beiden Beine haben unkrontolliert gezittert, war echt furchtbar. Da sind die jetztigen Neuroleptika wie "Zyprexa" noch harmlos gegen. Ich finde es nur schlimm, wenn man einen Haufen Medikamente schlucken muss (12 sind echt viel), diese aber nicht so wirken, dass es einem besser geht. Oder im Gegenteil sogar schlechter. Und zum Suizidrisiko: Es ist so, dass sowohl bei den tetrazyklischen Antidepressiva (z.B. Mirtazapin) als auch den SSNRI (z.B. Venlafaxin) das Suizidrisiko deutlich erhöht ist im Vergleich zu den alten trizyklischen ADs (z.B. Doxepin).
glycerine hat geschrieben:Ich habe einfach sehr große Angst meine Situation noch schlimmer zu machen, wenn ich jetzt zum Beispiel im Rollstuhl auch noch sitzen müsste,
Das ist auch meine große Angst, dass ein Suizidversuch schief geht und die gesundheitliche Lage noch schlimmer ist.
Lichtglanzable
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von Lichtglanzable »

glycerine hat geschrieben: Ich nehme sage und schreibe ca. 12 verschiedene Medikamente, wobei für die Psyche "nur" drei anfallen, der Rest kommt daher dass die Medikamente einfach saublöde Nebenwirkungen haben.
Und diese Psychiater die sagen, dass man mit dieser Erkrankung ein ganz normales Leben leben kann, die würde ich gerne mal in meiner Situation erleben und dann fragen ob denn das wirklich so toll ist wie sie behaupten.
Ein netter Interner unter Ärzten ist der Spruch "Verschreibe nichts was du selber nicht auch nehmen würdest."
Würden Psychiater sich glatt selbst ins Knie schießen...
Ich fände es interessant wenn Psychiater während der Ausbildung selber einmal solche Psychopharmaka nehmen würden u./o. ein oder zwei Nächte in der Psychiatrie, fixiert, verbringen würden. Dann überlegen sie es sich zweimal ob sie Hardcore Medikamente und Zwangseinweisungen anordnen.

Gegen eine solide und professionelle Psychotherapie (Verhaltens- und Gesprächstherapie, Psychoanalyse etc.) habe ich absolut nichts, da schon selber gehabt. Medikamente würde ich nur im absoluten Notfall einsetzen und dann nicht jahrelang, wie bei Phasenstabilisatoren wie Lithium.
Ich bin schon seit 5 Jahren "clean", aber ich bemerke immer noch Nachwirkungen der Medikamente (Carbamazepin, AD's, Lithium und Zyprexa) hinsichtlich Nebenwirkungen und der daraus resultierenden Metabolismen.

glycerine,
12 Medikamente zur gleichen Zeit empfinde ich persönlich schon als vorsätzliche Körperverletzung. Nicht zuletzt, da dieser nette Cocktail deine Sargnägel sein können. Böse formuliert: vergiss den Suizid, das machen schon die Psychopharmaka: möglich wären da nämlich Schlaganfall, Herzinfarkt, Organversagen (Leber, Niere). Bei der Masse an Medikamenten müssen deine Leber und Niere wahnsinnig arbeiten und verstoffwechseln. Die Frage ist, wie lange macht das dein Körper mit. Viel hilft eben nicht immer viel...

Thorsten3210 hat geschrieben: Früher wars sogar noch schlimmer, ich weiß nicht, ob Du die Neuroleptika, die vor Jahren verabreicht wurden noch kennst ? Das waren richtige Hammer-Dinger, z.B. das berüchtigte "Haldol Janssen" (Wirkstoff Haloperidol). Ich kenne jemanden, der musste das jahrelang nehmen, der saß dann auf dem Stuhl und seine beiden Beine haben unkrontolliert gezittert, war echt furchtbar. Da sind die jetztigen Neuroleptika wie "Zyprexa" noch harmlos gegen. Ich finde es nur schlimm, wenn man einen Haufen Medikamente schlucken muss (12 sind echt viel), diese aber nicht so wirken, dass es einem besser geht. Oder im Gegenteil sogar schlechter. Und zum Suizidrisiko: Es ist so, dass sowohl bei den tetrazyklischen Antidepressiva (z.B. Mirtazapin) als auch den SSNRI (z.B. Venlafaxin) das Suizidrisiko deutlich erhöht ist im Vergleich zu den alten trizyklischen ADs (z.B. Doxepin).
Ich glaube, dass Haldol immer noch verabreicht wird. Nebenwirkungstechnisch grauenvoll aber es funktioniert nach wie vor noch hervorragend bei der Behandlung.
Zyprexa ist so harmlos nicht! Das ist genauso ein Brummer. Es ist zwar "neu", hat aber genauso viel Schadkraft wie alteingesessene Mittel. "Abilify" ist m.E. nach das allerneueste Medikament auf dem Markt. Das wird als Alternative zu Zyprexa gewählt. Aber mit Abilify kenne ich mich nicht aus, da nie genommen, obwohl mein ehemaliger Psychiater mir das anstelle von Zyprexa verschreiben wollte. Wohl als inoffizielles Versuchskaninchen...
glycerine
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Re: Schizophrenie, Wahnvorstellungen und Angst

Beitrag von glycerine »

Abilify hatte bei mir überhaupt keine Wirkung. Ich habe das mal sechs Wochen als Monopräperat genommen.
Abilfy hat zwar weniger Nebenwirkungen, aber leider auch weniger Wirkung bei vielen.
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