Die Frage nach dem Sinn

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Deadly Snowflake

Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Deadly Snowflake »

And hat geschrieben: ernsthaft - frage ich mich oft nach der "genialität" der wissenschaft. zum einen erschafft sie tatsächlich phantastische dinge, auf der anderen verheerende dinge, mit denen man menschen mit minimal-einmaligem einsatz lebenslang foltern kann. so kleinigkeiten wie künstliche radioaktivität oder verheerende hirnschäden via psychopharmaka - weshalb "man" uns die innere fähigkeit gegeben hat, solche dinge überhaupt an lebewesen "auszuprobieren", ist für mich nicht mal rational (be)greifbar...
Wohl weil es kein "man" gibt der solches ermöglicht hat. Streicht man das grosse Subjekt und interpretiert alles als unabsichtliches Geschehen, dann findet man keinen tieferen Sinn, aber eine plausible Erklärung warum solch absurde Möglichkeiten existieren können. Dann hat man "Erkenntnis" auf Kosten von Sinnanspruch oder deren Einlösung (wohl nicht der beste deal, aber hat man eine Wahl?).
Setzt man ein Megasubjekt (Gott oder ähnliches) dann findet man allerlei Erklärungsversuche (mit Anspruch auf Sinnhaftigkeit!) im Bereich der Theodizee (steckt humane böse Absicht dahinter, wird wohl die `free will defence`-Strategie eingesetzt...aber um eine Theodizee für plausibel zu halten, muss man immer schon ein gehörig Mass an irrationaler Glaubensbereitschaft mitbringen, da sie allesamt zumindest einen ad-hoc touch haben und ganz grundsätzlich individuelles Leid nie konkret erklären können).
And
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Beitrag von And »

bingo, die frage war-ist-bleibt natürlich rhetorisch - da unser einzig gesichertes wissen aus grenzloser unwissenheit, glaube & vermutungen besteht, was sinn & beschaffenheit des universums (& wir als teil davon) anbelangt - oder eben alles aus sinnfreien zufällen besteht.

als mir das erste mal mit ca. 20 die frage aufkam, weshalb überhaupt irgendetwas existiert & warum mein denksystem diese frage stellen kann, hatte ich schlagartig das gefühl, ? am rande des wahnsinns entlangzuschlittern, so brutal war die erkenntnis der unwissenheit (& das fehlen jeglichen gefühls dazu). die meistmenschen werden solche fragen wohl niemals einholen, weil sie ein "handfestes" gefühl zum leben haben & das reicht... & ich vermute, meine unfähigkeit, das dasein loszulassen, liegt darin begraben, es nie als sicher & angenehm empfunden zu haben - zumindest seit der psychotrophen abschaltung (an das davor fehlt jede emotionale erinnerung).
wenn jmd. so etwas widerfährt, begibt sich das menschliche system offenbar automatisch (jenseits einer freien denk-entscheidung) auf sinnsuche - inkl. des paradoxons, was der automatismus bezweckt, wenn es letzlich doch keinerlei sinn gibt.

das prägnanteste offensichtlicher paradoxa - die unfähigkeit des menschl. geistes, sich endlichkeit sowie unendlichkeit vorzustellen (ergo ne erwiesenene kognitive begrenzung), erlaubt es mir zumindest, auch ohne spezielle vorstellung einen sinn in erwägung zu ziehen, der mit irdischem bewusstsein nicht greifbar ist.
sprich - eine feste überzeugung, dass es nichts & keinerlei sinn gibt, sehe ich als umkehrung des glaubens, dass es eine allmächtige steuerzentrale gäbe...
schachmatt, Mr. And - & ich bin genauso doof wie vor ner halben stunde... :roll:


"Ich weiss mit Gewissheit, dass es zu viel Gewissheit in der Welt gibt" - Michael Chrichton


oooh sorry, völlig OT - abgeglitten...
Chron
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Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Chron »

And hat geschrieben:oooh sorry, völlig OT - abgeglitten...
Ja - aber zu interessant, es auszulassen, auch wenn es mit dem Titelthema kaum noch etwas zu tun hat.
And hat geschrieben:als mir das erste mal mit ca. 20 die frage aufkam, weshalb überhaupt irgendetwas existiert & warum mein denksystem diese frage stellen kann, hatte ich schlagartig das gefühl, ? am rande des wahnsinns entlangzuschlittern,
Ist die Frage nach einem "weshalb" oder "warum" nicht auch schon eine Art von Glaube, etwas von irgendwoher Übernommenes? Also die Annahme (die dahinter steckt), alles müsse einen Sinn, Zweck, oder zumindest eine Ursprung-Folge-Kette (war-um, oder wes-halb = wessen, wieso halb) haben?

Ich war jünger, als ich irgendwoher, vermutlich aus einer religiös-christlichen Richtung, mitbekommen hatte, alles habe "einen Sinn", einen Zweck, sei für was da. Wieder mal überall kratzend, konnte ich nicht einsehen, was Mücken für einen "Sinn" haben sollten! Das konnte so als Theorie also nicht stimmen.

Später gab es zum Mücken-Thema mögliche Antworten: Sie dienen als Nahrung für Vögel. Vögel wiederum ... usw.; eben so ganze Zusammehänge in "Öko-Systemen". Und warum das so jucken muss (das bisschen Blut könnten sie sonst gern haben), hat auch irgendwie Gründe, für sie (NUR für sie): Damit das Blut nicht vorzeitig gerinnt und sie es aufsaugen können. Fehlt also der Natur noch die Erfindung einer solchen NICHT juckenden Substanz. Denn ich möchte immer, dass man möglichst gut zusammenleben kann; jedes Lebewesen seine Bedürfnisse befriedigt bekommt, ohne Anderen zu schaden.

Wie, warum, weshalb sich biologisches Leben entwickelt hat: Vielleicht einfach, weil es eben möglich war? Aus Spaß an der Sache, am Experimentieren, Gene neu zusammenmischen, verändern? Wenn dann aber so ein zusammengesetztes Lebewesen merkt, es leidet nur ... dann fehlt ein "Abschalter".
Oder, um aufs Titelthema zurück zu kommen: Sucht es sich eben einen. Ist das eigene Wohl (was auch im Leidensfall ein Ende sein kann) wichtiger als das Anderer (würden Mücken auch "denken", wenn sie könnten).
Deadly Snowflake

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Beitrag von Deadly Snowflake »

And hat geschrieben:bingo, die frage war-ist-bleibt natürlich rhetorisch - da unser einzig gesichertes wissen aus grenzloser unwissenheit, glaube & vermutungen besteht, was sinn & beschaffenheit des universums (& wir als teil davon) anbelangt - oder eben alles aus sinnfreien zufällen besteht.
Einzige Gewissheit besteht darin, dass ich existiere inkl. meinen mentalen Phänomenen (wobei mein Ich evtl. auch nur ein mentales Phänomen ist). Dass eine Aussenwelt existiert gründet auf plausiblen Annahmen, bewiesen werden kann aber schon das nicht werden. Und wie sollte sich solche Ungewissheit in einem Jenseits verändern? Erkenntnis bedingt eine Trennung von Subjekt und Objekt diese aber generiert die Möglichkeit dass fast alles ungewiss wird...die Aufhebung dieser Dualität führt ins Unbewusste...bezüglich der Sinnfrage ergeben sich ähnliche unlösbaren Probleme...
als mir das erste mal mit ca. 20 die frage aufkam, weshalb überhaupt irgendetwas existiert & warum mein denksystem diese frage stellen kann, hatte ich schlagartig das gefühl, ? am rande des wahnsinns entlangzuschlittern, so brutal war die erkenntnis der unwissenheit (& das fehlen jeglichen gefühls dazu).
Hast du dir schon mal vorgestellt, dass diese Frage immer gestellt werden kann? Was ist die Ursache Gottes, was der Sinn des Sinns etc.
das prägnanteste offensichtlicher paradoxa - die unfähigkeit des menschl. geistes, sich endlichkeit sowie unendlichkeit vorzustellen (ergo ne erwiesenene kognitive begrenzung), erlaubt es mir zumindest, auch ohne spezielle vorstellung einen sinn in erwägung zu ziehen, der mit irdischem bewusstsein nicht greifbar ist.
sprich - eine feste überzeugung, dass es nichts & keinerlei sinn gibt, sehe ich als umkehrung des glaubens, dass es eine allmächtige steuerzentrale gäbe...
schachmatt, Mr. And - & ich bin genauso doof wie vor ner halben stunde... :roll:

Du benennst die einzig mögliche `Lösung`: dass alles ganz anders ist als unser beschränkter Geist es zu denken in der Lage ist. Aber das impliziert doch, dass der solchermassen angenommene mögliche Sinn nichts mit unserem irdischen Dasein zu tun hat, nichts mit den von uns formulierbaren Fragen: warum Leid etc.
"Ich weiss mit Gewissheit, dass es zu viel Gewissheit in der Welt gibt" - Michael Chrichton
Und ich, dass es sich in einem Jenseits kaum anders verhalten würde...
Deadly Snowflake

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Beitrag von Deadly Snowflake »

Chron hat geschrieben: Ist die Frage nach einem "weshalb" oder "warum" nicht auch schon eine Art von Glaube, etwas von irgendwoher Übernommenes? Also die Annahme (die dahinter steckt), alles müsse einen Sinn, Zweck, oder zumindest eine Ursprung-Folge-Kette (war-um, oder wes-halb = wessen, wieso halb) haben?
Kaum jemand geht davon aus, dass alles einen Sinn und Zweck haben muss. Im Gegenteil, solches Denken ist seit 200 Jahren den Religionen überlassen. Wer mit der Wissenschaft in Berührung kommt wird von solchem Denken (zu recht oder unrecht) schnell `geheilt`. Die Annahme, dass alles eine Ursache hat, ist aber wohl tatsächlich mehr Glaube als etwas anderes.
Ich war jünger, als ich irgendwoher, vermutlich aus einer religiös-christlichen Richtung, mitbekommen hatte, alles habe "einen Sinn", einen Zweck, sei für was da. Wieder mal überall kratzend, konnte ich nicht einsehen, was Mücken für einen "Sinn" haben sollten! Das konnte so als Theorie also nicht stimmen.
Sinn, Zweck, Funktion, Ursache, Grund...alles unterschiedliche Begriffe mit zum Teil völlig anderen Inhalten. Zuerst müsste geklärt werden was darunter zu verstehen ist um sie `sinnvoll` brauchen zu können.
Später gab es zum Mücken-Thema mögliche Antworten: Sie dienen als Nahrung für Vögel. Vögel wiederum ... usw.; eben so ganze Zusammehänge in "Öko-Systemen". Und warum das so jucken muss (das bisschen Blut könnten sie sonst gern haben), hat auch irgendwie Gründe, für sie (NUR für sie): Damit das Blut nicht vorzeitig gerinnt und sie es aufsaugen können. Fehlt also der Natur noch die Erfindung einer solchen NICHT juckenden Substanz. Denn ich möchte immer, dass man möglichst gut zusammenleben kann; jedes Lebewesen seine Bedürfnisse befriedigt bekommt, ohne Anderen zu schaden.
Dass es juckt hat wohl auch die Funktion uns vor biologischen Gefahren zu warnen (auch wenn der Schmerz generell dies sehr unzuverlässig und unangemessen leistet).
Wie, warum, weshalb sich biologisches Leben entwickelt hat: Vielleicht einfach, weil es eben möglich war? Aus Spaß an der Sache, am Experimentieren, Gene neu zusammenmischen, verändern? Wenn dann aber so ein zusammengesetztes Lebewesen merkt, es leidet nur ... dann fehlt ein "Abschalter".
Oder, um aufs Titelthema zurück zu kommen: Sucht es sich eben einen. Ist das eigene Wohl (was auch im Leidensfall ein Ende sein kann) wichtiger als das Anderer (würden Mücken auch "denken", wenn sie könnten).
Grundlos...vielleicht, wahrscheinlich. Aus Spass an der Sache...wessen Spass, jenem der Gene? Wohl kaum. Leiden in der biologischen Funktion vor Gefahren zu schützen, ist tatsächlich kaum zu vereinbaren mit vielen Formen des Leidens (solches welches auf keine Gefahren verweist, zum reinen Selbstzweck ausartet, wo aber Schmerzen auf Gefahren hinweisen sollte, bleibt der Schmerz gänzlich aus oder meldet sich viel zu spät...). Die Produkte der Evolution im Sinne eines `intelligent design` zu verstehen, entspricht schlicht nicht der Realität. Sehr vieles ist schlicht unglaublich `unintelligent` gestaltet. Es hat das Ganze doch mehr den Anschein einer grossen Pfuscherei ohne `Sinn` für Sinn und Mass.
Anzan
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Anzan »

Der Sinn des Lebens ist leben!

So heißt es in einem Lied!

Treffender geht's nicht, finde ich!

Leb ist halt auch leben wenn es ? ist!

Mir hängt mein leben zum Halse raus und ich funktioniere nur so vor mich hin!

Aber ich lebe! Warum? Weiß ich nicht!

Aber ich lebe! Wie lange noch?! Ich weiß es nicht!

Der Sinn des Lebens ist leben! Danach ist nichts und wenn das jetzt so unzulässiges Wort ist...leben aber ist leben!

Klingt platt, ist aber so!
Deadly Snowflake

Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Deadly Snowflake »

Anzan hat geschrieben:Der Sinn des Lebens ist leben!
So heißt es in einem Lied!
Treffender geht's nicht, finde ich!
Leb ist halt auch leben wenn es unzulässiges Wort ist!
Mir hängt mein leben zum Halse raus und ich funktioniere nur so vor mich hin!
Aber ich lebe! Warum? Weiß ich nicht!
Aber ich lebe! Wie lange noch?! Ich weiß es nicht!
Der Sinn des Lebens ist leben! Danach ist nichts und wenn das jetzt so unzulässiges Wort ist...leben aber ist leben!
Klingt platt, ist aber so!
Deine Idee ist verwandt mit dem Zen-Buddhismus. Es gilt das Leben im hier und jetzt zu leben, dann hat das Leben zwar keinen Sinn, braucht aber auch keinen weil man wirklich ist und lebt. Im Zen wird auch von Wünschen abgesehen, ob Leid oder Glück...das ist letztlich einerlei. Nur: diese Lebensweise bedingt eine sich von den gewöhnlichen Ego-Mechanismen befreite Sichtweise, sprich: nur der Erleuchtete kann sein Leben, das Sein überhaupt so wahrnehmen...ein Unerleuchteter wird mit der Welt hadern und das Sinnhafte allenfalls in der Befriedigung seiner Bedürfnisse sehen. Dass der Sinn des Lebens das Leben sei, stimmt insofern als jedes Sinnangebot letztlich auf einen Zustand verweist (der von sich her umfassend befriedigt...ein Paradies eben), aber selbst noch dieser Zustand muss gelebt werden, im hier und jetzt, ein letzter Sinnzustand versperrt ein darüber hinaus gehen, impliziert, dass man endgültig angekommen ist. In der Regel findet solches bei der Sache bleiben dann statt wenn wir Lust erfahren oder in anderen Situationen die auf uns abgestimmt sind (Flow-Erlebnisse etc.), diese Begrenzungen will der Zen überwinden damit jeder Lebensaugenblick vollkommen angenommen werden kann wie er ist, ohne Fluchtbewegung oder Anhaftung. (Dummerweise gab/gibt es Übende die noch nach 30 Jahren keine Erleuchtung erlangten).
Anzan
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Anzan »

Was der Zen-Buddhist dann als Erleuchtung beschreibt ist für mich stumpfes Funktionieren!

Letztlich behindern bzw verhindern aber die Bedürfnisse wie z. B. Bewegung, schmerzfrei Leben, soziale Kontakte, Wünsche, etc (menschliche Bedürfnisse eben) bei mir den Zustand der sog. Erleuchtung und derart unbefriedigt führt das in den Zustand einer Depression!
Zumindest bei mir!

War Buddha also göttlich erleuchtet oder ggf depressiv?

:-)
Deadly Snowflake

Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Deadly Snowflake »

Anzan hat geschrieben:Was der Zen-Buddhist dann als Erleuchtung beschreibt ist für mich stumpfes Funktionieren!

Letztlich behindern bzw verhindern aber die Bedürfnisse wie z. B. Bewegung, schmerzfrei Leben, soziale Kontakte, Wünsche, etc (menschliche Bedürfnisse eben) bei mir den Zustand der sog. Erleuchtung und derart unbefriedigt führt das in den Zustand einer Depression!
Zumindest bei mir!

War Buddha also göttlich erleuchtet oder ggf depressiv?

:-)
Man kann natürlich darüber streiten was für ein Zustand der Zen-Buddhismus meint, was seine ethischen Implikationen sind etc. Aber von Stumpfheit würde ich nicht reden...es ist gewiss ein Zustand höherer Bewusstheit gegenüber dem was in und ausser uns ist. Zumindest wenn man die Tradition betrachtet, waren Zen-Meister alles andere als angepasste Figuren (handkehrum liess sich Zen und autoritär-nationalistische Ideologie im 20.Jh. bestens vereinbaren, ebenso wurde es instrumentalisiert um Firmenmitarbeiter auf Disziplin zu drillen...).
Der Zen intendiert ein Nichtverhaftetsein an eigene Wünsche und Ängste, er negiert sie nicht, aber betont dass Verhaftung oder auch Verdrängung Zustände des Egos sind, welche unweigerlich Leid erzeugen werden (dann wenn man mit seinen Bedürfnissen ins Leere läuft, oder Verdrängtes sich meldet). Buddhismus und Depression haben gar nichts miteinander zu tun. Ein `entspanntes` Verhalten gegenüber eigenen Ängsten und Hoffnungen ist bestimmt nicht depressiv (und würde selbst in westlichen psychologischen Theorien als gesund und erstrebenswert erachtet werden, Zen geht dann einfach einen Schritt weiter). Zen ist keine Therapieform, sondern setzt eine stabile Psyche voraus.
Dein Zustand hat wenig mit Erleuchtung zu tun...wobei ich dir recht gebe darin, dass auf dem Boden permanenten Leides es kaum möglich ist `erleuchtet` zu werden. Da würde es gelten erst einmal einen `Normalzustand` zu erreichen, der aber für manche Menschen schon unerreichbar scheint.
Anzan
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Anzan »

Mein Beitrag war auch nicht ganz ernst gemeint!

:-)

Ebenso wenig kenne ich mich mit Buddhismus aus!

In meinen Leben schaffe ich es auch nicht näher mich damit zu befassen!

In erster Linie geht's darum halbwegs zu funktionieren und den Schmerzen und Beeinträchtigungen Stand zu halten!

Sprich ich bin weit weg von Zen und noch weiter davon mal sowas wie zu meditieren!
Das ist in diesem meinen Schrotthaufen für mich nicht möglich!
Deadly Snowflake

Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Deadly Snowflake »

Anzan hat geschrieben:Mein Beitrag war auch nicht ganz ernst gemeint!

:-)

Ebenso wenig kenne ich mich mit Buddhismus aus!

In meinen Leben schaffe ich es auch nicht näher mich damit zu befassen!

In erster Linie geht's darum halbwegs zu funktionieren und den Schmerzen und Beeinträchtigungen Stand zu halten!

Sprich ich bin weit weg von Zen und noch weiter davon mal sowas wie zu meditieren!
Das ist in diesem meinen Schrotthaufen für mich nicht möglich!
Habe was dazu gelesen (Schmerz und Sinngebung), mal schauen ob ich das finden kann...
glycerine
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von glycerine »

Es gibt eine eigene Therapierichtung
Logotherapie
Sinntherapie
Sinnbehandlung
Viktor Frankl
And
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von And »

Deadly Snowflake hat geschrieben:
And hat geschrieben:
als mir das erste mal mit ca. 20 die frage aufkam, weshalb überhaupt irgendetwas existiert & warum mein denksystem diese frage stellen kann, hatte ich schlagartig das gefühl, ? am rande des wahnsinns entlangzuschlittern, so brutal war die erkenntnis der unwissenheit (& das fehlen jeglichen gefühls dazu).
Hast du dir schon mal vorgestellt, dass diese Frage immer gestellt werden kann? Was ist die Ursache Gottes, was der Sinn des Sinns etc.
yap, absolut - nichtsdestostrotz hat sie mir angst gemacht, sei es mein ganz persönlicher wahn-sinn oder einfach die unbegreifbarkeit von existenz oder nichts-existenz mit den werkzeugen meines geistes. mglw. liegt das schlicht an meiner emotionalen abspaltung & ist für andere menschen vielleicht ´ne irrelevante frage, da sie den sinn ihres daseins fühlen. meines besteht, solang ich denken kann, überwiegendst aus körperlichem schmerz, so dass ich mich gegen ur-essentielle fragen gar nicht wehren kann. denn meine suizidalität hat nie auf dem wunsch beruht, nicht zu leben sondern ausschliesslich auf flucht-vor-schmerz-gedanken.
Deadly Snowflake hat geschrieben:
And hat geschrieben:das prägnanteste offensichtlicher paradoxa - die unfähigkeit des menschl. geistes, sich endlichkeit sowie unendlichkeit vorzustellen (ergo ne erwiesenene kognitive begrenzung), erlaubt es mir zumindest, auch ohne spezielle vorstellung einen sinn in erwägung zu ziehen, der mit irdischem bewusstsein nicht greifbar ist.
sprich - eine feste überzeugung, dass es nichts & keinerlei sinn gibt, sehe ich als umkehrung des glaubens, dass es eine allmächtige steuerzentrale gäbe...

Du benennst die einzig mögliche `Lösung`: dass alles ganz anders ist als unser beschränkter Geist es zu denken in der Lage ist. Aber das impliziert doch, dass der solchermassen angenommene mögliche Sinn nichts mit unserem irdischen Dasein zu tun hat, nichts mit den von uns formulierbaren Fragen: warum Leid etc.
nein, nicht einzige, aber dennoch mögliche lösung. & im endeffekt banale 50:50 hoffnung (nicht glaube). a la - wenn schon irdisches vegetieren nicht erklärbar & für mich sinnfrei ist, könnte die antwort in bereichen liegen, die im hiesigen daseinszustand hier & heute nicht vorstellbar sind. dies könnte mit den formulierbaren fragen & vorstellungen verknüpft sein oder auch nicht.
mal ganz simpel zurück auf´s irdische übertragen: vor 200 jahren war es unmöglich, via einer plastikschachtel mit menschen zu kommunizieren, die ausser rufweite waren oder auf einer selbstfahrenden kutsche umher zu rasen. trotzdem wird´s schon menschen gegeben haben, die ebenjene phantasien hatten- doch vor der entdeckung des rades hat vermutlich selbst diese phantasie die menschliche vorstellungskraft überstiegen.
demnach ist m.e. theoretisch jedes noch so absurde szenario möglich, eben auch das unvorstellbarste.


ein denkbares: es gibt ja so einige wissenschaftl. paradoxe zustände & unerklärbare phänomene. ein interessantes finde ich, dass es noch eine handvoll naturvölker gibt, die Ø-lich weit über 100 jahre alt werden & dann einfach sterben - jedoch ohne all die degenerativen krankheiten, an denen in der zivilisation fast jeder mensch irgendwann stirbt (was nicht nur mit umwelteinflüssen & ernährung erklärbar ist). was, wenn nicht nur unser körper sondern auch unser wissen um uns selbst & den sinn irgendwann degeneriert ist ? uns vielleicht ein ur-wissen nicht mehr im mutterleib weitergegeben (oder überlagert) wird, weil es vor xy-generationen "abhanden gekommen" ist - auf eine nicht mehr vorstellbare weise ?

vorstellbar wäre, dass alle wissenschaft & religiosität ein unbewusst kollektiver "reparaturversuch" der spezies ist, dieses wissen wiederzuerlangen...
wie ich darauf komme ? man weiss mittlerweile, dass z. bsp. meine extremen somatischen beschwerden hauptsächlich folge der hochtoxischen wirkung von psychopharmaka im hirn sind. das gift blockiert je nach konkreter substanz & dosis bestimmte rezeptoren & transmitter, oft irreversibel. ABER: das gehirn versucht automatisch, blockierte rezeptoren zu ersetzen - & erschafft dabei leider mutierte verbindungen, die fehlfunktionieren & das nervensystem chronisch mit falschen & widersprüchlichen informationen versorgen (wenn die toxische wirkung stärker als das selbstheilungspotenzial ist). dies sind die gründe für die todesfälle & verheerenden spätfolgen bestimmter psychopharmaka.
dazu sollte man wissen, dass diese sogenannten anticholinerg wirkenden substanzen genau jene sind, die in extrem hoher konzentration die tödliche wirkung von chemiewaffen herbeiführen. durch irreparable totalblockade lebenswichtiger rezeptoren.
das sagt jetzt nix über den sinn & das warum, aber vielleicht viel über den wahnsinn, in dem wir leben, unser/e mögliche/s degeneration & vergessen ...
Deadly Snowflake

Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von Deadly Snowflake »

Du benennst die einzig mögliche `Lösung`: dass alles ganz anders ist als unser beschränkter Geist es zu denken in der Lage ist. Aber das impliziert doch, dass der solchermassen angenommene mögliche Sinn nichts mit unserem irdischen Dasein zu tun hat, nichts mit den von uns formulierbaren Fragen: warum Leid etc.
nein, nicht einzige, aber dennoch mögliche lösung. & im endeffekt banale 50:50 hoffnung (nicht glaube). a la - wenn schon irdisches vegetieren nicht erklärbar & für mich sinnfrei ist, könnte die antwort in bereichen liegen, die im hiesigen daseinszustand hier & heute nicht vorstellbar sind. dies könnte mit den formulierbaren fragen & vorstellungen verknüpft sein oder auch nicht.
Nach heutigem Stand der Argumentation: die einzige. Kein freier Wille, ergo willkürlich `zugeteiltes Leid, ergo sinnlos etc.: das kann man nicht anders denken, zumindest nicht wenn man sich intensiver damit befasst hat...hust. Mit rationalen Argumenten macht das alles keinen Sinn, nur ganz andere Argumente und Perspektiven lassen einen Sinn als möglich, aber gerade auch darum als unwahrscheinlich erscheinen. Das irdische Vegetieren ist doch erklärbar...nur darf man keinen Sinn unterstellen wollen! Wie du aber auf die 50:50 Idee kommst ist mir ein Rätsel: Agnostizismus heisst doch nicht, dass man alles was man nicht beweisen oder widerlegen kann als gleich wahrscheinlich erachten muss oder sollte. Unsere Welt spricht doch z.B. (Schluss von der Wirkung auf die Ursache) vielmehr für einen dekadent-sadistischen oder auch bloss desinteressiert-gelangweilten Schöpfer als für einen gütig-allmächtigen etc. (ich frage mich warum die Verknüpfung Schöpfer und gut-sein quasi automatisch geschieht, liegt das in der Natur eines Schöpfers?).

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mal ganz simpel zurück auf´s irdische übertragen: vor 200 jahren war es unmöglich, via einer plastikschachtel mit menschen zu kommunizieren, die ausser rufweite waren oder auf einer selbstfahrenden kutsche umher zu rasen. trotzdem wird´s schon menschen gegeben haben, die ebenjene phantasien hatten- doch vor der entdeckung des rades hat vermutlich selbst diese phantasie die menschliche vorstellungskraft überstiegen.
demnach ist m.e. [b]theoretisch[/b] jedes noch so absurde szenario möglich, eben auch das unvorstellbarste.[/quote]
Kann ich nicht nachvollziehen. Aber du sagst es selber : jedes noch so absurde Szenario. D.h. bei deiner 50:50 Chance geht es nicht um  eine 50%ige Chance, dass es sinnvoll zu und her geht. Absurde Szenarien sind schlicht weit mehr denkbar als sinnvolle (Sinn besteht aus Sinnangebot und deren Gutheissen durch ein  Subjekt, Sinn an sich gibt es nicht...ein weiterer Grund wesshalb die Idee dass alles einen Sinn hat oder für alle sinnvoll sein könnte unwahrscheinlich ist). Insofern würde ich sagen: dass es mehr gibt als was wir wissen mag 50:50 betragen (um des Argumentes willen), aber falls es mehr gibt, ist die Chance, dass es für alle etwas Sinn verbürgendes ist wohl bei 1:100000 etc. anzusiedeln, dass es überhaupt für manche Menschen zur Sinngebung taugt aber immer noch weit weniger wahrscheinlich als 50:50, eher bei 1:100 (wobei das natürlich nur willkürliche Zahlen sein können, die Tendenz ist entscheidend). 


[quote]ein denkbares: es gibt ja so einige wissenschaftl. paradoxe zustände & unerklärbare phänomene. ein interessantes finde ich, dass es noch eine handvoll naturvölker gibt, die Ø-lich weit über 100 jahre alt werden & dann einfach sterben - jedoch ohne all die degenerativen krankheiten, an denen in der zivilisation fast jeder mensch irgendwann stirbt (was nicht nur mit umwelteinflüssen & ernährung erklärbar ist). was, wenn nicht nur unser körper sondern auch unser wissen um uns selbst & den sinn irgendwann degeneriert ist ? uns vielleicht ein ur-wissen nicht mehr im mutterleib weitergegeben (oder überlagert) wird, weil es vor xy-generationen "abhanden gekommen" ist - auf eine nicht mehr vorstellbare weise ?[/quote] 
Ich assoziiere Denken/Wissen mit philosophischer Argumentation. Wie definierst du `Sinn` wie `Wissen` und inwiefern kann Sinn verbürgendes Wissen degenerieren? Aber ist egal...
Bezweifeln würde ich die Existenz solcher Völker, wie weiss man wie alt deren Mitglieder sind...bei Naturvölkern doch kaum feststellbar. Zudem wird es solche je länger desto weniger geben, jeder Kontakt mit der `zivilisiert`-technischen Welt (die unvermeidlich ist) ist der Anfang ihres Unterganges, nicht zuletzt weil dadurch neue Bedürfnisse bei ihnen geweckt werden, was nichts Gutes bezüglich ihres inneren Wissens bzw. dessen immanenten Wertes annehmen lässt. Dass es gesündere Lebenweisen als die unsere gibt: gar keine Frage, aber das ist auch nicht die Frage bzw. Antwort auf die grossen Sinnfragen. 

[quote]vorstellbar wäre, dass alle wissenschaft & religiosität ein unbewusst kollektiver "reparaturversuch" der spezies ist, dieses wissen wiederzuerlangen...[/quote]
Was verstehst du unter Wissen? Die grossen Fragen sind ihrer Natur zum Teil wohl nicht beantwortbar. Geschichtlich gesehen waren die ersten Menschen oder deren Vorfahren (Australopithecine) religionslos, von höherem Wissen bei ihnen zu reden, ist doch absurd. Und was Aborigines als Wissen beanspruchen, kann einfach auf keine unserer Sinnfragen eine rationale Antwort geben. Vielmehr sind es andere Seinsgestimmtheiten bei denen solche Fragen wie wir sie kennen nicht aufkommen, was aber nicht heisst, dass sie damit beantwortet wären (die meisten Urvölker wären wohl schamanistisch-mythisch geprägt, aber welche Antworten bieten solche Weltanschauungen auf unsere Sinnfragen? Keine)  .
 
[quote]wie ich darauf komme ? man weiss mittlerweile, dass z. bsp. meine extremen somatischen beschwerden hauptsächlich folge der hochtoxischen wirkung von psychopharmaka im hirn sind. das gift blockiert je nach konkreter substanz & dosis bestimmte rezeptoren & transmitter, oft irreversibel. ABER: das gehirn versucht automatisch, blockierte rezeptoren zu ersetzen - & erschafft dabei leider mutierte verbindungen, die fehlfunktionieren & das nervensystem chronisch mit falschen & widersprüchlichen informationen versorgen (wenn die toxische wirkung stärker als das selbstheilungspotenzial ist). dies sind die gründe für die todesfälle & verheerenden spätfolgen bestimmter psychopharmaka.
dazu sollte man wissen, dass diese sogenannten anticholinerg wirkenden substanzen genau jene sind, die in extrem hoher konzentration die tödliche wirkung von chemiewaffen herbeiführen. durch irreparable totalblockade lebenswichtiger rezeptoren.
das sagt jetzt nix über den sinn & das warum, aber vielleicht viel über den wahnsinn, in dem wir leben, unser/e mögliche/s degeneration & vergessen ...[/quote]
Was sind denn die eruierbaren Antworten auf unsere Sinnfragen, speziell: warum müssen einige leiden andere weit weniger z.B., bei den Naturvölkern. Ich lege die Hand ins Feuer, dass sie keine haben, ja nicht einmal die Fragen als sinnvolle begreifen. Ich vermute, dass du hier natürliches Leben mit sinnvollem in eins setzen tust, das mag so sein oder nicht (Frage der konkreten Bedürfnisse und Geschmäcker), aber eine solche Seinsweise impliziert keine Antworten auf Sinnfragen wie wir sie kennen vielmehr sind es Kulturen diesseits rationalen Fragens. Übrigens gibt es zumindest ein amazonisches Naturvolk welches beinahe systematisch Suizid begeht, vielleicht sind sie es die ein Urwissen haben, allenfalls jenes, dass es besser wäre nie gewesen zu sein...oder doch zumindest die Ahnung, dass ein Reich der Ahnen oder was auch immer dem irdischen, selbst naturnahen Dasein, vorzugswürdig sei.
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Re: Die Frage nach dem Sinn

Beitrag von And »

ich glaube, wir könnten ewig jedes argument für & wider einer vorstellung, glaube, behauptung oder beweis zerpflücken & fahren uns nur langsam in wortklaub ;-)
ausserdem bin ich im moment einfach schreibfaulst. drum belass´ ich es bei nem kurzstatement - es gibt so viele phänomene, offene fragen & ungreifbares, dass ich mich im endeffekt ausserstande sehe, zu irgendetwas eine qualifizierte aussage zu machen. lassen wir uns überraschen...
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