Es frisst mich auf

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nicval
Beiträge: 2
Registriert: Freitag 31. Dezember 2010, 21:07

Es frisst mich auf

Beitrag von nicval »

Wie oft ich auch versuche, dem zu entkommen; es holt mich immer wieder ein - die Sinnlosigkeit des Seins. Heute war seit längerer Zeit der erste freie Tag, an dem ich nicht arbeiten war und auch keinen Besuch hatte, oder sonstigen (Wochenend-)Verpflichtungen nachzugehen hatte. Es ist schrecklich. Ich versuche mich mit Fernsehen und Internet abzulenken, aber es hilft mir nicht. Vielmehr verfalle ich wieder in die alten selbstzerstörerischen Muster des selbstbedauernden vor-mich-hin-Leidens. Meine Musikauswahl bietet die passende Untermalung zu diesem Zustand.

So lange ich (sinnstiftend) beschäftigt war, war das kein so raumeinnehmendes Thema mehr für mich. Aber man muss kein Nihilist sein, um zu erkennen, wie sinnlos die Existenz an sich doch ist. Und wie wenig Hoffnung auf Besserung an diesem Zustand besteht. Liebe, Familie, Arbeit und Freizeit sind doch nur vorübergehende Ablenkungsmanöver, um diese Wahrheit möglichst weit weg schieben zu können. Ich dreh mich im Kreis – das hatten wir alles schon mal.

Ich sehe keinen Ausweg – weder für mich, noch für die anderen. Aber die anderen wissen zum Glück nicht, dass es keinen Ausweg gibt.



Was für ein Luxusproblem.



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dedanny
Beiträge: 25
Registriert: Montag 29. November 2010, 16:42

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von dedanny »

Hallo nicval,

Woher willst du wissen, dass das Sein (die Existenz im Allgemeinen) so völlig sinnlos ist?

Da muss ich grade an Intelligenz an sich denken. Und ferner: Wenn z.B. die Computer wüssten, was wir mit denen anstellen und sie(die Computer) die Unvernunft in unserem Handeln erkennen(im Sinne von "nicht überlebensfähiges Menschenvieh"). Vielleicht werden sie sich wirklich dann irgendwann gegen die Menschen auflehnen *g*.

Und für uns Menschen gilt das selbe. Wir ham zwar auch Intelligenz, aber dazu sind etwas lebendiges. Im Gegensatz zum Computer, der nur Logik kennt, sind wir ein Organismus, der genau wie alle anderen Organismen auf Fortpflanzung und Überleben programmiert ist - dazu sind wir halt, im Gegenteil zu den meisten anderen Organismen, mit Intelligenz, bzw. der Gabe der Venunft gesegnet. Unseren Gedanken sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Wir können aus unserer vermeindlichen Bestimmung(Existenzwahrung) ausbrechen, bzw. eine neue Bestimmung suchen, wie z.B. die Suche nach "der Wahrheit". Außerdem gibts da auch noch die Kreativität. Und Moral! Und Gefühl von Gerechtigkeit, welches ja angeblich jedes Säugetier mit seiner Geburt auf die Welt bringt. Hach ja...
Die Menschheit ist noch extrem jung, im Vergleich zu anderem irdischen Leben. Was die nächsten 100 Jahre bringen weiss kein Mensch.

Also zumindest könnte ich "das Sinnvolle" allein durch Logik nicht ausschließen und ich wüsste auch nicht, dass es jemand kann. 8)
nicval
Beiträge: 2
Registriert: Freitag 31. Dezember 2010, 21:07

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von nicval »

dedanny hat geschrieben:Woher willst du wissen, dass das Sein (die Existenz im Allgemeinen) so völlig sinnlos ist?
Aus empirischer Selbstbeobachtung.

Ich gebe zu, für eine wissenschaftliche Studie reicht die Anzahl der Probanden nicht ganz aus. Andererseits habe habe ich zuvor auch nur meine eigene, persönliche und damit subjektive Meinung kundgetan.
Und andersherum gefragt: Was sollte der Sinn der Existenz im Allgemeinen denn sein?

dedanny hat geschrieben:Im Gegensatz zum Computer, der nur Logik kennt, sind wir ein Organismus, der genau wie alle anderen Organismen auf Fortpflanzung und Überleben programmiert ist - dazu sind wir halt, im Gegenteil zu den meisten anderen Organismen, mit Intelligenz, bzw. der Gabe der Venunft gesegnet. Unseren Gedanken sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Wir können aus unserer vermeindlichen Bestimmung(Existenzwahrung) ausbrechen, bzw. eine neue Bestimmung suchen, wie z.B. die Suche nach "der Wahrheit". Außerdem gibts da auch noch die Kreativität. Und Moral! Und Gefühl von Gerechtigkeit, welches ja angeblich jedes Säugetier mit seiner Geburt auf die Welt bringt.
Das Bedürfnis nach Fortpflanzung inkl. Weitergabe der Gene zähle ich zu den angeboren Instinken. Nichts, was man heutzutage noch verfolgen müsste. Und mal nebenbei: Warum sollte das (Existenzwahrung) eigentlich unsere (vermeindliche) Bestimmung sein?
Netter Ansatz übrigens, seinen (persönlichen) Sinn über das Finden einer selbstausgesuchten Bestimmung zu definieren. Das haben, soweit ich weiß, schon mehrere Philosophen in ähnlicher Form festgehalten. A la, es gäbe keinen Sinn, wenn man dem Leben nicht selbst einen gibst. Ob diese Bestimmung dann aber wirklich sinnvoll ist, ist erstmal dahin gestellt und natürlich auch wieder abhängig vom gesellschaftlichen Kontext, etc..

Ergo: Wenn ich nicht bereit bin, meinem Leben einen Sinn zu geben, hat es für mich auch keinen.

Nevermind hat geschrieben:
nicval hat geschrieben: (...)wie sinnlos die Existenz an sich doch ist. (...)
Genau das macht sie doch spannend und lebenswert. Wir funktionieren doch sonst stets im Sinne von irgendetwas. Etwas Sinnloses tun, erleben zu duerfen, zeitlose, glueckliche oder traurige oder auch lustige Momente - ist genau das nicht der Sinn des Lebens.
?
Das ergibt für mich nichtmal einen inhaltlichen Sinn.
Diese Dinge, die wir tun und erleben, sind vielleicht Merkmale unseres Lebens, aber wie gesagt, das macht sie für mich nicht wirklich sinnvoll. Sie geschehen halt.

Aber danke fürs Lesen und dafür, dass ihr beiden euch die Zeit genommen und die Mühe gemacht habt, zu antworten.
Rasiel
Beiträge: 1380
Registriert: Freitag 26. November 2010, 14:23

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von Rasiel »

Ergo: Wenn ich nicht bereit bin, meinem Leben einen Sinn zu geben, hat es für mich auch keinen.
Genau und dann musst du nunmal dieses sinnlose Leben leben, eigentlich doch schade.
Was du schreibst betrifft nur dich und dein Leben, denn viele Menschen leben nunmal gerne, ihr Tag ist ausgefüllt und sie sind zufrieden,
dazu gehöre ich. (hoffe ich muss kein schlechtes Gewissen haben)
Ich halte mein Leben ganz und gar nicht für sinnlos, weil ich meinem Leben einen Sinn gab. (war nicht immer so)
Wenn jemand krank ist, das heißt schwere Depris hat, wird es ihm nicht möglich sein immer einen Sinn im Leben zu sehen, wenn überhaupt, aber darauf hat er dann wenig Einfluss.
Oder Menschen die eine Suchterkrankung haben und die Kurve nicht mehr kriegen, verlieren früher oder später denn Sinn ihres Lebens, auch diese Menschen sind krank und haben nur noch wenig Einfluss auf ihr Leben.
Dann gibt es aber Menschen die schwerstkrank sind ,austherapiert, die leben ihr Leben bis zum letzen Atemzug sinnvoll, sie gestalten sich ganz bewusst ihren Alltag, vor diesen Menschen habe ich die höchste Achtung.
Ich persönlich denke, es kommt darauf an, was ich aus meinem Leben mache, ob ich überhaupt etwas daraus machen kann !?
Und das hängt von vielen Faktoren ab, die eigene Kindheit trägt natürlich viel dazu bei.
Geld spielt dabei keine so wichtige Rolle wie immer gerne behauptet wird, es macht es nur manchmal angenehmer.
over
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Wohnort: planet erde

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von over »

nicval, ich kann dich sehr gut verstehen.
Habe gelesen und dachte nur: Ja, verdammt, so ist es. So fühlt es sich an. Und es gibt kein Entkommen. Nur temporär.

Bin jetzt nicht grad optimistisch wegen einer Antwort deinerseits, scheint mir schwer, dass du gegangen bist. Na ja.
Dennoch, du wurdest gelesen.
MMaus

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von MMaus »

Doch Rasiel, leider spielt Geld immer wieder eine Rolle, leider eine sehr wichtige.

Was den Sinn des Lebens angeht: Muß das Leben denn einen Sinn machen?

Leben heißt leben, aber nur das.

Was wir da noch an Anforderungen an uns selber hineinpacken oder an Ansprüchen an andere, ist für jeden sein eigenes, ureigenes Problem.

Das Leben selbst verlangt nicht von uns, daß es sinnvoll ist. Wir tun es und quälen uns damit.
mortal

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von mortal »

Die Sehnsucht des Menschen ist es zu wachsen. Sich an "etwas" aufzurichten. Sich an etwas zu partizipieren. Um somit einen "Sinn" in seinem Leben zu bekommen.
Dabei muss jenes, an dem wir wachsen, immer größer sein als wir selber es sind.
Der eine geht in die Partei um dort den Sinn seines Daseins zu finden. Doch wenn er aus seinem Amt gejagt ist, oder abtritt, oder aufhört, dann ist die gleiche schreckliche Leere in ihm, wie sie vorher auch war.
Der andere sieht den Lebenssinn in der Partnerschaft. Aber was ist, wenn der Partner sich trennt? Oder vor einem stirbt?
Die gleiche schreckliche Leere wie zuvor.
Eigentlich gibt es nur eines, was größer ist als der Mensch, was ihn überdauert, und an dem er wachsen kann.

Ich empfehle ein Buch, das antworten gibt: "Krummes Holz, aufrechter Gang". Helmut Gollwitzer.
MMaus

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von MMaus »

Da empfehle ich eher die Ringparabel aus dem Buch Nils Holgerson.

Da geht es darum, daß man einem jungen Baum einen Ring anlegt, daß er ganz schnell groß wird.

Ja, er wird groß, aber altert dann sehr schnell und stirbt.

Was lernt man daraus?
mortal

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von mortal »

MMaus hat geschrieben:Da empfehle ich eher die Ringparabel aus dem Buch Nils Holgerson.

Da geht es darum, daß man einem jungen Baum einen Ring anlegt, daß er ganz schnell groß wird.

Ja, er wird groß, aber altert dann sehr schnell und stirbt.

Was lernt man daraus?

Ja, was?
Kinder an die Macht? Illusionistisch.
Immer Kind bleiben? So funktioniert die Welt nicht.
Frei wachsen lassen? Frei wofür?

Kennst du überhaupt "Krummes Holz", oder warum meinst du dein Vorschlag sie doch der bessere?
Manuela Maria
Beiträge: 1054
Registriert: Montag 28. Januar 2008, 10:14

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von Manuela Maria »

MMaus hat geschrieben:Da empfehle ich eher die Ringparabel aus dem Buch Nils Holgerson.

Da geht es darum, daß man einem jungen Baum einen Ring anlegt, daß er ganz schnell groß wird.

Ja, er wird groß, aber altert dann sehr schnell und stirbt.

Was lernt man daraus?

Das was man sucht, finden wir in uns selbst... Treffer Qolte2011 ... UPPS nicht einmal auf sein inneres kann man sich verlassen

Zum zweiten: Sich keinen Ring umlegen lassen, wenn es nicht der richtige ist
Orgeluse
Beiträge: 862
Registriert: Dienstag 23. November 2010, 00:04

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von Orgeluse »

In den Raum:

Kann's sein: Hier geht einer um ..., der evangelisch beschwört und doch nur all seinen Hass predigen möchte? Uns.

Sterblicher, "Zerriebener", zeige uns Deine Wunden, nicht Deine Wut, wär' das was?

Orgeluse
Manuela Maria
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Registriert: Montag 28. Januar 2008, 10:14

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von Manuela Maria »

Zitat: Orgeluse
zeige uns Deine Wunden, nicht Deine Wut, wär' das was?
Guter Satz.
Wut ist gespickt mit Wunden. Na ja, sie ist zumindest ein Ausdruck tiefer Verletzungen und Ohnmacht.

Manuela Maria
Qualta
Beiträge: 54
Registriert: Montag 1. November 2010, 11:34

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von Qualta »

@ nicval

Du sprichst mir aus der Seele mein Guter!
Die Sinnlsoigkeit des Seins..... trifft es sehr gut.
coldtime

Re: Es frisst mich auf

Beitrag von coldtime »

Der folgende Beitrag ist sinnlos und kann daher ignoriert werden.

"Und wenn alles gefressen ist, was dann. Es kommt zurück, leicht verändert aber es kommt stets zurück. Ob nun mit Sinn oder nicht. Wurde eine Grenze überschritten, gibt es kein zurück mehr. Es nützt alles nichts, egal was man versucht, denn der Lebenswille ist verloren, gestorben. Man merkt es nicht sofort, ein schleichender Prozess der sich über Jahre hinziehen kann. All die Gefühle, all die Gedanken, sie retten einen nicht. Nicht mal Gott. Doch will man gerettet werden, will man das Glück zurück, ein schönes Leben. Nein! Nichts davon. So scheint es doch fast der Freitod sei der einzige Weg, die letzte Option. Mitnichten. Das wäre viel zu einfach, oh nein. Wenn, dann wird es ausgekostet bis aufs Limit. So tief gefühlt das man innerlich verbrennst, So viele Gedanken das sie einen in den Wahnsinn treiben. Es wird nicht ausgehalten, denn das ist nicht möglich, es kann nicht hingenommen werden. Es kann nicht erduldet werden. Es vernichtet einen, immer und immer wieder, bis man ausgelöscht ist. Tot. So geht das gefresse wieder los. Man kann nicht mehr, man ist nichts mehr und doch geht es wieder los. Was nützt es, bringt es Stärke oder Erfahrung. Nein. Die Realität verschwimmt, ob Traum, ob nicht. Aber warum dennoch all diese Mühe, all diese Anstrengung. Für mehr Vernichtung, die Auschlöschung muss absolut sein, ohne wiederkehr. Der Kreislauf muss beendet werden"
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