Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Praktische Erlebnisberichte und Hilfestellungen aus der Foren-Community; erfolgreiche und gescheiterte Therapien; Erfahrungen mit Psychotherapien und Therapeuten

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

glycerine
Beiträge: 932
Registriert: Mittwoch 9. Mai 2012, 16:13

Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von glycerine »

Ich bin hin und hergerissen, manchmal denke ich mir, ich sollte einfach mal eine Weile in eine Klappse gehen, weil ich einfach wirklich mal wieder voll down bin und überhaupt nicht mehr weiß wie ich klarkommen soll, aber das schreckliche ist ja, dass einem dort vielleicht neue Tabletten angeboten werden und man sonst wenig bis gar keine Hilfe erhält.
Springer

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Springer »

Ist wahrscheinlich Glückssache...mich schreckt das Klinikambiente und alles drum und dran (eine "Nummer" als Patient zu sein) sehr ab, war aber nur mal für eine Nacht da. Und mit Medikamenten werfen die ganz schnell um sich, das ist klar.
Agnetha
Beiträge: 294
Registriert: Donnerstag 11. Februar 2016, 11:34
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Agnetha »

Ich war noch nie in einer Psychiatrie und würde da freiwillig nicht hingehen. Ich habe auch noch nie gehört, dass sich jemand dort gut aufgehoben und verstanden gefühlt hat.
Gartenzwerg
Beiträge: 16
Registriert: Montag 20. Februar 2017, 21:53

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Gartenzwerg »

Ich war 6 Monate in einer Psychiatrie in Frankfurt am Main. Das war das einzige, was mir geholfen hat. Ich fühlte mich pudelwohl und mir geht es seit dem super.
Geh einfach hin, lass dir die Station(en) zeigen, sprich mit dem Personal, bekomme einen Eindruck auch über die Therapien.
Last Escort
Beiträge: 57
Registriert: Dienstag 28. Februar 2017, 17:14
Wohnort: BW

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Last Escort »

Gartenzwerg hat geschrieben:Ich war 6 Monate in einer Psychiatrie in Frankfurt am Main. Das war das einzige, was mir geholfen hat. Ich fühlte mich pudelwohl und mir geht es seit dem super.
Geh einfach hin, lass dir die Station(en) zeigen, sprich mit dem Personal, bekomme einen Eindruck auch über die Therapien.
Hallo Gartenzwerg,

das klingt wirklich sehr interessant. Ich habe mich die Frage von glycerine auch schon gestellt. Die Hürde da freiwillig hinzugehen ist ja schon ziemlich groß.
Kannst Du mir mal deine positiven Erlebnisse sowie Dein vorher und nachher Zustand schildern? Was hat Dir da am meisten geholfen?
coldtime

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von coldtime »

Eine stationärer Psychiatrischer Aufenthalt, kann manchmal wirklich praktisch sein. Wenn man völlig im Eimer ist, kanns dadurch durchaus besser werden. Man muss nur beim Aufnahmegespräch seine Situation genau schildern. Bei Suizidgedanken wird nur kaum was getan(was auch) geben dir die Möglichkeit immer drüber zu Reden. Mir hatts manchmal geholfen mich drin zu stabilisieren. Medikamente muss man nicht nehmen, kriegst aber meist das was du brauchst. Zb. was gegen Unruhe oder was zum schlafen.

Man kann keine Wunder erwarten, die "Behandlung" ist oberflächlich. Eigentlich tut man sich selbst therapien, man hat viel Zeit für sich. Einen wiederholenden Rhythmus mit fester Tagesstruktur.

Angst braucht man keine davor zu haben, unbegründet. Fixierungen und Zwangsmedikation sind eher selten :D
Zuletzt geändert von coldtime am Mittwoch 22. März 2017, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.
Erloesung
Beiträge: 281
Registriert: Montag 26. Januar 2009, 00:00

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Erloesung »

coldtime hat geschrieben:Eine stationärer Psychiatrischer Aufenthalt, kann manchmal wirklich praktisch sein. Wenn man völlig im Eimer ist, kanns dadurch durchaus besser werden. Man muss nur beim Aufnahmegespräch seine Situation genau schildern. Bei Suizidgedanken wird nur kaum was getan(was auch) geben dir die Möglichkeit immer drüber zu Reden. Mir hatts manchmal geholfen mich drin zu stabilisieren. Medikamente muss man nicht nehmen, kriegst aber meist das was du brauchst. Zb. was gegen Unruhe oder was zum schlafen.

Man kann keine Wunder erwarten, die "Behandlung" ist oberflächlich. Eigentlich tut man sich selbst therapien, man hat viel Zeit für sich. Einen wiederholenden Rhythmus mit fester Tagesstruktur.

Angst braucht man keine Angst davor zu haben, unbegründet. Fixierungen und Zwangsmedikation sind eher selten :D
Naja.. ich finde schon, dass man Angst haben muss. Jedenfalls in der Geschlossenen.
Denn die Ärzte wollen einen oft einen "Betreuer" andrehen. Und wenn man sowieso "psychisch kaputt" ist in dem Moment, dann sagt der Richter "ja Herr Doktor sie haben Recht, der ist ja total kaputt und kommt nicht alleine klar".
UND wenn ein Betreuer einmal eingesetzt ist, dann kriegt man den nicht mehr so schnell weg. Und DER entscheidet dann über DEIN Leben.

Ansonsten, stimmt mit den Fixierungen, wenn man sich "normal" verhält wird man nicht fixiert, nur wenn man halt durchdreht wird man fixiert. (wobei Fixierungen auch nur auf geschlossenen passieren glaub ich)

Ich hatte einmal ein Beschluss über 6 Wochen. Nach den 6 Wochen dachte ich: "gut jetzt läuft ja der Beschluss morgen ab, da kann ich endlich heim" - nix wars. Die Ärzte haben mich weiterhin dort behalten und hätte ich aufgemuckt, hätten sie wieder einen Richter geholt, der den Beschluss verlängert.

Es hat alles seine Vor- und Nachteile.
WENN dann würde ich eher zu einer offenen Station raten, aber da muss man eben auch viel mitmachen. Von Malen, basteln, Sport, Ergotherapie und lauter so Zeugs halt. Wenn man das nicht mitmacht, fliegt man raus.
coldtime

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von coldtime »

Kennst dich aus, brauch dazu nichts weiter zu sagen.
TraurigER
Beiträge: 147
Registriert: Samstag 27. März 2010, 12:12

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von TraurigER »

Ich bin freiwillig in die geschlossene in Haar gegangen. Sie hat mir unheimlich gut getan. Klar du bekommst auch viele Medis, aber dir geht es schlecht, dann ist das ok.
Wäre es mir aktuell möglich, würde ich wieder rein gehen, aber hoffen nie wieder raus zu kommen.
Ich will sterben!!!!
coldtime

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von coldtime »

Heilige unzulässiges Wort, kannst mich anschreiben Alter. Was denn passiert? Klingt schrecklich akkut.
Warum kannst du nicht wieder rein?
TraurigER
Beiträge: 147
Registriert: Samstag 27. März 2010, 12:12

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von TraurigER »

Damals war ich alleine, niemand wusste wo ichbin.
Jetzt wären da 7,8 Personen die es mit bekommen würden und die sich dann wundern würde, wie sowas sein kann, denn schließlich "habe ich ja alles, was man zum glücklichsein" braucht.
Chris-tian
Beiträge: 15
Registriert: Samstag 25. März 2017, 00:45

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Chris-tian »

coldtime hat geschrieben:Eine stationärer Psychiatrischer Aufenthalt, kann manchmal wirklich praktisch sein. Wenn man völlig im Eimer ist, kanns dadurch durchaus besser werden. Man muss nur beim Aufnahmegespräch seine Situation genau schildern. Bei Suizidgedanken wird nur kaum was getan(was auch) geben dir die Möglichkeit immer drüber zu Reden. Mir hatts manchmal geholfen mich drin zu stabilisieren. Medikamente muss man nicht nehmen, kriegst aber meist das was du brauchst. Zb. was gegen Unruhe oder was zum schlafen.

Man kann keine Wunder erwarten, die "Behandlung" ist oberflächlich. Eigentlich tut man sich selbst therapien, man hat viel Zeit für sich. Einen wiederholenden Rhythmus mit fester Tagesstruktur.

Angst braucht man keine davor zu haben, unbegründet. Fixierungen und Zwangsmedikation sind eher selten :D
So ähnlich würde ich das auch sehen. Von dem Gedanken, dass man von früh bis spät 1:1 von einem Arzt betreut wird, muss man sich natürlich lösen, das wird keine Institution dieser Welt leisten. Manche kommen aber gerade mit solch einer Erwartung und fühlen sich dann "untherapiert", wenn sie den Arzt 15 Minuten am Tag sehen. Der muss aber eben eine ganze Station versorgen. Letztlich kommen dann noch Dinge wie Ergotherapie, Sporttherapie, Gruppen für dies, für jenes, oft n Psychologe ... aber dennoch bleibt auch viel Zeit für einen selbst, also Langeweile kann gut aufkommen.
Tornado

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Tornado »

Da ich es mit den unaufhörlichen Dauerschmerzen nicht mehr aushalte, werde ich zeitnah in eine eintreten. Mal schauen was mich dort erwartet, Hoffnungen habe ich keine.
TraurigER
Beiträge: 147
Registriert: Samstag 27. März 2010, 12:12

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von TraurigER »

Ab morgen kann ich die Frage wieder besser beantworten. Bin ab morgen stationär in der Psychiatrie.
Chris-tian
Beiträge: 15
Registriert: Samstag 25. März 2017, 00:45

Re: Wird einem in einer Psychiatrie wirklich geboten?

Beitrag von Chris-tian »

Alles gute und lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben!
Antworten