Erfahrungen mit Diazepam

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chris84

Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich hatte vor kurzem in einem anderen Thread

http://forum.dignitas.ch/viewtopic.php?f=9&t=7512

geschrieben, dass ich anscheinend etwas unnormal auf Diazepam reagiere. Da ich in den letzten Tagen ein paar weitere Experimente damit gemacht habe, will ich meine Ergebnisse und Fragen mitteilen.

Zur Ausgangslage: Ich besitze jetzt zwei größere Packungen Diazepam von zwei verschiedenen Firmen. Beide in der Stärke von 10mg pro Tablette. Diese habe ich auch aus Apotheken bezogen und nicht aus dem Internet/Darknet, so dass Fälschungen ausgeschlossen sind.

Jedenfalls habe ich zwei Tests mit je 10mg gemacht. Bei dem Produkt der einen Firma hab ich nur minimal was gespürt und bei dem anderen schon etwas mehr. Was schon mal eigenartig ist, denn Menge und Zusammensetzung waren ja gleich. Nur der Firmenname war anders. Und eine vorherige Erfahrung/Toleranz mit Benzos hatte ich ja nicht. Ich hatte auch keine anderen Medikamente eingenommen, so dass irgendwelche Wechselwirkungen ausgeschlossen waren. Natürlich habe ich zwischen den Tests immer einige Tage verstreichen lassen, damit sich keine Toleranz/Abhängigkeit entwickelt.

Die Symptome beschränkten sich lediglich auf ganz leichte Benommenheit und eine etwas andere Zeitwahrnehmung mehr nicht. Das finde ich für 10mg recht wenig. Als ich den Test mit 40mg+Alkohol gemacht hatte, da war ich etwas mehr benommen und gut gelaunt. Also so als wenn ich leicht angetrunken (aber nicht stark besoffen) wäre. Was ich aber für die Menge ebenfalls recht wenig fand.

Was aber noch seltsamer ist, dass die Wirkung schon nach drei Stunden wieder vorbei war. Obwohl Diazepam ja eine Halbwertszeit von über 20h hat. Nun habe ich mal (anonym) zwei Apotheken angerufen und die Problematik geschildert. Auch die konnten sich das nicht erklären. Meine Psychiaterin kann ich im Moment nicht fragen, da ich erst in zwei Monaten wieder einen Termin bei ihr habe. Vor allem sie sagte damals zu mir „Also 10mg Diazepam sind zuviel. Da fallen Sie mir noch in einen Winterschlaf.“ Ja und der Winterschlaf beschränkte sich aber lediglich nur auf die beschriebenen Symptome.

Was sagt ihr dazu? Ich meine die schwachen Symptome und dann noch die schnelle Abbaubarkeit des Diazepams. Das ist doch nicht normal.
Das Diazepam brauche ich irgendwann mal um bestimmte Vergiftungssymptome zu überschlafen. Und es wäre fatal wenn ich da nach drei Stunden schon wieder aufwachen würde.
Agnetha
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Registriert: Donnerstag 11. Februar 2016, 11:34
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Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Agnetha »

Meine Mutter hat im Pflegeheim mal paradox auf tavor reagiert. Sie hat mit Bananen nach den pflegern geworfen. Das Zeugs haben wir dann abgesetzt und sie hat die Bananen wieder friedlich gegessen.

Versuchs doch mal mit zolpidemtartrat.
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Also ich hab im Moment nicht die Möglichkeiten noch mal andere Sachen zu testen. Ich denke mal dass mich die Menge des Diazepams was ich besitze, mich schon in einen Tiefschlaf versetzten würde. Allerdings weiß ich nicht wie lange da denn die Wirkung anhält oder ob ich da auch wieder nach drei Stunden aufwache.
Also dass jeder Mensch unterschiedlich auf Medis reagiert ist mir schon klar. Ein Apotheker meinte heute zu mir, dass bei manchen Menschen durch genetische Veranlagung oder durch bestimmte Enzyme solche Abweichungen auftreten können.

Dazu eine kurze Geschichte. Vor einigen Jahren musste ich mal unter Vollnarkose operiert werden. Als ich aufwachte wurde ich ja mit weiteren Schmerzmitteln versorgt um die Nachschmerzen der OP zu reduzieren. Jedenfalls wurde mir das Ganze dann intravenös verabreicht, wobei ich jetzt nicht weiß was die mir da gegeben haben. Nach der zweiten Infusion hatte ich immer noch starke Schmerzen. Also haben die noch eine dritte Infusion rangehängt und der Arzt hat mich bereits schief angeschaut. Irgendwann kam dann ein Pfleger und hat in die dritte Infusion noch ein Verstärkungsmittel rein gespritzt. Und erst dann haben sich die Nachschmerzen langsam reduziert.
Damit will ich jetzt nicht sagen, dass ich eine seltene Person bin die viel aushält. Im Gegenteil, ich bin eher ein softer Typ der nicht viel verträgt. Ich will damit nur andeuten, dass ich möglicherweise auch auf andere Benzos oder sonstige Schmerz- und Beruhigungsmittel abnormal reagiere. Deswegen will ich keine weiteren Experimente mehr machen.

Eine Möglichkeit besteht aber noch. Mit Hilfe eines speziellen Magensäureregulators kann man die Wirkung von Diazepam verstärken und auch verlängern. Mal schauen ob ich da noch ran komme.

Übrigens, durch die Telefonate mit den Apothekern hab ich noch was erfahren. Grapefruit(saft) kann die Wirkung vieler Medis (auch von Diazepam) stark beeinflussen. Sowohl verstärken als auch abschwächen. Ob man damit Diazepam verstärken/verlängern kann muss ich noch recherchieren. Aber vielleicht kann man diese Erkenntnis zum Vorteil nutzen.
Lebensmüde

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Lebensmüde »

...
Zuletzt geändert von Lebensmüde am Mittwoch 26. Oktober 2016, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Als ich einige Wochen später im Verwandtenkreis so nebenbei von der OP erzählte, da meinte meine Tante zu mir: „Also bei der Dröhnung an Schmerzmitteln die du da bekommen hast wäre ich schon längst weggeklappt.“

Trotzdem werde ich keine neuen Medikamente/Benzos mehr austesten. Bei meiner Methode sind 500mg Diazepam empfohlen. Wenn ich mir aber 1000mg davon (verbunden mit Alkohol) rein ziehe, so sollte es ja eigentlich doch schon für einen sehr langen Schlaf ausreichen.
Sadness
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Registriert: Donnerstag 29. April 2010, 10:26

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Sadness »

Hi,
ich nehme (nicht in suizidaler Absicht) auch gerne mal Diazepam und kann Deine Erfahrung in etwa bestätigen. Bis auf den Unterschied, dass ich bei mir eine Toleranz vorliegt. Für einen langen Schlaf wäre Dia. bei mir nichts, ich bleib da relativ klar und werde auch kaum müde (außer mit viel Alkohol, aber dann schlaf ich auch nur kurz) ... es beruhigt halt, das wars dann aber auch schon. Ich schätze Diazepam als Medi sehr, halte es aber ehrlich gesagt nicht für geeignet, um Vergiftungserscheinungen zu verschlafen.

Meine Wahl wären da eher: Zopiclon, Zolpidem oder halt auch Flunitrazepam, wo bei die ersteren beiden auf legalem Wege einfacher zu besorgen sind.

Viele Grüße
Sadness
Peterchen
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Registriert: Freitag 30. Januar 2015, 13:02

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Peterchen »

Sadness hat geschrieben:. Ich schätze Diazepam als Medi sehr, halte es aber ehrlich gesagt nicht für geeignet, um Vergiftungserscheinungen zu verschlafen.
Wobei das Medikament ja schon in sehr vielen Fällen für diesen Zweck eingesetzt wurde.

Vielleicht unterschätzt man da wirklich die Arithmetik. Das hundertfache der normalen Dosis oder das 25fache von dem, was chris zuletzt genommen hat, ist ja doch eine erhebliche Steigerung. Wenn man das auf Alkohol überträgt... von 100 ml Bier merkt man fast nichts, aber von 2,5 Liter ist man betrunken.
Thorsten3210
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Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Thorsten3210 »

Sadness hat geschrieben:es beruhigt halt, das wars dann aber auch schon. Ich schätze Diazepam als Medi sehr, halte es aber ehrlich gesagt nicht für geeignet, um Vergiftungserscheinungen zu verschlafen.
Also Diazepam kann schon ein bißchen mehr: Diazepam wirkt anxiolytisch (angstlösend), antikonvulsiv (antiepileptisch), muskelrelaxierend (muskelentspannend) und sedierend (beruhigend). Ich wünschte, ich hätte eine Bezugsquelle, denn Ärzte verschreiben es nur zögerlich (sie wittern gleich Suchtgefahr).
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Also Zolpidem und Zopiclon haben ja eine eher kurze Halbwertszeit. Wichtig ist halt dass ich ein langzeit-wirkendes Benzo einnehme. Optional könnte ich zum Schluss noch ein kurzzeit-Benzo einnehmen, ist aber nicht notwendig. Nur wenn ich schneller einschlafen will. Die Überdosis-Symptome der tödlichen Pillen treten eh erst nach einer Stunde auf. Weshalb ein schnelles einschlafen nicht so wichtig ist wie die Länge und Tiefe des Schlafes. Wenn ich also erst nach einer halben Stunde einschlafe so könnte ich auch damit leben (da steckt jetzt eine gewisse Ironie drin :lol: ). Als Langzeit-Benzo muss es nicht zwangsläufig Diazepam sein. In der Anleitung wird zum Beispiel Oxazepam verwendet. Was ich keinesfalls nehmen darf ist Phenobarbital, denn das kann die kardiotoxische Wirkung des Cocktails stark beeinflussen. Ich hab diesen Cocktail aber noch nicht als endgültige Methode festgelegt.

Ich weiß auch, dass sich zwei Benzos gegenseitig verstärken/verlängern können. Nur habe ich im Moment nicht die finanziellen Mittel mir noch mal neue Medis zu besorgen und zu testen. Hinzu kommt dass ich wegen gesundheitlichen Problemen die nächsten 8 Wochen meine Wohnung nicht verlassen kann. Also der ganze Aufwand mit Arzt, Rezept und Apotheke ist grade nicht machbar bei mir. Deswegen belasse ich es erst mal bei den 1000mg Diazepam. Und einen leckeren Vogelbeer-Likör (ja, der heißt wirklich so). Hat 28% und 500ml und das mit 1000mg Diazepam eingenommen sollte für den langen Tiefschlaf eigentlich schon reichen. Hoffe ich zumindest. Und die tödlichen Pillen haben ja selbst auch nochmal eine sedierende Wirkung (bis hin zum Koma). Also bei korrekter Ausführung sollte es funktionieren.
Agnetha
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Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Agnetha »

Mit einer hohen menge zolpidem als Schlafmittel schläfst du schnell ein und es würde schon ein paar stunden dauern, bis du wieder aufwachst .... WENN du wieder aufwachst
Thorsten3210
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Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Thorsten3210 »

Zolpidem hat allerdings wirklich eine sehr kurze Halbwertszeit von 2–3 Stunden, also ist dann nur noch die halbe Wirkstoffmenge im Körper. Da ist ein langwirkendes Benzodiazepam sinnvoller (Diazepam HWZ 24 bis 48 Stunden) bei dem, was Chris sich überlegt hat (so auch WOZZ-Stiftung).
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Ich hab grade noch eine mail von einen anderen User bekommen. Die Person hatte 50mg Diazepam genommen und ist auch nach 3h wieder aufgewacht. Das Problem scheint also doch bei mehreren Leuten vorzukommen. Allerdings weiß ich von der Person nichts weiter, also auch nicht ob da schon eine Toleranz vorlag.
Ich hab auch noch mal in einem Drogenforum mitgelesen wo auch die unterschiedlichsten Wirkungen auftraten. Also manche fühlten bei 20mg gar nix, während andere bei derselben Dosis schon fast einen Blackout bekamen. Wobei mir natürlich klar ist, dass jeder Mensch nun mal unterschiedlich auf Medis/Drogen reagiert.
Es ist wahrscheinlich so wie meine Ärztin sagte, dass immer erst eine gewisse Schwelle überschritten werden muss (wobei sich ihre Aussage auf Antidepressiva bezog). Und meine Schwelle bei Diazepam habe ich halt noch nicht gefunden. Bei 40mg habe ich nur mäßige Symptome gehabt. Kann aber sein, dass es mich bei 60mg dann doch weggeknallt hätte.
Auch den Vergleich mit dem Alkohol fand ich gut. Den Vergleich könnte man aber auch auf die Wirkdauer übertragen. Wenn ich z.B. ein Bier trinken würde so würde ich nur leichte Symptome spüren die spätestens nach einer Stunde wieder verschwunden wären (obwohl der Alkohol vielleicht noch nicht ganz abgebaut wäre). Bei fünf Flaschen Bier wäre ich schon gut angeheitert und die Wirkung würde frühestens nach drei Stunden wieder abklingen.
Deswegen kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass ich bei 1000mg Diazepam plus Alkohol schon nach drei Stunden wieder wach werde.
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

So, ich habe jetzt noch mal einen letzten Test mit 50mg Diazepam gemacht (ohne Alkohol). Die Symptome beschränkten sich auf etwas Müdigkeit, Schlappheit, lockerer Stimmung. Stark ausgeprägt waren Konzentrationsschwierigkeiten und eine veränderte Zeitwahrnehmung. Nach zwei Stunden waren die Symptome bereits stark abgeklungen, während sie nach drei Stunden komplett verschwunden waren als wäre nix gewesen.

Schon komisch, dass es so schnell wieder vorbei war. Vor allem wenn man bedenkt dass die Halbwertszeit von Diazepam über 20 Stunden beträgt. Aber das war jetzt auch mein letzter Test mit Diazepam gewesen.
chris84

Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von chris84 »

Kleiner Nachtrag noch. Irgendwann bin ich schlafen gegangen (also lange nachdem die spürbare Wirkung vorbei war). Anschließend hab ich dann 11 Stunden durchgepennt :D .
Thorsten3210
Beiträge: 1140
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Re: Erfahrungen mit Diazepam

Beitrag von Thorsten3210 »

Chris84 hat geschrieben:Anschließend hab ich dann 11 Stunden durchgepennt
Na siehste, offenbar wirkt es doch bei Dir, auch wenn Du es nicht so deutlich spürst. Allerdings sind 50 mg schon einen recht hohe Dosis, wennn man bedenkt, dass man sogar vor einer OP zur Beruhigung nur 10 mg (!) erhält.
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