Verzweifelt - Psychopharmaka?

Praktische Erlebnisberichte und Hilfestellungen aus der Foren-Community; erfolgreiche und gescheiterte Therapien; Erfahrungen mit Psychotherapien und Therapeuten

Moderatoren: Ludwig A. Minelli, Mediator

Grenzwelten
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Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Grenzwelten »

liebe Cassie,
ich würde dir sehr gern helfen
aber ich weiss nicht wie.

ich konnte mir bisher noch nicht mal wirklich selbst helfen.

vielleicht findest du einen guten weg für dich,
mit wenigen menschen, die dich in einigem verstehen, zu leben.

manchmal fühlt sich für mich leben wie ein drahtseiltanz an.
manchmal wie zerrissen zwischen extremen.

ich fühle mich ebenfalls oft wie nirgends zugehörig...

ich kämpfe gerade darum vergangene erfahrungen und gegenwart zu trennen..
und; zu unterscheiden zwischen ursache und auslöser.......

meine vergangenheit bestimmt mich sehr.
dadurch wurde ich vorallem suizidal.

jetzt muss ich mir eine basis langsam aufbauen....

ich finde es gibt hilfe. nur muss man manchmal lange nach der passenden hilfe suchen.
und damit meine ich nicht nur therapien... mir persönlich helfen auch selbsthilfegruppen, foren,
tagesstätten, das betreute wohnen und ein notfalltelefon dass ich jederzeit anrufen kann.

vielleicht kannst du deinen schmerz auch kreativ verarbeiten oder wenigstens ausdruck verleihen.... und vielleicht machst du das schon.
ich mache musik, schreibe male und fotografiere.

du erlebst gerade so viel schmerz und auch verzweiflung
aber ich bin sicher es wird weniger, milder werden mit der zeit
und mit empathischer begleitung.

und stell dir vor wieviel du menschen erst helfen kannst wenn du all das überlebt hast
und trotzdem weiter lebst...... du wirst sie in vielem nicht nur theoretisch sondern auch praktisch verstehen können......

es ist nur so wichtig nicht aufzugeben und hilfe zu holen

ich wünsch dir von herzen empathische menschen an deiner seite
und viel kraft
Cassie
Beiträge: 18
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Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Liebe Grenzwelten,

ich habe Deinen Betrag bereits gestern gelesen, aber ich konnte irgendwie nicht schreiben. Mein Kopf war leer und voll zugleich. Hab den ganzen Nachmittag mit ner Decke über dem Kopf auf dem Sofa gelegen und Depri Musik gehört.

Ich danke dir sehr für Deine Zeilen, denn sie haben mir sehr geholfen. Du scheinst leider sehr ähnliche Dinge durchgemacht zu haben wie ich und auch Deine Gedanken und Gefühle könnten meine sein.

Ich überlege mir schon seit zwei Jahren, mir eine SHG zu suchen, aber irgendwie hab ich Schiss. Und kann gar nicht genau sagen, wovor.
Bei was für einem Notfalltelefon rufst Du denn an? So was wie Telefonseelsorge? Da hab ich letztens mal versucht, anzurufen, nur war leider besetzt :(

Heute morgen war es eigentlich ganz ok, die Gedanken waren nicht so schlimm. Dann hat mich vorhin mein Mann angerufen und war sehr verzweifelt, weil ihn sein Leben momentan auch überfordert und er nicht mehr leben will. Ich hab ihn damals in der Psychiatrie kennengelernt, es ging ihm die letzten Jahre eigentlich besser und jetzt hat er seit einem Jahr auch eine Krise, an der ich vermutlch mit Schuld bin.
Ich habe versucht, ihn aufzumuntern und ihm zu helfen. Aber in meinem Kopf war die ganze Zeit eine Stimme, die mir gesagt hat, dass es gut ist, wenn er geht, denn dann kann ich auch endlich gehen. So bekloppt... aber es hat mich total getriggert und dann kann ich nicht mehr klar denken.
Habe dann einem Freund, zu dem ich eigentlich den Kontakt abgebrochen habe, ne Mail geschrieben, dass ich nicht mehr weiter weiß. Und hab leider auch erwähnt, dass ich mir in den letzten Wochen einen Plan ausgedacht habe. Er hat mich angerufen und fand das überhaupt nicht gut. Er will, dass ich noch heute meinen Therapeuten oder Arzt anrufe um mir Hilfe zu holen. Ansonsten will er mich einweisen lassen.
Aber was ist denn an einem Plan so schlimm? Ich will ihn ja nicht ausführen. Zumindest nicht in den nächsten Wochen. Aber es beruhigt mich, dass es im Notfall einen Plan gäbe.

Wieso muss man mit sowas denn immer alleine klar kommen? Wieso ist das so ein Tabu-Thema? Einerseits sagt einem jeder, das man über das, was einen bedrückt, reden soll. Dass reden hilft. Und wenn man dann mit jemandem redet wird man sofort unter Druck gesetzt, dass man sich Hilfe suchen soll.. Mit Medikamenten vollgepumpt auf der geschlossenen sitzen soll.. und das soll einem dann helfen.. Klar, wenn ich mich mit Tavor zuknalle, hab ich diese Gedanken auch nicht mehr. Aber so will ich nicht mehr leben. Und nur durch rumsitzen und aufbewahrt sein kriegt meinen Plan auch niemand aus dem Kopf.

Das nervt mich grad alles voll an...

Ganz liebe Grüße und einen erträglichen Tag wünsche ich dir
BadGuardian
Beiträge: 236
Registriert: Sonntag 9. September 2012, 21:32

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von BadGuardian »

Psychopharmaka machen alles nur noch schlimmer ! So war es bei mir zumindest ... Ich nehm die Dinger nicht mehr !!!
Cassie
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2010, 20:01

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Hey, wer oder was hat denn meinen letzten Beitrag gelöscht? Kriegs jetzt nicht mehr hin, den nochmal zu schreiben, bin überfordert.

@ BadGuardian

meinst du jetzt Psychopharmaka generell, oder wenn man die überdosiert? Also das Mittel zum schlafen hilft mir schon irgendwie
Cassie
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2010, 20:01

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Hey zusammen,

das WE war durchwachsen... es gab gute Momente, aber auch viele katastrophale.. jetzt sitze ich auf der Arbeit und mein Kopf ist leer.
Ich habe mich am samstag mit einem Freund getroffen und mein Schauspiel gespielt. Mich über irgend nen Zeug unterhalten. Obwohl mir danach überhaupt nicht war. Aber für ihn war es vermutlich ok. War unkompliziert, lustig, normal.. halt nicht ich selber. Aber nur so kommen die Leute anscheinend mit mir klar. Ich habe mich echt gefreut, ihn zu treffen, aber es macht mich traurig, dass ich nicht zeigen darf, wie es mir geht und nicht ehrlich sein kann. Denn dann bin ich kindisch, kompliziert etc..
Es kotzt mich echt an... die meisten meiner Freunde, Bekannten oder Familie würden es eh nicht mitbekommen, wenn ich plötzlich einfach nicht mehr da wäre. Es wäre total egal.. Es interessiert die meisten eh nicht wirklich, wie es mir geht. Die denken sich, die krieg das schon hin, die hat ja Therapeuten und Ärzte etc. Wird sich schon Hilfe holen wenn nötig.. da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.
Und ich such mir ja wirklich Hilfe. Aber es ist so schwer, welche zu bekommen. Meinen Thera hab ich letzte Woche nicht erreicht, der hat mir erst am nächsten Tag ne Mail geschrieben. Aber er hat auch nur alle zwei bis drei Wochen einen Termin. Zu meinem Psychiater kann ich auch nur alle paar Wochen gehen. Klinik ginge nur Akutstation, bei den offenen Therapiestationen ewige Wartezeit.. Und mir fehlt grad irgendwie die Kraft, weiter nach Hilfe zu suchen. Bringt ja eh nix.

Wenn man dann aber mal bei irgendjemanden andeutet, dass man das Leben satt hat und man den Kampf nicht mehr kämpfen möchte, sind plötzlich alle in Panik und denken, dass sie für einen was tun müssen, dass sie einen einweisen lassen sollen oder sonst irgend einen Quatsch.
Aber vorher hat es Euch doch auch nicht interessiert, wie es mir geht.. ob ich möglicherweise unter irgend einer Brücke vor mich herwegetiere oder in der Klapse sitze. Wieso geratet ihr jetzt plötzlcih in Panik und mischt Euch in mein Leben ein?? Wieso könnt ihr nicht einfach für mich da sein und mit mir reden, wenn es noch nicht so schlimm ist? Wieso denkt ihr, die wird schon alleine klar kommen? Und wenn nicht, rufen wir die Polizei, die erledigt das dann für uns?
Das macht mich total wütend. Lasst mich doch alle in Ruhe. Wenn es schon zu spät ist, braucht ihr Euch auch nicht mehr in mein Leben einmischen. Dann kann es Euch doch auch egal sein. Es ist doch jetzt auch egal, ob ich da bin oder nicht. Also, was stört es Euch? Auf dieses geheuchelte "Hilfsangebot" kann ich gut verzichten.
Lena-Marie
Beiträge: 721
Registriert: Mittwoch 16. Mai 2012, 07:50

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Lena-Marie »

Ich denke, das ist kein "geheucheltes Hilfsangebot", die Leute sind einfach überfordert mit deinem Problem in diesem Moment.

Seh die Tatsachen, wie sie sind:

Alle Menschen, die nicht gerade dafür bezahlt werden, dass sie uns helfen (Therapeuten, Psychiater, Ärzte in der Psychiatrie usw.) haben selbst mit ihrem Leben genug zu tun. Ich lass ihnen das und überfordere sie nicht noch mit meinen eigenen Problemen.

Es gibt einfach Probleme/Grenzen, wo wir spüren müssen, wenn das schon kein geschultes Personal hinkriegt, zu helfen, dann sollten wir unsere Freunde und Bekannten damit nicht überfordern. Sie können das nicht leisten. Es ist einfach so.


LG Lena
so-lebt-der-lurch
Beiträge: 247
Registriert: Freitag 22. Juli 2011, 18:34

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von so-lebt-der-lurch »

Lena-Marie hat geschrieben:Ich denke, das ist kein "geheucheltes Hilfsangebot", die Leute sind einfach überfordert mit deinem Problem in diesem Moment.
Ich kann mich Lena da nur anschließen.

Sind nicht sogar auch wir überfordert damit wenn uns jemand sagt das Leben satt zu haben weil alles nur sinnlos und sowieso sch... ist? Wir können das zwar gut verstehen weil es uns selbst ähnlich geht aber konkrete Hilfe können wir deshalb auch nicht leisten (außer in der Methodendiskussion). Ansonsten behelfen wir uns mit Verständnis (welches man uns situationsbedingt abnimmt und nicht als Heuchelei abtut weil wir ja alle mehr oder weniger lebensmüde sind) und Durchhalteparolen. Was sollte man sonst tun? Niemand kann für uns die Welt anders machen als sie nunmal ist.

Wenn man seinem Umfeld jedoch mit greifbareren Dingen kommt als "ich habe das Leben satt" kann man eher auf hilfreiche Tipps hoffen und bringt andere nicht in die Situation, dass sie sich genötigt fühlen irgendwie, und sei es mit einem Anruf bei der Polizei, einen Suizid zu verhindern.

Anstatt zu äußern, dass man das Leben satt hat, könnte man ja ein Problem konkret benennen z. B., dass man sich in seinem ach so sinnlosem Job fast zu Tode langweilt. Dafür hat der Zuhörer evtl. ein paar mehr oder weniger brauchbare Tipps und gerät nicht in Panik.

Also nicht sagen: Mir geht es gerade so schlecht weil alles sch... ist, sondern:
Mir geht es gerade nicht so gut weil ich mit der Situation X nicht gut klar komme.

Das ist eine unverfängliche aber wahrheitsgetreue und konkrete Aussage zu welcher der Gesprächspartner sich äußern kann ohne dass er in Panik gerät, einem vielleicht sogar einen Rat geben kann.

Und für das "ist-doch-sowieso-alles-sinnlos-ich-habs-satt" - Gezeter ( :wink: sorry) gibts ja schließlich noch uns hier :)
Grenzwelten
Beiträge: 515
Registriert: Freitag 1. Juni 2012, 00:27
Wohnort: BW

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Grenzwelten »

Cassie hat geschrieben:Liebe Grenzwelten,

ich habe Deinen Betrag bereits gestern gelesen, aber ich konnte irgendwie nicht schreiben. Mein Kopf war leer und voll zugleich. Hab den ganzen Nachmittag mit ner Decke über dem Kopf auf dem Sofa gelegen und Depri Musik gehört.

Ich danke dir sehr für Deine Zeilen, denn sie haben mir sehr geholfen. Du scheinst leider sehr ähnliche Dinge durchgemacht zu haben wie ich und auch Deine Gedanken und Gefühle könnten meine sein.

Ich überlege mir schon seit zwei Jahren, mir eine SHG zu suchen, aber irgendwie hab ich Schiss. Und kann gar nicht genau sagen, wovor.
Bei was für einem Notfalltelefon rufst Du denn an? So was wie Telefonseelsorge? Da hab ich letztens mal versucht, anzurufen, nur war leider besetzt :(

Heute morgen war es eigentlich ganz ok, die Gedanken waren nicht so schlimm. Dann hat mich vorhin mein Mann angerufen und war sehr verzweifelt, weil ihn sein Leben momentan auch überfordert und er nicht mehr leben will. Ich hab ihn damals in der Psychiatrie kennengelernt, es ging ihm die letzten Jahre eigentlich besser und jetzt hat er seit einem Jahr auch eine Krise, an der ich vermutlch mit Schuld bin.
Ich habe versucht, ihn aufzumuntern und ihm zu helfen. Aber in meinem Kopf war die ganze Zeit eine Stimme, die mir gesagt hat, dass es gut ist, wenn er geht, denn dann kann ich auch endlich gehen. So bekloppt... aber es hat mich total getriggert und dann kann ich nicht mehr klar denken.
Habe dann einem Freund, zu dem ich eigentlich den Kontakt abgebrochen habe, ne Mail geschrieben, dass ich nicht mehr weiter weiß. Und hab leider auch erwähnt, dass ich mir in den letzten Wochen einen Plan ausgedacht habe. Er hat mich angerufen und fand das überhaupt nicht gut. Er will, dass ich noch heute meinen Therapeuten oder Arzt anrufe um mir Hilfe zu holen. Ansonsten will er mich einweisen lassen.
Aber was ist denn an einem Plan so schlimm? Ich will ihn ja nicht ausführen. Zumindest nicht in den nächsten Wochen. Aber es beruhigt mich, dass es im Notfall einen Plan gäbe.

Wieso muss man mit sowas denn immer alleine klar kommen? Wieso ist das so ein Tabu-Thema? Einerseits sagt einem jeder, das man über das, was einen bedrückt, reden soll. Dass reden hilft. Und wenn man dann mit jemandem redet wird man sofort unter Druck gesetzt, dass man sich Hilfe suchen soll.. Mit Medikamenten vollgepumpt auf der geschlossenen sitzen soll.. und das soll einem dann helfen.. Klar, wenn ich mich mit Tavor zuknalle, hab ich diese Gedanken auch nicht mehr. Aber so will ich nicht mehr leben. Und nur durch rumsitzen und aufbewahrt sein kriegt meinen Plan auch niemand aus dem Kopf.

Das nervt mich grad alles voll an...

Ganz liebe Grüße und einen erträglichen Tag wünsche ich dir

Hallo liebe Cassie,

bitte entschuldige, ich hab deine Antwort erst eben gesehen.
manchmal bin ich etwas durcheinander.

ich werde ambulant betreut und bei uns gibt es eine sog. "Rufbereitschaft".
Da kann man immer anrufen... helfen tut es wenn man das glück hat
dass ein betreuer rufbereitschaft hat mit dem man klar kommt....

Aber die Telefonseelsorge gibt es natürlich auch.
Oder an den "Arbeitskreis Leben" kann man sich auch wenden.

Aber im Notfall fällt mir nur Telefonseelsorge ein
oder der Arzt vom Dienst in einer Psychatrie.
Ich durfte auch mal nur mit ihm reden und dann wieder heim gehen.

Ich kann gut verstehen dass dich dein Plan für den Fall der Fälle beruhigt.
Geht mir ganz genauso.

Für den "Notfall" hab ich alles da :)

Andererseits kann ich schon verstehen wenn sich Menschen sorgen machen
und in der gefühlten Hilflosigkeit mit Einweisung drohen.
Wer möchte auch schon einen Menschen verlieren denn man liebt hat?

Schwierig....

Selbsthilfegruppen haben mir bisher sehr geholfen.
ich würde dir gern Mut dafür machen.

Zur Zeit bin ich in einer Selbsthilfegruppe die geleitet wird.

Ich glaube das es in jeder größeren Stadt eine Anlaufstelle
für Selbsthilfegruppen zu allerlei Themen gibt.
Oder man gründet selbst eine :)

Viel Kraft dir und alles Gute
und vorallem; nicht aufgeben
versuch ich auch


Grenzwelten
Cassie
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2010, 20:01

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Hallo zusammen,

war länger nicht hier, daher erst meine späte Antwort. Die letzten Tage waren durchwachsen, mal war es besser, mal total fürchterlich. Zumindest schaffe ich es jetzt wieder, fast täglich zur Arbeit zu gehen. Allerdings kann ich mich nach wie vor überhaupt nicht konzentrieren.

@ Lena und Lurch
ihr habt Recht mit dem, was ihr schreibt. Wahrscheinlich sind die Menschen mit diesem Thema einfach überfordert. Das habe ich jetzt auch eingesehen. Daher werd ich damit wohl alleine klar kommen müssen. Über dieses Thema darf man anscheinend einfach nicht reden. Dann spiel ich denen jetzt halt mein Schauspiel vor, tue lustig und interessiert, versuche einfach so normal wie möglich zu sein. Da das aber auf Dauer echt zu anstrengend ist, habe ich mich in den letzten Jahren immer mehr zurückgezogen und isoliert. Und die guten Ratschläge wie: "geh doch mal raus und mach nen Spaziergang", "mach doch mal Sport", "mach dies, mach das, plan das so und so" etc. kann ich langsam auch nicht mehr hören. Irgendwie bringt es das alles nicht wirklcih.
Hatte ja meinem Thera damals ne Mail geschrieben, er hat jedoch keinen Termin in nächster Zeit frei. War nur letzte Woche bei dem zur Gruppentherapie, aber da kann man über sowas ja auch nicht reden. Den nächsten Termin habe ich erst in drei Wochen :(

@ Grenzwelten
an eine ambulante Betreuung habe ich auch schon mal gedacht. 2006 haben die mir in der Klinik sowas vorgeschlagen, aber ich wollte damals nicht, weil ich Angst hatte, meine Selbständigkeit zu verlieren. Jetzt denke ich, es wäre vielleicht ganz gut, wenn regelmässig jemand zu mir nach Hause käme um Dinge mit mir zu planen etc. Aber es ist grad so ne riesen Hürde, diesen ganzen Aufwand zu betreiben, weil mein Arzt und Therapeut nicht wirklcih viel Zeit haben gerade.

Bei nem AvD war ich auch mal Abends als es mir total schlecht ging. Der hat etwas mit mir geredet und ich durfte wieder nach Hause. Mittlerweile habe ich aber echt Angst, dass die mich einfach da behalten würden.
Nach einer SHG habe ich mich umgeschaut und zwei gefunden, die in Frage kommen würden. Jetzt muss ich mich nur noch trauen, da anzurufen.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Tag,
Liebe Grüße
Kathi
Grenzwelten
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Registriert: Freitag 1. Juni 2012, 00:27
Wohnort: BW

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Grenzwelten »

das grausame an Neuroleptika ist;
sie lassen die Gefühlswelt verflachen und
machen nach und nach immer gleichgültiger

ich suche mich
und finde mich
erstickt
im offenen schrei

ich sehe so viele lebende leichen.....

für die außenwelt bequemer zugedröhnt
im einheitsbrei und endlich funktionieren

wieviel leiche bin ich schon?

ich kann weder ohne noch mit neuroleptika

dies ist nicht meine welt
berlinichbins
Beiträge: 218
Registriert: Dienstag 25. September 2012, 11:37

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von berlinichbins »

Lena-Marie hat geschrieben:Ich denke, das ist kein "geheucheltes Hilfsangebot", die Leute sind einfach überfordert mit deinem Problem in diesem Moment.

Seh die Tatsachen, wie sie sind:

Alle Menschen, die nicht gerade dafür bezahlt werden, dass sie uns helfen (Therapeuten, Psychiater, Ärzte in der Psychiatrie usw.) haben selbst mit ihrem Leben genug zu tun. Ich lass ihnen das und überfordere sie nicht noch mit meinen eigenen Problemen.

Es gibt einfach Probleme/Grenzen, wo wir spüren müssen, wenn das schon kein geschultes Personal hinkriegt, zu helfen, dann sollten wir unsere Freunde und Bekannten damit nicht überfordern. Sie können das nicht leisten. Es ist einfach so.


LG Lena
es kann das "geschulte" personal nicht hinbekommen, auch nur sie wurden von menschen gecshult, die es nicht besser wussten und damit meine ich nicht den intellekt, damit können viele menschen zauberhaft um sich werfen. hier geht es um ein pures reines "menschsein" mit gefühl, ohne abwertung usw. solche menschen können helfen. man kann sie unter therapeuten finden, oder aber woanders. ich lernte einen menschen davon kennen, der NICHT bezahlt wurde und einfach da war, mitfühlen konnte, alles sein konnte, wie es war. es unterstützte mich sehr. dieses forum macht manachmal nichts anderes. wir sind füreinander da OHNE geld zu bekommen. und sind in manchen dingen besser geschult. in der schule des lebens, die nie aufört.
Zuletzt geändert von berlinichbins am Samstag 1. Dezember 2012, 08:27, insgesamt 1-mal geändert.
berlinichbins
Beiträge: 218
Registriert: Dienstag 25. September 2012, 11:37

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von berlinichbins »

[quote="Grenzwelten"]das grausame an Neuroleptika ist;
sie lassen die Gefühlswelt verflachen und
machen nach und nach immer gleichgültiger

ich suche mich
und finde mich
erstickt
im offenen schrei

ich sehe so viele lebende leichen.....

für die außenwelt bequemer zugedröhnt
im einheitsbrei und endlich funktionieren

wieviel leiche bin ich schon?

liebe grenzwelten, ich kann das so gut nachvollziehen. ja, ich las kürzlich: wenn du nicht anfängst zu leben, dann bist du eine umherwandelnde leiche" ich empfinde auch so. ich glaube depression und co können vorstufen zum leben sein. man weiß "nur" ncoh nicht wie. man weiß nur: nicht so wie die anderen umherwandelnden leichen. es sind gefühlssleichen meist mit einem intellekt, den man kaum fassen kann. klar, wer von dem einen zu wenig hat, muss mit dem anderen aufstocken und ausgleichen :D ich habe mich für die seite der gefühle entschieden und fühle mich da wohler als auf der intellekten seite, wobei ich die nicht ganz verteufle, sonst würde ich wohl keinen satz hier zustande bekommen. ABER vorteil: ich mache mich nicht gleich runter, wenn um mir herum nur intellekt schwebt und ich mich fehl am platze fühle. das zeigt mir: nee hier will ich nicht sein, ich muss weiter suchen nach orten, an denen ich mehr sein will. sollen sich die anderen ihr leben lang mit dingen beschäftigen, die mir nicht lebenswert erscheinen. ICH will was anderes. leichen braucht die welt nicht, aber aufgewachte und mitfühlende wesen umsomehr.

und "nein" ich komme nicht aus den esoterikecke :D
khoehman
Beiträge: 7
Registriert: Freitag 23. November 2012, 23:49

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von khoehman »

@ berlinichbins

wo lerntest Du diesen Menschen denn kennen? Im Forum oder woanders?
Cassie
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2010, 20:01

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Hey ihr,
hab es in den letzten Tagen irgendwie nicht geschafft, was zu schreiben. Die letzten zwei Wochen waren zum k*tzen...
Ich versuche, mich von den ganzen negativen Gedanken und Gefühlen abzulenken. Aber irgendwie klappt das nicht so gut.
Ich komme mit meinem Umfeld einfach nicht mehr klar. Will mit niemandem mehr reden. Sage auf der Arbeit fast nix. Es sollen mich doch einfach alle in Ruhe lassen.

Hatte letzte Woche Gruppentherapie und habe dem Thera gesagt, dass ich es doof finde, dass alle einen wöchentlichen Einzeltermin bei ihm kriegen und ich nur alle vier Wochen, weil er keine Zeit hat. Und musste ein paar mal während der Therapie heulen. Hab gesagt, dass ich das Leben satt habe und es vielleicht jetzt Zeit ist, den ganzen Kampf aufzugeben. Da hat er mir für den nächsten Tag nen Termin gegeben, bei dem jemand abgesprungen ist.

Er meinte, wir könnten darüber reden, wie ich meine Arbeit besser hinkriegen könnte (sitze den ganzen Tag da rum und kriege einfach nichts hin). Oder darüber, wie es nach dem Job (meine Stelle läuft bald aus), weitergehen soll.
Da hab ich ihm gesagt, dass mir das alles so banal erscheine. Dass ich es sinnlos finde, mir über meinen Job Gedanken zu machen, wenn ich gar nicht weiß, ob ich nächstes Jahr überhaupt noch Lebe und keine Lust mehr auf dieses Leben habe. Er meinte, dass man bei keinem Menschen wisse, ob er nächstes Jahr noch Lebe und dass das ja nichts bringt, sich darüber Gedanken zu machen. Dann hat er mich gefragt, ob ich damit andeuten will, dass ich darüber nachdenke, mir das Leben zu nehmen. Ich habe gesagt, dass ich mir in letzter Zeit sehr viele Gedanken darüber gemacht habe und auch einen Plan habe. Er meinte, dass so ein Plan ja auch durchaus etwas tröstliches haben kann. Und das wars dann zu dem Thema. Wir haben dann noch über belangloses Zeug geredet. Ich soll jetzt jeden Tag zu einer bestimmten Zeit eine Aktivität machen und für eine bestimmte Dauer machen. Hab ich bisher aber nicht gemacht. Ich sehe da keinen Sinn drin. Was soll mir das nutzen? Vielleicht ist dieses ganze Therapiezeugs ja langsam nur noch Zeitverschwendung.
Dabei möchte ich ja meinen Lebensmut wiedergewinnen. Weiß nur nicht, wie? Wenn man mit niemandem darüber reden darf :-(
Selbst mit Profis nicht.
Cassie
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2010, 20:01

Re: Verzweifelt - Psychopharmaka?

Beitrag von Cassie »

Man, mir gehts echt sch... gerade. Dieser unerträgliche innerliche Schmerz geht nicht weg.
Wieso verstehe ich diese Welt einfach nicht? Wieso verstehe ich die Menschen nicht?
Und wieso verdammt nochmal sagen Menschen mir auf der einen Seite, dass sie mich mögen und denken dann aber, sie helfen mir weiter, indem sie mir weh tun. Indem sie immer besser wissen wollen, was gut für mich ist. Und wieso schaffe ich es immer wieder, Menschen die mir wichtig sind zu vergraulen?
Ich hasse diese Welt! Und da sich die Welt nicht ändern wird muss ich mich wohl ändern. Oder anpassen. Aber das kann ich nicht. Es sei denn, jemand kann mir den Weg zeigen, wie ich das schaffen kann. Irgendwie laufe ich immer in die falsche Richtung. Oder es gibt für mich vielleicht nicht den richtigen Weg aus dem ganzen Chaos?
Ich wünsche mir jetzt eine einsame Insel oder zumindest einen Ort, an dem ich meine Ruhe habe und mein Kopf endlich mal die Schnauze hält..
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