Sterbehilfe in Deutschland

Themenbezogene Diskussionen, die sich nicht nur auf eine Person beziehen; Ursachen und Auslöser für Depressionen und Daseins-Ängste; Bewältigungsstrategien bei Lebensmüdigkeit; psychische Krankheitsformen; Suchtkrankheiten; Alkohol-, Drogen- und Medikamenten-Abhängigkeit; Beziehungsprobleme

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Thanatos
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Thanatos » Sonntag 10. Januar 2016, 16:03

Vielleicht sollte man eine Umsiedlung in die Niederlande in Betracht ziehen – und warten, bis man 70 ist. Viele haben allerdings nicht so lange Zeit....
Zuletzt geändert von Thanatos am Sonntag 10. Januar 2016, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.

Peterchen
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Peterchen » Sonntag 10. Januar 2016, 17:00

Glückliche Niederlande.
In Deutschland geht der Trend ja eher in Richtung Mittelalter :(

Rasiel
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Rasiel » Sonntag 10. Januar 2016, 17:34

Ich kann es einfach nicht verstehen, warum das Umdenken in Deutschland nicht ankommt.
Auch wird immer wieder behauptet, das die Schmerztherapien ausreichend sind, keiner Schmerzen erleiden müßte, das ist einfach nicht wahr.
Natürlich kann man einen Arzt nicht zwingen sich an Sterbehilfe zu beteiligen, egal in welcher Form, es gibt aber genügend andere Ärzte die hätten kein Problem damit.

Thanatos
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Thanatos » Sonntag 10. Januar 2016, 18:23

Rasiel hat geschrieben:...
Auch wird immer wieder behauptet, das die Schmerztherapien ausreichend sind, keiner Schmerzen erleiden müßte, das ist einfach nicht wahr.
...
Richtig, aber das wollen diese „Koryphäen“ der Palliativmedizin eben nicht wahrhaben. Es könnte ihrem Selbstbild schaden, wenn sie die Realität (ein-) sehen würden, ihr Heile-Welt-Krönchen beschmutzen.

Peterchen
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Peterchen » Sonntag 10. Januar 2016, 18:35

Bei der Bevölkerung ist das Umdenken ja längst angekommen. Wobei die theoretische Befürwortung leider nicht zu einem Engagement oder Widerstand geführt hat.

Angenommen, der Bundestag hätte Abtreibung wieder unter Strafe stellen oder den Homo-Paragraphen wieder einführen wollen. Hunderttausende wären auf die Straße gegangen! Jede Zeitung, die sich auch nur entfernt als liberal versteht, hätte massiv dagegen gehalten.

Aber bei diesem Thema? Nix. Der einzige Widerstand kam aus der säkularen Szene, vor allem von der Giordano Bruno Stiftung, und das sind nur sehr schwache Kräfte. Aber auch die meisten (Möchtegern-)Intellektuellen in Deutschland, die sonst immer die Klappe aufreißen, haben sich nicht zu dem Thema geäußert.

Vermutlich weil das Thema verdrängt wird und sich nicht so für eine Hurra-Demo eignet wie Sexualität oder Frauenrechte.

Insofern ist das auch ein Stück weit selbstverschuldet...

Und wer eine Partei mit "C" im Namen wählt, kann sowieso keine menschliche oder vernünftige Politik erwarten.

Girlxxx

Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Girlxxx » Sonntag 10. Januar 2016, 19:06

Für die meisten ist der Tod wohl in weiter Ferne. Es wird darum erst bei persönlichem Betroffen sein (direkt oder durch Angehörige/Bekannte) als existentielles Thema erfahren. Im Alltag der meisten ist es schlicht keine Sache der Erfahrung. Das erklärt auch die Diskrepanz von Theorie (man sagt schnell mal: klar, ich bin für Sterbehilfe...und selbst wenn man das auch so meint: es geschieht wie alles, was nicht direkt betrifft, im luftleeren Raum) und fehlendem Protest, zumindest im Vergleich mit Homosexualität (die zudem eine Community bilden, welche sich bei marginalisierten Gruppen tendenziell eher bildet) oder anderen Aspekten des Lebens, mit denen die Betroffenen fast täglich konkret konfrontiert werden. Dass abstrakte Ideen (ja, die Vernunft überhaupt) nie an sich zu etwas motivieren können, liegt auf der Hand. Erst wenn Gefühle und das heisst eigene Interessen ins Spiel kommen, sind Handlungen überhaupt denkbar. Aber dieses Phänomen ist dermassen allgegenwärtig, dass es nicht sonderlich überraschen sollte (in der philosophischen Ethik ein zentraler Punkt, wenn man fragt: `Warum sollte man überhaupt moralisch handeln?` Die Einsicht, dass etwas moralisch geboten wäre, ist für sich völlig flügellahm, aber eben: dieses Muster kann jeder bei sich selber beobachten.)

Balduin
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Re: Sterbehilfe in Deutschland

Beitrag von Balduin » Sonntag 29. September 2019, 12:16


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