Das Thema Borderline..

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Abendstern
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Abendstern » Montag 20. Februar 2017, 17:45

Peterchen hat geschrieben:Wenn man länger zurückgeht, dann haben ja praktisch alle Menschen Vorfahren, die traumatisierende Dinge erlebt haben. Wenn das jedes mal vererbt würde, dann dürfte es eigentlich gar keine glücklichen, psychisch gesunden Menschen geben.
Die Epigenetik geht davon aus, daß sich sowohl positive als auch negative Lebensumstände genetisch auswirken. Bei diesem Vorgang werden entsprechende Geninformationen an- oder abgeschaltet. Bei günstigen Bedingungen ist die Genspeicherung somit also theoretisch reversibel.

Sabine Bode beschreibt allerdings weniger eine genetische Vererbung als vielmehr eine verhaltensdynamische.

Peterchen
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Peterchen » Montag 20. Februar 2017, 19:06

Naja, ich müsste mich genauer mit dem Thema beschäftigen. Wäre halt schon interessant, ob man Unterschiede in der Häufigkeit psychischer Krankheiten zwischen Deutschland und der Schweiz nachweisen kann. Wenn nicht, wäre das ein Argument gegen die Vererbung von Kriegstraumata (in nennenswertem Ausmaß).

Agnetha
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Agnetha » Montag 20. Februar 2017, 20:07

Gutes buch zum Thema epigenetik: Der zweite code. Namen des authors weiß ich gerade nicht.

Agnetha
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Agnetha » Montag 20. Februar 2017, 20:14

Abendstern hat geschrieben:
Agnetha hat geschrieben:Sie hat immer mit kontaktabbruch gedroht und ich habe mein leben lang Angst gehabt, ihre liebe zu verlieren und mich bis fast zur Selbstaufgabe angestrengt, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, um sie nicht zu verlieren.
Das kommt mir nur allzu bekannt vor ...

Vielleicht ist auch diese Seite interessant für Dich:
http://www.narzissmus.org

Natürlich sind nicht alle dort beschriebenen Punkte gleichermaßen zutreffend, aber ich erinnere mich, wie es mir beim Stöbern auf dieser Seite wie Schuppen von den Augen fiel ... Und dabei hatte ich eigentlich etwas über das höchst merkwürdige Verhalten meines Ex gesucht... Und - tadaaa! - da waren sie, die Antworten auf die Fragen meines Lebens ...
Ein paar dinge erkenne ich dort wieder, allerdings würde ich meine Mutter nicht als narzisstisch beschreiben. Vielleicht muss ich den begriff aber ganz neu definieren. Das kann auch sein.

Schade, dass ich nur mit Smartphone schreiben kann, so bleiben meine Kommentare immer notgedrungen kurz.

Ich profitierte sehr von deinen Beiträgen, @Abendstern

Abendstern
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Abendstern » Dienstag 21. Februar 2017, 08:27

Guten Morgen Agnetha,

danke für Deine netten Worte. Ich freue mich sehr darüber.

Ja, das mit der Definition - auch ich schwanke da. Mir widerstrebt es ebenfalls, meine Mutter als Narzißtin zu bezeichnen, weiß ich doch, wieviel sie in ihrem eigenen Leben durchgemacht hat. Deshalb tendiere ich eher zu Borderline. Die Merkmale scheinen jedoch fließend zu sein. Und auch hier kommt es sicherlich wieder auf die Definition und deren Interpretation an. Ich habe auch schon viel Müll zum Thema gelesen. Selbst Experten widersprechen sich da. Die Lektüre beider Themen hilft in jedem Fall, erstaunliche Einblicke in die eigene Situation zu bekommen. Gerade zum Thema Narzißmus in der Familie war ich angesichts der wirren Verhaltensmuster, die einfach nie einen Sinn ergaben und die ich von daher als höchst individuell einstufte, geradezu geschockt, wie präzise einige Texte meinen vermeintlichen Einzelfall widerspiegelten. Ob an der einen oder anderen Stelle nicht eher von Borderline die Rede sein müßte, ist da aber sicherlich die Frage.

Liebe Grüße
Abendstern

Taylu
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Taylu » Donnerstag 20. April 2017, 18:11

Hallo ihr LIeben

nach längerer Abstinenz wollte ich mal lesen, was es aktuelles gibt..
es tut mir leid zu lesen, dass so viele scheinbar gut Menschen so unter ihren Symptome leiden..
Ich bin auch mittlerweile der Meinung, dass es einfach nix großartig gibt mit Heilung und dem ganzem Humbug
und ich habe auch die Schnauze voll mir von Therapeuten sagen zu lassen "ich würde es nicht genug versuchen".
Hallo!?
Glauben die, wir lieben es, dass es uns so elendig teilweise geht? Man den ganzen Tag über Wochen heult oder mal nichts fühlt, zu kaum was in der Lage ist, weil die Energie fehlt?
Klar man schottet sich selbst gern ab, man gibt sich gern an allem die Schuld, man bleibt gern alleine, und deswegen versucht man nix zu ändern, weil im Selbstmitleid suhlen jaa soooooo gut tut.
Einfach mal den ? hoch kriegen.
Ich kanns verdammt noch mal nich mehr hören.. und dann wundern wenn man sich umbringt.. dann sind die Betroffen... "aber er/sie hat doch sooo Fortschritte gemacht!"
Ja well, surprise Blitzbirne DAS LEBEN IST TROTZDEM NICHT LEBENSWERT!

Ich will einfach nich mehr und ich wünschte einfach euch würde es besser gehen..

glycerine
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von glycerine » Donnerstag 20. April 2017, 19:47

Ich will eigentlich nicht, dass es jemanden schlechter geht, egal wie es mir geht, es nützt mir kein bisschen wenn jemand mitleidet.
Es ist nicht leicht, aber es gibt eben auch keine wirkliche Alternative.

Königin Penelope
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Re: Das Thema Borderline..

Beitrag von Königin Penelope » Mittwoch 9. Januar 2019, 20:47

Hallo Taylu,
du fragst ob es möglich ist mit Borderline eine richtige Beziehung zu führen?

Dazu kann ich sagen ja, aber die Bedingungen dazu müssen stimmen. Ich leide selber an einer Borderlinestörung mit selbstverletzenden Verhalten. Trotzdem hatte ich mehrere sehr schöne Beziehungen geführt. Das die Beziehungen und auch einige Freundschaften nicht gehalten haben, lag bei mir weniger daran, dass ich eine Borderlinestörung habe, sondern an eher alltäglichen Sachen, weshalb Beziehungen und Freundschaften kaputt gehen.

Allerdings habe ich auch meine Krankheit nie verschwiegen. Auch habe ich meinen Partnerinnen gesagt, was sie in diesen Fällen machen können bzw. machen sollen wenn ich mich selbst verletzen tue. Ich muss aber auch sagen, es ist nicht leicht den passenden Partner bzw. die passende Partnerin zu finden. Der Partner brauch schon sehr viel Einfühlungsvermögen und Verständnis dafür.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Zeilen etwas Mut geben die Hoffnung nicht aufzugeben.

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